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Дружба! Die Kulturkampagne zum Bau der Erdgasleitungen

Auf dem schwarz-weiß Foto fällt der Blick von einem Berg aus hinunter in das Tal. Dabei ist der Berg zum Teil ausgeschachtet. Ein Kran und Bauarbeiter sind dabei ein Erdgasrohr in den Schacht einzubauen.
Ingrid Rulff, o.T., Teil der Wanderausstellung „Erlebnis Trasse“, 1984, Repro: Th. Kläber, © Nachlass Künstlerin

Erdöl wie auch Erdgas haben im Laufe des 20. Jahrhunderts kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Besonders durch eine fortschreitende Industrialisierung und Motorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die weltweite Nachfrage an und gab diesen beiden Rohstoffen eine bedeutende Rolle; auch im Konflikt der konkurrierenden Systeme – der sozialistischen Planwirtschaft einer- und der freien Marktwirtschaft andererseits.

Für die Entwicklung der Industrie in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) waren Erdöl und Erdgas von enormer Wichtigkeit. Die Beteiligung am Ausbau der Erdgastrasse „Drushba“ (russ. Дружба; dt. Freundschaft) von 1974 bis 1978 war das Vorzeige-Projekt der DDR im Ausland. Es wurde ermöglicht durch enorme personelle, technische und materielle Aufwendungen, deren Dimensionen mit den heimischen Wirtschaftsleistungen kaum vergleichbar waren. Ab 1982 bis 1993 wurde weiterhin an verschiedenen Bauabschnitten gearbeitet, um das Trassennetz weiter in den Osten auszubauen.

Das „Jahrhundertprojekt“ Erdgastrasse wurde in der DDR von einer großangelegten Werbe- sowie Kulturkampagne begleitet. Die Einsätze wurden nach außen als Akt der Freundschaft zwischen den beteiligten Staaten kommuniziert: als Gemeinschaftsleistung eines internationalen Kollektivs – ein Topos, der sich durch sozialistische Narrative zieht und besonders den Bau der Drushba-Trasse in den 1970er Jahren begleitet. Im weiteren Verlauf wird die Erzählung ergänzt durch die Betonung der spektakulären Größenordnungen und entsprechend ab 1982 gefasst in der Losung „Erlebnis Trasse“.

Die DDR brachte Künstler:innen und Kulturschaffende an die Trasse, um die „Trasniks“ zu unterhalten. Es wurden Konzerte veranstaltet, Kinofilme vorgeführt, vor Ort entstanden künstlerische Arbeiten, die in Wanderausstellungen entlang der Trasse sowie in der DDR präsentiert wurden. Arbeit und Leben der „Trasniks“ wurden in zahlreichen Publikationen und Reportagen im Fernsehen und illustrierten Magazinen inszeniert. Hauptauftraggeber war die Freie Deutsche Jugend (FDJ), welche jedoch in der Durchführung von Beginn an durch das Kulturministerium und den Verband Bildenden Künstler unterstützt wurde. Das Beeskower Kunstarchiv verfügt über eine größere Anzahl von Gemälden, Grafiken, Fotografien und Zeichnungen, die im Kontext der Trasse entstanden und in einer Auswahl in der Ausstellung zu sehen sind.