Im 30. Jahr nach dem gesellschaftlichen Umbruch und der Wiedervereinigung von 1989/ 1990 haben die die diesjährigen Sommerschülerinnen und -schüler gemeinsam ausgelotet, wie gesellschaftlicher Wandel in der Kunst zum Ausdruck kommt. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde Fortschritt mit rauchenden Schloten und glänzenden Überlandrohren gleichgesetzt; heute geht es um umweltverträgliche, Ressourcen sparende Technologien, die die Beherrschung der Natur durch den Menschen um jeden Preis obsolet erscheinen lassen. Gerade die überlieferte Kunst aus der DDR ist ein Zeugnis dafür, dass Moderne und Modernität einst ganz anders verstanden wurden. Darüber hinaus wurde die Beeskower Kunstsammlung selbst zum Symbol für einen gesellschaftlichen Umbruch und sensibilisiert dafür, ebenjene „Wenden“ im Lauf der Geschichte im kollektiven Gedächtnis zu behalten – nicht zuletzt, um daraus zu lernen.

Zugleich muss sich die junge Generation mit ihren Erfahrungen Gehör verschaffen können. Wiederum ist die Kunst ein Weg, um aktiv Einfluss auf Veränderungen zu nehmen. In der Malerei, Fotografie, Installationskunst und im Tanz haben die Sommerschülerinnen und –schüler ganz unterschiedliche Ausdrucksformen gefunden. Hinterfragt wurden dabei nicht allein alte und neue Symbole des Fortschritts, sondern auch ganz aktuelle Probleme wie die Verschwendung von Ressourcen, die zugleich die Umwelt belastet. Vor allem aber ist es die Energie-Wende, die Jugendliche als gesamtgesellschaftlichen Auftrag verstanden sehen wollen.  Neue Wege der Erzeugung und des Verbrauchs von Energie zu gehen, erleben sie als einen Umbruch, an dem sie selbst teilhaben.

 

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