Aufzeichnung Symposium: „Sozialistische Stadt“ und internationales Kulturerbe

Mehrgeschossiger Wohnblock mit hellbeiger und roter Fassade, geschwungener Eckbebauung und symmetrisch angeordneten Fenstern. Das Gebäude steht an einer breiten Straße mit Kopfsteinpflaster-Randstreifen, flankiert von Bäumen und kleinen Grünflächen.
Wohnbebauung „Block 51 und 53“, Schrader unter der Leitung von Josef Kaiser – 1953, Foto: M. Maleschka

03. und 04. Oktober 2021 in Eisenhüttenstadt

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Die Nachkriegsmoderne in ihren unterschiedlichen Spielarten steht seit einiger Zeit im Fokus der Forschung, der Denkmalpflege und einer kulturhistorisch interessierten Öffentlichkeit. Aktuell gilt dies besonders für die Architektur, den Städtebau und die baubezogene Kunst ehemaliger sozialistischer Staaten. Neben die weiterhin notwendige Auseinandersetzung mit den politischen Rahmenbedingungen tritt eine neue Sensibilität für ihre spezifischen sozialen und gestalterischen Qualitäten. Diese bilden sich in städtebaulichen Ensembles wie Eisenhüttenstadt oder ähnlichen Planstädten Ost- und Mitteleuropas in besonderer Dichte ab. Heute gelten letztere daher als herausragende baukulturelle und zeitgeschichtliche Zeugnisse.

Welche Wege gibt es, dieses Nachkriegserbe zu entwickeln und in die Wahrnehmung einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken? Kann dies die Attraktivität von Städten und Regionen stärken? Wäre eine mögliche Bewerbung zur Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe eine wünschenswerte und realistische Perspektive? Was lässt sich von vergleichbaren Initiativen in Brandenburg und darüber hinaus lernen? Im Oderbruch zum Beispiel treten Burger dafür ein, für eine ganze Kulturlandschaft das Europäische Kulturerbe-Siegel zu erlangen. Schon der Prozess der Nominierung kann sich als wertvoller Schritt der aktiven Aneignung von historischem Erbe darstellen.

Programm

Panel I – Architektur, Städtebau und baubezogene Kunst der DDR im Wandel der Bewertungen

Dr. Christine Onnen, BLDAM, Dezernatsleiterin für Inventarisation und Dokumentation: Architektur, Städtebau und baubezogene Kunst der DDR-Zeit in Brandenburg (In neuem Tab öffnen)

Dr. Christoph Rauhut, Berliner Landeskonservator: Zum Umgang mit dem Bauerbe der DDR in Berlin (In neuem Tab öffnen)

Kirsten Angermann, Bauhaus-Universität Weimar: Eisenhüttenstadt als Denkmal gestern – heute – morgen (In neuem Tab öffnen)

Panel II – Sharing Heritage – Bauerbe ‚sozialistischer Städte‘ in zivilgesellschaftlicher und internationaler Perspektive

Barbara Anna Bernsmeier, ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Berlin: Lokale Identität und Architekturerbe – zivilgesellschaftliche Initiativen zu Bewusstsein und Erhalt sowjetischer Spuren im Stadtraum. Beispiele aus der Ukraine und Russland. (In neuem Tab öffnen)

Prof. Dr. Jörg Haspel, Präsident des deutschen Nationalkomitees von ICOMOS e.V., Landeskonservator a.D: Unschön, unbequem, unverzichtbar? Serienarchitektur als Kulturelles Erbe und als ökologische Ressour (In neuem Tab öffnen)

Dr. Mikhail Ilchenko, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, Leipzig: Spaces of Utopia: Historical and Cultural Transformations of Socialist Cities (In neuem Tab öffnen)

Panel III – Auf dem Weg zum internationalen Kulturerbe?

Friederike Hansell, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Referentin für Welterbe: Beispiele, Potentiale und Prozess (In neuem Tab öffnen)

Dr. Thomas Flierl, Vorstandsvorsitzender der Hermann-Henselmann-Stiftung in Berlin: Berlin Ost West: Der Weltkulturerbe-Antrag Karl-Marx-Allee & Interbau 1957 (In neuem Tab öffnen)

Dr. Britta Rudolff, BTU Cottbus-Senftenberg, Cultural Heritage Centre: Eisenhüttenstadt als denkbarer Weltkulturerbe-Kandidat? (In neuem Tab öffnen)

Das Symposium ist eine Kooperation des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM) und des Museum Utopie und Alltag. Im Rahmen der Ausstellung „Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt“.