Plakate aus der DDR zu präsentieren, erscheint deshalb zunächst irritierend, sollte doch gerade hier das Konkurrenzsystem und die Kommerzialisierung der Gesellschaft überwunden werden. Plakate sollten jetzt vor allem aufklärend wirken – und in der Tat ging das traditionelle Werbeplakat in seiner Bedeutung schnell zurück. Dafür rückten andere Formen in den Vordergrund: das politische Plakat zu propagandistischen Zwecken, das Wirtschaftsplakat im Sinne der Produktionspropaganda, Veranstaltungsplakate gewannen durch ihre künstlerische Qualität, vor allem ab den späten fünfziger Jahren, eine zunehmende Bedeutung. Das Plakat fand öffentliche Aufmerksamkeit durch die seit 1965 jährlich stattfindenden Wettbewerbe „Beste Plakate“. Museen legten Plakatsammlungen auch zur DDR-Entwicklung an. Der Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel verlegte Bildmappen mit Plakaten und Mitte der siebziger Jahre begann für Jugendliche als Zielgruppe die Produktion von Postern, vor allem in Form der Reproduktion von Kunstwerken, Landschafts- und Städtemotiven, historischen Fahrzeugen, Musikgruppen, aber auch politischen Motiven.

Das Plakat als Medium der öffentlichen Kommunikation in der DDR bleibt schwer zu beurteilen. Entstanden einerseits hervorragende Plakate als künstlerische Leistung, so fehlte die für das Plakat notwendige Konkurrenz der Aussagen und Aufforderungen.

Stand das Plakat tatsächlich „Im Blick der Massen“? Die Ausstellung gab mit rund 70 Plakaten einen Überblick über die Entwicklung in den einzelnen Jahrzehnten des Plakatschaffens in der DDR, ergänzt durch das politische Plakat und das Konsumplakat. Ein eigener Raum ist den Verwendungszwecken gewidmet, der auf das Plakat als Kommunikationsmedium hinweist und sie in ihrem Umfeld zeigt.

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