Sammlung Alltagskultur der DDR
Die am Standort Eisenhüttenstadt aufbewahrte Sammlung zur Alltagskultur der DDR umfasst etwa 170.000 Objekte. Sie bilden die materielle Kultur über die gesamte Zeitspanne der DDR ab. Darüber hinaus steht sie exemplarisch für die Produktkultur einer auf Massenkonsum ausgerichteten modernen Industriegesellschaft.
Die Gegenstände sind überwiegend als private Schenkungen in die Sammlung gelangt. Zahlenmäßig überwiegen darin Güter des privaten Konsums, vor allem Haushaltsgeräte, Kleidung, Möbel, Bücher, Zeitschriften sowie verschiedenste Bild- und Tonträger. Hierzu zählen Fotografien, Fotoalben, Plakate, Schallplatten und Tonbänder. Räumlich dominiert in Eisenhüttenstadt der Bestand an Möbeln, der fast ein Drittel der Depotkapazitäten beansprucht. Gesammelt werden auch begleitende Materialien wie Gebrauchsanweisungen, Rechnungen, private und amtliche Dokumente sowie Informationen zur Nutzungsgeschichte der an das Museum abgegebenen Dinge.
Die Sammlung ist in derzeit 35 Sachgruppen untergliedert, von A wie „Agitation und Propaganda“ bis Z wie „Zahlungsmittel“. Jedes Objekt wird damit räumlich einem Depotbereich und thematisch einem Oberbegriff in den Bestandskatalogen zugeordnet.
Vor Ort kann der Bestand durch eine Objektdatenbank erschlossen werden sowie direkt im Depot.
Für Rechercheanfragen melden Sie sich bitte bei:
Britt Scheffler
Tel.: 03364 – 505 27 45
Britt.Scheffler@landkreis-oder-spree.de
museum-digital
Das Museum Utopie und Alltag ist mit mehreren hundert Objekten Teil der regional organisierten Plattform museum-digital. Dort können Museen Informationen zu ihren Objekten veröffentlichen, die durch vielfache Verweise miteinander verknüpft werden, um Zusammenhänge zu veranschaulichen und das Auffinden zu erleichtern. Hier geht es zu den Objekten des Museums in der Datenbank:
https://brandenburg.museum-digital.de/institution/14?section=objects (In neuem Tab öffnen)
Sammlungsbewertung
Das Gutachten zur Sammlung Alltagskultur der DDR wurde von Elke Kimmel und Doris Müller-Toovey, am 30. Dezember 2013 vorgelegt. Im Zusammenhang mit dem Wechsel der Trägerschaft und der Leitung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR wurde 2012/13 zum einen über die künftige Rolle des Dokumentationszentrums innerhalb der Museumslandschaft Brandenburgs und Berlins diskutiert, zum anderen sollte das Museums- und Sammlungskonzept überarbeitet werden. Als wichtige Voraussetzung dafür entstand bis Ende 2013 ein durch den Bund gefördertes Gutachten über den aktuellen Zustand der Sammlung. Außerdem wurden Empfehlungen für deren zukünftige Pflege gegeben.
Folgende Zitate stammen aus diesem Gutachten:
„Das Dokumentationszentrum verstand sich als partizipatives Museum: Gesammelt wurde, was die Spender als sammelnswert empfanden. Damit setzte es sich deutlich von Museen ab, die von sich aus nach Objekten suchen, um bestimmte Intentionen zu belegen bzw. bestimmte thematische Bereiche gezielt abzudecken.“
„Das Dokumentationszentrum besitzt aus allen Phasen der DDR eine große Anzahl von Objekten. Das ist eine Besonderheit, denn gerade Objekte aus den ersten zwei Jahrzehnten der DDR sind in musealen Sammlungen kaum in dieser Breite vertreten. Gerade, was den Bereich der Dinge aus Plastik anbelangt, ist die Sammlung einzigartig.“
„Für den Bereich der privaten Lebenswelt in der DDR zeigt die Sammlung eine große Dichte. Besonders reichlich ist der Bestand an elektrischen und elektronischen Geräten aus allen Phasen der DDR. Viele dieser Dinge gehörten zu jenen, die Anfang der 1990er Jahre als erste entsorgt wurden, weil sich die Bürger mit den moderneren Westgeräten versorgten.“
„Auf die problematische Depotsituation wurde in den Jahresberichten von Seiten der Leitung des Dokumentationszentrums wiederholt hingewiesen, sowohl was die Menge der Depots, ihre mangelhafte Eignung (baulich, räumlich, klimatisch) als auch die für eine museale Sammlung äußerst ungünstige hohe Anzahl der Depotumzüge betrifft.“
35 Sachgruppen
Medizin
Die Sammlung „Medizin“ umfasst die drei Bereiche Pharmazeutika, Verbandsmaterial und Zubehör.
Dia
Die Sammlungsgruppe „Dia“ unterteilt sich in die Nutzungsbereiche: Privat, Tourismus und Unterricht/ Bildung.