1989 war das Jahr in dem zwei Kulturen zusammenstießen: Der Alltag Ost und der Alltag West, in den unterschiedlichen Materialien und Formen, die die jeweiligen Leben prägten. Wer heute zurückblickt, sieht gerade bei den alltäglichen Gegenständen Überschneidungen, deren Design-Verwandtschaft unübersehbar ist: Rasierer, Küchenmixer, Schreibmaschinen. Während heute in der öffentlichen Wahrnehmung die Produkte der westlichen Welt über die über die östlichen dominieren, blieb dem Osten vor allem die Erinnerung an eine vergangene Objektwelt. Nach der Wende begann das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt, heute Museum für Utopie und Alltag, unter der Beteiligung der Bürger*innen Gegenstände aus der DDR zu sammeln. Das Künstlerkollektiv U5 hat auf Einladung der Kuratorinnen Helene Romakin und Lea Schleiffenbaum einen Blick in diesen umfangreichen Bestand unternommen. Die Annäherung an diese Objektwelt erfolgt bei ihnen über die Gestalt der Gegenstände, nicht über ihre funktionalen Eigenschaften oder zeithistorischen Bezüge. Wie spricht das Objekt diejenigen an, die es betrachten oder benutzen? Welche Bedeutungen trägt es?

Die Ausstellung wird durch die Landeshauptstadt Potsdam gefördert und vom Museum für Utopie und Alltag, Beeskow und Eisenhüttenstadt, sowie ProHelvetia unterstützt. Wir danken ebenfalls herzlich Gabriele Fritzsche von Casino Parfüm Saxonia.

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