Das Kunstarchiv Beeskow schätzt sich glücklich 19 Einzelblätter sowie sechs weitere Arbeiten in fünf Grafikmappen zu bewahren. Der Bestand erlaubt einen Überblick über die Motivwahl und bildnerischen Konstruktionen der Künstlerin. Begleitend zur Ausstellung „Spurensuche. 1990“ in den Galerieräumen der Burg Beeskow präsentiert das Kunstarchiv im Studio des Depot eine Auswahl von Radierungen Perthens aus dem Beeskower Bestand.

Als Professorin an der Kunsthochschule Berlin Weißensee hat Christine Perthen von 1977 bis zu ihrem Tod viele Jahrgänge werdender Künstlerinnen und Künstler nachhaltig geprägt. Mit den Mitteln der Radierung hat sie einen besonderen und singulären bildnerischen Ausdruck erarbeitet. Ihr Sujet sind menschliche Körper, die oft in spannungsreichen Konstellationen erscheinen. Bildebenen und Figurenformen treffen einander und gehen ineinander über. Die Linie spielt in ihren Bildkompositionen eine überragende Rolle: ob als dichtgesetzte Schraffur oder als zarte, vage Andeutung. Wiederholt widmete sie Zyklen dem Schaffen anderer Künstler*innen. So radierte Christine Perthen Arbeiten zu Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ oder zum Leben und Wirken Käthe Kollwitz.

Ab 1972 studierte Christine Perthen Modegestaltung an der Hochschule in Berlin-Weißensee bei Werner Klemke und Arno Mohr. 1976 wird sie Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR. Auch wenn ihre Konzentration hauptsächlich auf der Radierung lag, so hat sie immer wieder Bühnenbilder und Kostüme für das „theater im palais“ in Berlin entworfen.

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