Politik als Rahmenbedingung der DDR-Gesellschaft wird auf den Grundlagen der Politisierung des alltäglichen Lebens durch Massenorganisationen, des Kalten Krieges und der staatlichen Symbolik zum Thema gemacht.

Eng verbunden damit ist die besondere Aufmerksamkeit der DDR für Erziehung und Bildung, die die Bevölkerung konsequent von der Krippe bis zum Erwachsenenalter beruflich wie sozial auf die Anforderungen des Staates und der Gesellschaft vorbereiten sollte. Ein eigener Raum weist eigens auf die ehemalige Nutzung des Museumsgebäudes als Kinderkrippe hin.

In der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz spielte der Vergleich der Lebensverhältnisse eine besondere Rolle. Hierauf wird am Beispiel der Sozialpolitik verwiesen, die staatlicherseits durch Preissubventionen, Wohnungsbau und Frauen- bzw. Familienförderung, aber auch durch eine unterschiedliche Organisation der Sozialversicherung charakterisiert war.

Die Besonderheiten der Wirtschaftsentwicklung in der DDR werden am Beispiel der vier großen Kombinate des Oderraums – Schwedt, Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben – gezeigt. Typischen Produktgruppen der DDR-Industrie – Chemie, Mikroelektronik und „Konsumgüterproduktion“ – ist ein eigener Raum gewidmet.

Die konkreten Lebensverhältnisse werden unter anderem durch Einkommen und die Möglichkeiten des Konsums beurteilt. Ost- und Westgeld, Preissubventionen, Warenknappheit, „Bückware“, aber auch Anreize zu vermehrter Arbeit durch Auszeichnungen sind Themen dieses Bereichs alltäglichen Lebens. Ein „Dorfkonsum“ zeigt die Vielfalt der täglichen Warenwelt.

Die DDR durchlief in den vierzig Jahren ihres Bestehens eine Entwicklung, die den Vergleich der Generation, mit anderen Ländern und Gesellschaften provoziert. In der Ausstellung werden prägende Ereignisse, die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973 in Berlin, Fotografien der „Aufbaugeneration“ und der Jugend in den 80er Jahren, sowie eine „Chronologie des Alltags“ durch vierzig Jahres-Objekte gezeigt. Filme und Tondokumente ergänzen die Objekte aus 40 Jahren ostdeutscher Geschichte.

Die Ausstellung beruhte auf dem Prinzip des Kommunikationsanlasses und begleitete die Besucher aus Ost- und Westdeutschland als Grundlage für gegenseitiges Kennenlernen und gemeinsame Gespräche.

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