VEB? Planstadt? Zu jeder Folge erscheint ein Dossier mit Hintergründen und Begriffserklärungen.


Das Dossier zur 1. Folge „Sprudelnde Fontänen“


Das Dossier zur 2. Folge „Utopie und Alltag“


Das Dossier zur 3. Folge „Vergeigt“


Das Dossier zur 4. Folge „Pressluftfrühling“


Das Dossier zur 5. Folge „Ohne Ende Anfang“

Wo vorher Wälder und Wiesen waren, sollte Anfang der 1950er Jahre ganz im Osten Deutschlands eine neue Stadt entstehen: Stalinstadt. Eine neue Heimat für eine neue Gesellschaft, eine Stadt komplett am Reisbrett erdacht. Der Künstler Friedrich Liechtenstein hat lange verheimlicht, dass er in der Planstadt aufgewachsen ist. Die DDR, Ostdeutschland, Brandenburg – das passte irgendwie nie zu seinem Image des urbanen Performers, Entertainers und Musikers. Doch eines Tages wurde ihm klar, dass seine Heimatstadt wahrscheinlich das Mächtigste ist, wovon er erzählen kann.

In Stalinstadt sollte der Traum vom „besseren Deutschland“ gelebt werden. Der große Aufbruch nach den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus. Die Stadt war zunächst die jüngste Stadt der DDR. Kaum jemand war älter als 30 Jahre. Dreh- und Angelpunkt sollte das „Eisenhüttenkombinat Ost“ sein ­– das Zentrum der Schwerindustrie. Große Teile der Stadt sind bis heute geprägt durch ihre besondere Architektur. Zehn Jahre nach ihrer Gründung wurde Stalinstadt umbenannt, in Eisenhüttenstadt. Ende der 1980er Jahre lebten dort über 53.000 Menschen. Nach der Wiedervereinigung verloren viele ihre Jobs, Wohnblocks wurden gesprengt. Andere bauten sich Häuser im Umland. Die Stadt kämpft bis heute gegen die Schrumpfung und sucht nach einer neuen Vision für die Zukunft.

Gemeinsam mit der Fotografin Jennifer Endom begibt sich Friedrich Liechtenstein im Podcast auf Spurensuche in der ersten Modellstadt der DDR. Es geht um die Geschichte des Sozialismus, die Zeit nach der Wiedervereinigung und darum, wie über diese Vergangenheit eigentlich gesprochen werden kann. Eine Bauleiterin, Bürgermeister, langjährige und neue Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt kommen zu Wort. Endom und Liechtenstein stellen sich aber auch die großen, existenziellen Fragen: Wie wollen wir leben? Welche Rolle spielt Ideologie? Welchen Stellenwert hat Arbeit? Und was passiert, wenn Träume platzen?

Den Soundtrack zum Podcast liefert Friedrich Liechtenstein selbst – mit bekannten und noch unbekannten Songs aus seinem neuen Album.

Entstanden ist der Doku-Podcast auf Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Museum Utopie und Alltag, das die Ausstellung „Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt“ in Eisenhüttenstadt zeigte.
Der rbb-Journalist und mehrfach ausgezeichnete, freie Autor Johannes Nichelmann verantwortet Buch und Regie des Podcasts.

Der Podcast ist eine Produktion von Studio Jot, gefördert von Kultur.Gemeinschaften, im Auftrag des Museum Utopie und Alltag und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.

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