2021
Nach einem mehrjährigen Prozess der Neukonzeption schließen sich das Kunstarchiv und das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR unter dem Dach „Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst in der DDR“ zusammen.

2020
Im Landtag Brandenburg präsentieren das Kunstarchiv und das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR für ein Jahr ihre Bestände unter dem Titel „Arbeit, Arbeit, Arbeit. Serien zur sozialistischen Produktion“.
Mit dem partizipativen Ausstellungsduo „Alle in die Kunst“ veranstaltet das Kunstarchiv die letzte Präsentation auf der Burg Beeskow, deren Räume zukünftig museal genutzt werden.

2019
Das Verwaltungsabkommen der Länder Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mit dem Landkreis Oder-Spree (LOS) aus dem Jahr 2001 wird aufgehoben. Zukünftig regelt jedes Land selbst den Verbleib seines Teilbestandes mit dem LOS. Das Land Brandenburg fördert das Kunstarchiv Beeskow in größerem Umfang.
Die Inventur des Kunstbestandes wird abgeschlossen.
Dank des Förderprogrammes „Invest Ost“ kann das Kunstarchiv neue, gut ausgestattete Depoträume hinter der Burg Beeskow beziehen. Zum Team des Kunstarchivs gehören nun Birgit Karau (Bibliothek), Sabrina Kotzian (Organisation), Rostyslav Voronko (Depot) und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Angelika Weißbach.
Während einer Zusammenarbeit mit der HU Berlin erarbeiten Studierende mit Plastiken aus dem Kunstarchiv die Ausstellung „über sehen“, die an mehreren Orten sichtbar gemacht wird.

2017/2018
Florentine Nadolni wird 2017 neue Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt. Hier, in Cottbus und Frankfurt (Oder) werden unter dem Titel „Schlaglichter“ parallel Werke aus dem Museum Junge Kunst, dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk und dem Kunstarchiv ausgestellt.
Auf der Burg Beeskow finden mit „Bildhauerinnen“ und „Negativbilder. Grafik von Dieter Tucholke“ zwei Bestandsausstellungen des Kunstarchivs statt.
Im Schloss Biesdorf werden aus dem Bestand des Kunstarchivs einzelne Grafikmappen präsentiert.

2014-2016
Hildtrud Ebert, Jutta Penndorf und Matthias Flügge erstellen im Auftrag der drei Länder ein Gutachten zum Bestand des Kunstarchivs. Auf ihre Empfehlung wird beschlossen, eine Inventur durchführen zu lassen. Diese Aufgabe übernimmt, mit besonderer Berücksichtigung der Druckgrafik, im November 2015 Angelika Weißbach.
Monika Kunth, Leiterin des Amtes für Bildung, Kultur und Sport im LOS, übernimmt die Leitung des Kunstarchivs, nachdem Ilona Weser im April 2016 in den Ruhestand geht.
Im September 2016 eröffnet das Schloss Biesdorf / ZKR mit der Ausstellung „Auftrag Landschaft“, einer Kooperation mit dem Kunstarchiv.

2010-2013
Das Architekturbüro Max Dudler legt Entwürfe für einen Neubau des Kunstarchivs auf dem Gelände der Burg Beeskow vor, dessen Realisierung an der fehlenden Finanzierung scheitert.
Es finden zahlreiche Kooperationsprojekte statt: die Ausstellung „Krag Arsenalu 1955“ mit dem Museum Lubuskie Gorzow, eine Sommerschule mit der Universität Lüneburg, das Symposium „Vom Bilderstreit zum Bild“ mit der HU Berlin, die Ausstellung „RoleModels!“ mit der Kunststiftung Poll, die Sommerschule „Modernität, Sozialismus und Kunst“ mit der Universität Utrecht.
Herbert Schirmer kehrt als Kurator nach Beeskow zurück und organisiert die Ausstellungen „Schichtwechsel“ und „Seitenwechsel“, die auch in Krefeld und im belgischen Eupen gezeigt werden.

2008/2009
Ilona Weser, Dezernentin für Bildung, Gesundheit und Soziales im LOS, erklärt sich bereit, nach dem Wechsel von de Bruyn an das Kleist-Museum Frankfurt (Oder), das Kunstarchiv mit zu übernehmen.
2009 wird das Kunstarchiv Partner des Verbundprojektes „BILDATLAS. Kunst in der DDR“. Partner sind die Technische Universität Dresden, das Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Kunstarchiv vergrößert sich die Zahl der Mitarbeiterinnen: Zu Kristina Geisler, Sylvana Kaiser und Petra Müller kommen Claudia Jansen, Marlene Heidel und Gabriele Möller dazu.
Simone Tippach-Schneider erstellt ein Nutzungskonzept für die Präsentation des Beeskower Bestandes in einer „Galerie Bilderstreit“ im Schloss Biesdorf in Berlin.

2002-2007
Marina Aurich, Leiterin des Kreisarchivs LOS, ist von 2002 bis 2005 für das Kunstarchiv verantwortlich und unterstützt die Umstellung der bisherigen Datenbank in ein neues System (AUGIAS).
Simone Tippach-Schneider kuratiert ab 2004 mehrere Wander-Ausstellungen mit dem Bestand des Kunstarchivs. 2007 zeigt sie in „Lebens-Mittel-Kunst“ Werke aus dem Kunstarchiv und aus der Sammlung der Sozialen Künstlerförderung Berlins.

2000/2001
Im Oktober eröffnet auf der Burg Beeskow die Ausstellung „Zwischen Schwarz und Weiß“. Kurator Otto Kummert gibt damit erstmals einen umfassenden Einblick in den Beeskower Bestand der Druckgrafik.
Im Juli 2001 schließt der LOS mit den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein neues Verwaltungsabkommen ab. Es wird ein Kuratorium einberufen und ein neuer Name gefunden: Kunstarchiv Beeskow – Archivierte Sammlung von Kunst aus der DDR (Kunstarchiv).

1999
Als Kulturamtsleiter des LOS übernimmt Wolfgang de Bruyn die Leitung des Sammlungs- und Dokumentationszentrums.
In der berüchtigten Ausstellung „Offiziell/Inoffiziell – Die Kunst der DDR“ in Weimar werden zahlreiche Werke aus dem Beeskower Bestand gezeigt. Die Auswahl war direkt vor Ort durch Kurator Achim Preiß und Studierende aus Weimar erfolgt. Die Schau entwickelt sich zum negativen Höhepunkt des sogenannten Bilderstreites.

1998
Alle bisherigen Strukturen lösen sich auf: Der LOS kündigt die Vereinbarungen mit der Interessengemeinschaft – und damit auch den drei Mitarbeiter*innen – sowie mit den drei Ländern. Herbert Schirmer verlässt die Burg Beeskow.
Für einige Monate wird Jochen Spielmann Leiter des Sammlungs- und Dokumentationszentrums und verantwortet die Ausstellung „Rahmenwechsel“ auf der Burg Beeskow, die als bewusste Diffamierung des Bestandes verstanden wird.

1996/1997
Die Kunstwerke werden in einem umgerüsteten Getreidespeicher in unmittelbarer Nachbarschaft der Burg Beeskow untergebracht und in einer Datenbank erfasst. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Nicoletta Freitag und der Depotverwalter Hans-Jürgen Scharpak betreuen den Bestand. Dieser erweitert sich, da auch der Magistrat von Berlin einen Großteil seiner in der DDR in Auftrag gegebenen Kunst nach Beeskow gibt. Eine Bibliothek wird eingerichtet, die Brigitte Weniger aufbaut.
Weitere Ausstellungen wie „Querformat II“ und „Die Schönheit der Macht“ sowie das internationale Symposium „Die Depots der Kunst“ finden auf der Burg Beeskow statt.

1995
Zu Beginn des Jahres eröffnen im DHM und auf der Burg Beeskow parallel zwei Ausstellungen mit den zusammengetragenen Beständen: „Auftrag Kunst“ und „Querformat“. Das Publikums- und das Medieninteresse sind sehr groß.
Im September stimmt der LOS der Gründung des „Sammlungs- und Dokumentationszentrums Kunst der DDR“ auf der Burg Beeskow zu. Mit den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern schließt er eine Verwaltungsvereinbarung ab, die Eigentums- und Versicherungsfragen regelt. Die Interessengemeinschaft „neue bildende kunst“ mit Michael Freitag und Matthias Flügge wird vertraglich verpflichtet, das Zentrum zu betreiben, dessen Leitung Burgdirektor Herbert Schirmer übernimmt.

1994
Im Dezember 1994 werden weitere Kunstwerke nach Beeskow gebracht. Es handelt sich um Werke, die in der DDR im Auftrag der Parteien und Massenorganisationen entstanden sind. Sie wurden auf Anordnung der Treuhandanstalt unter der Regie von Monika Flacke, Sammlungsleiterin im Deutschen Historischen Museum (DHM), eingesammelt und dokumentiert. Nach einem gemeinsamen Beschluss der neuen Bundesländer werden sie nun nach dem Fundortprinzip zurückgegeben. Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wählen die Burg Beeskow als Depotstandort.

1993
Im Sommer 1993 kommen die ersten Kunsttransporte auf der Burg Beeskow an. Es sind Gemälde, Plastiken und Grafiken, die in der DDR vom Kulturfonds finanziert wurden. Die Burg Beeskow wird seit 1992 zum ost-brandenburgischen Kulturzentrum mit Konzertsaal, Ausstellungs- und Atelierräumen ausgebaut. Burgdirektor ist Herbert Schirmer. In seiner Funktion als letzter Kulturminister der DDR hatte er sich 1990 zusammen Wolfgang Patig, dem letzten Direktor des Kulturfonds, für die Bewahrung jenes Kunstbestandes eingesetzt.

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