Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR
Die Ausstellung untersucht anhand zahlreicher Alltagsgegenstände die Wechselbeziehungen von politischen Entwicklungen und der Bewertung der Bauhaus-Moderne in der DDR sowie die Aneignung seiner auf Funktionalität und Klarheit zielenden Maximen in der Gestaltungspraxis.
Alltagsformen – das Design von Gebrauchsgegenständen und Druckerzeugnissen, Gebäuden und Siedlungsstrukturen – waren im Kalten Krieg ideologisch und politisch aufgeladen. Während die sachliche, funktionale Bauhaus-Gestaltung in Ostdeutschland zunächst Anerkennung erfuhr, wurde diese um 1950 mehr und mehr zur Zielscheibe der nach sowjetischem Vorbild traditionalistisch ausgerichteten Kulturpolitik der SED. In den sechziger Jahren folgten erste Schritte auf dem Weg zur allmählichen Rehabilitierung des Bauhauses in der DDR bis hin zur offiziellen Anerkennung und Popularisierung als kulturelles Erbe ab Mitte der siebziger Jahre.
In der Ausstellung werden funktionale Designerzeugnisse aus industrieller Serienproduktion gezeigt, darunter Haushaltsgegenstände und Möbel, Arbeiten des Grafikdesigns sowie technische Konsumgüter wie eine „Simson S 50“. Die ihnen zugrundeliegenden Gestaltungsprinzipien werden vorgestellt und in den gesellschaftlichen und politischen Kontext gestellt. Mit beleuchtet werden parallele Entwicklungen in Architektur und Städtebau.
Der Blick richtete sich zudem auf die wissenschaftliche Rezeption und die Popularisierung des Bauhauses in der DDR in Publikationen und Filmdokumenten. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung eine Zusammenschau von Biografien, Netzwerken und Wirkungsorten von Bauhäuslern, die in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR tätig waren und dort nachfolgende Generationen von Gestaltern und Gestalterinnen heranbildeten.
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.