Von 1979 bis 1991 waren etwa 20.000 „Vertragsarbeiter“ aus Mosambik in der DDR beschäftigt. Ihr auf vier Jahre befristeter Aufenthalt sollte es ihnen ermöglichen, eine Ausbildung zu absolvieren und Berufserfahrung zu sammeln, damit sie nach ihrer Rückkehr zum Aufbau eines unabhängigen sozialistischen Mosambiks beitragen konnten.

Die Realität sah anders aus. Die „Madgermanes“, wie sie in Mosambik genannt werden – eine Wortschöpfung aus „Verrückte Deutsche“ und „Made in Germany“ – kehrten in ein vom Bürgerkrieg völlig zerstörtes Land zurück. Für ihre Berufsausbildung gab es keine Verwendung, und der von der Regierung treuhänderisch einbehaltene Lohn wurde nie ausgezahlt.

Birgit Weyhe rekonstruiert im Medium der Graphic Novel dieses wenig bekannte Kapitel deutsch-mosambikanischer Geschichte, indem sie die Betroffenen selbst zu Wort kommen lässt. Sie reiste nach Mosambik uns sprach mit den Zeitzeugen, sammelte dort Spuren und Dokumente ihrer Geschichte. Es entstand ein Comic, der in seiner Bild- und Erzählsprache die Grenzen zwischen afrikanischer und europäischer Kultur überschreitet.

Am 13. und 14. Juni ist die Autorin auf Einladung der Plattform Kulturelle Bildung des Landes Brandenburg, der Gesamtschule 3 Eisenhüttenstadt und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR zu Gast in Eisenhüttenstadt, um eine Veranstaltungsreihe für Lehrer, Schüler und die interessierte Öffentlichkeit durchzuführen.

Das Buch von Birgit Weyhe erhielt den Max & Moritz Preis 2016 für das „beste deutschsprachige Comic“ sowie weitere Preise.

Birgit Weyhe wurde 1969 in München geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in Ostafrika und studierte Literatur und Geschichte in Konstanz und Hamburg sowie Illustration. Seit ihrem Diplom zu autobiographischem Erzählen im Comic arbeitet sie als Comic-Zeichnerin. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt und international veröffentlicht. Seit 2012 unterrichtet sie als Gastdozentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

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