Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, die Astrid-Lindgren-Grundschule und die Pestalozzi-Schule laden anlässlich des diesjährigen 70. Gründungsjubiläums von Eisenhüttenstadt sowie des 75. Jahrestages der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus zu einer Führung zu den Ursprüngen der Planstadt ein: zum Wohnkomplex I mit der ersten Schule und dem ersten Kindergarten der Stadt sowie zum Platz des Gedenkens, ursprünglich Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, mit dem Ehrenmal für die über 4000 dort begrabenen sowjetischen Kriegsgefangenen.

In der Umgebung der noch schlicht gestalteten Häuser des ersten Wohnkomplexes entstand die Schule I als langgestreckte Randbebauung des Platzes der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft. Vor dem außermittig angeordneten natursteinverkleideten Eingangsportal verkündete am 7. Mai 1953 Walter Ulbricht den Namen der im Aufbau befindlichen Stadt: „Stalinstadt“. So hieß die junge Arbeiterstadt bis zu ihrer Umbenennung im November 1961.

In der Schule I werden großformatige Wandbilder sowie Lehrkabinette mit historischen Ausstattungselementen besichtigt. Anschließend geht es weiter in den aufwendig gestalteten Hof des benachbarten Kindergartens I.

Eine weitere Station ist der Platz des Gedenkens, ebenfalls in den ersten Jahren der Stadt angelegt. Anfänglich als zentraler Platz konzipiert, wurde er zu einem Platzraum mit vielfältigen Funktionen: einziger repräsentativer Versammlungsplatz der Stadt, Ort von Feiern aller Art (bis hin zu Weihnachtsmärkten und „Hüttenfesten“), Naherholungsfläche für die Bewohner der angrenzenden Häuser sowie Spiel- und Sportareal für Kinder. Allen voran aber bot er einen monumentalen Rahmen für Gedenkfeiern und politische Manifestationen. Geprägt ist er von einer streng gegliederten Befestigung aus farbigen Betonplatten und dem 18 m hohen Granit-Obelisken des sowjetischen Ehrenmals.

Seitlich des Obelisken sind die 1941 bis 1945 in einem großen Lager am oder-Spree-Kanal (Stalag III B) umgekommene sowjetische Kriegsgefangene begraben. Die deutsche Wehrmacht ließ sie dort an Hunger und unbehandelten Krankheiten sterben. Ihre Namen wurden am Monument bislang nicht angegeben. Mit einem Gespräch über den Stellenwert des Platzes in der lokalen Erinnerungskultur wird der Rundgang ausklingen.

Hinweis: Bitte bringen Sie eine Mund-Nase-Maske mit, der Rundgang findet phasenweise mit Maske statt. Aufgrund der geltenden Abstandsregeln ist die Teilnehmerzahl limitiert; eine Anmeldung ist erforderlich.

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