Die Buchvorstellung bildet den Auftakt zu einer neuen Vortragsreihe im Dokumentations­zentrum, die DDR-Geschichte unter Berücksichtigung auch ihrer regional- und stadtgeschichtlichen Dimensionen beleuchtet. Weitere Termine werden in Kürze bekanntgegeben.

In seinem neu erschienenem Buch rekonstruiert Frank Wilhelm minutiös das Zusammenspiel von MfS und RAF. Dazu hat er Hunderte von Stasiakten ausgewertet und mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen.

Die linksextremistische Rote Armee Fraktion (RAF) hatte in der Bundes­republik zwischen den 70er und 90er Jahren etliche Sprengstoff­attentate, grausame Entführungen bis hin zu Morden zu verantworten. Was nie­mand für möglich hielt: zehn RAF-Aus­steiger, die in der BRD seiner­-zeit mit Strafbefehl gesucht wurden, fanden in der DDR während der 80er Jahre Unter­schlupf – ge­deckt von der Staats­sicherheit; darunter Namen wie Silke Maier-Witt (in Hoyerswerda, Erfurt und Neu­branden­burg), Henning Beer (Neubrandenburg), Inge Viett (Dresden, Magdeburg) oder Susanne Albrecht (Köthen, Dubna).

Zu DDR-Bürgern umgeschult wurden die Ex-Terroristen im „Forsthaus an der Flut“, einem Geheimobjekt des MfS nahe Briesen. Nichtsahnend von der Öffentlichkeit wurden sie dort mit neuer Identität versorgt, um bis zur Wende mitten im ganz normalen Alltag zu leben. Zwei von ihnen tauchten 1980 in Eisenhüttenstadt unter, Monika Helbig und Ekkehard Freiherr von Seckendorff-Gudent. Hier heirateten sie und lebten unter den Namen Elke und Horst Winter. Von Seckendorff-Gudent absolvierte im hiesigen Krankenhaus seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin, ab 1986 leitete er eine Beratungsstelle für Alkohol- und Medikamenten­abhängige in Frankfurt/Oder.

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