1953 erhält sie den Namen Stalinstadt, als Zeichen des politischen Anspruchs, der sich mit der Stadtgründung verbindet. Dieser ist im Alltag und im gesellschaftlichen Klima der Stadt spürbar, nicht zuletzt in den Schulen. Detlef Kirchhoff weiß darüber aus eigener Erfahrung zu berichten, wie auch über den Kampf der SED gegen westliche oder kirchliche Einflüsse. Letzterer geht einher mit der Zurückdrängung der Konfirmation zugunsten der Jugendweihe, die sich in Stalinstadt noch rascher als sonst in der DDR vollzieht. Daneben aber gibt es für den Heranwachsenden viele Möglichkeiten, die Freizeit abwechslungsreich zu verbringen, etwa beim Sport oder bei Ausflügen in die Natur. Kirchhoff fühlt sich in einem Zwiespalt zwischen ideologischen Zwängen einerseits und dem Geist des Aufbruchs in eine friedlichere und bessere Zeit, gleichsam „zwischen Baum und Borke“.

Nach dem Studium der Automatisierungs- und Hochfrequenztechnik und des Umweltschutzes arbeitet Detlef Kirchhoff unter anderem im metallurgischen Kombinat und in der Stadtverwaltung von Eisenhüttenstadt. Von 1990 bis 1994 vertritt er seinen Wahlkreis Eisenhüttenstadt im ersten Brandenburger Landtag.

 

Moderation: Axel Drieschner

Ort: Ehemaliges Lehrschwimmbecken, Ludmila-Hypius-Weg, 15890 Eisenhüttenstadt

 

Die Veranstaltung ist Teil einer Lese- und Gesprächsreihe, die im Rahmen des Projekts „Auf den Platz, fertig, los!“ stattfindet. Eine gemeinsame Initiative vom Forum für Kulturerbe der DDR e. V., dem Museum Utopie und Alltag, dem Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) und dem Architekten Martin Maleschka.

 

Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Themenjahrs »Baukultur leben – Kulturland Brandenburg 2023«. Kulturland Brandenburg wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen und der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

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