#: locale=de ## Tour ### Beschreibung ### Titel tour.name = Ausstellung-Drushba ## Media ### Titel album_48DC210E_591A_4F59_41AA_A87BA6683EDE.label = Fotoalbum Drushba-Orientierungsbilder (1) album_48DC210E_591A_4F59_41AA_A87BA6683EDE_0.label = Drushba-Orientierungsbilder (1) panorama_8D37EAED_9D34_6C5F_41D5_B9EA2212EA48.label = Drushba-Leistung-Tempo panorama_8FD49287_9D34_7CCB_41CC_096F18E75292.label = Drushba-Außen panorama_900FA130_9D35_FDC5_41C0_F570EEB518C0.label = Drushba-Filmraum panorama_90478582_9D34_E4C5_41DE_49147EFAEBAA.label = Drushba-Wand-vorn panorama_90BB0836_9D33_ABCD_41DD_F1F395153209.label = Drushba-Wand-vor2 panorama_90C50196_9D3C_FCCC_41E3_1FD6865FA3DB.label = Drushba-Wand-hintenBild panorama_90E794A7_9D3C_64CB_41D2_4BD63EAE296F.label = Drushba-Wand-mitte3 panorama_921526FD_9D33_A43F_41E3_56620A9D2D8A.label = Drushba-hinten-mitte panorama_92478E88_9D34_A4C5_41C3_E5630B3C22BA.label = Drushba-Fenster4 panorama_92484EE1_9D34_E447_41D8_9F0F65C54176.label = Drushba-Fenster3 panorama_9266A223_9D34_7FCB_41D5_73857199AF81.label = Drushba-Fenster2 panorama_926D4D69_9D35_A447_41C5_714112671B77.label = Drushba-Fenster1 panorama_92CDE8EE_9D35_AC5D_41D9_79D4F945F331.label = Drushba-Fenster-vornBildLeitung panorama_92D2FC9A_9D34_A4C4_41BF_AC8148CFC35C.label = Drushba-Fenster-vorn panorama_92D6DCE6_9D35_A44D_41A5_8001A37B5D26.label = Drushba-Fenster-BildBegegnungen panorama_92E91C62_9D37_A445_41B6_696CB0983A39.label = Drushba-Fenster5 panorama_9363D7E4_9D34_644D_41C0_2BDE01329DC3.label = Drushba-Eingang panorama_93C606DE_9D33_A47D_41D3_53B6C675C3A7.label = Drushba-Kiste2 panorama_93CA7AC7_9D3D_EC4B_41D0_4CA0E734E432.label = Drushba-Wand-vorKiste panorama_93CDEB5A_9D3C_EC45_41BA_3AB642FEE8E5.label = Drushba-Kiste-1 panorama_93D8C8CC_9D3C_6C5D_41D7_168367186324.label = Drushba-Kiste panorama_ADDB9091_A217_9BDF_41DD_91119BF78995.label = Drushba-Wand-mitte panorama_B1ADC6CC_A232_8745_41DD_C559DEB3B54B.label = Drushba-Wand-mitte2 photo_48BE4958_590A_7FF8_41AD_14CA20B0FDCF.label = Drushba-Erklärung video_4E0B7B7B_5CF2_B928_41D0_043662915667.label = LiebertüberArbeitanTrasse video_532BB79E_5CB2_49EB_41AD_A4E48D1EE6AB.label = Kotzian-WarumAusstellung video_B8274B6C_A9A3_6565_41E1_81C33CC18FBD.label = HerrmannmehrmalsanderTrasse video_B9841E9A_A9A3_7FAD_41DC_B747685BE0D0.label = Herrmannüberdas warum ## Popup ### Body htmlText_4109505B_5070_A85F_41D1_4DEF0ED01FDE.html =
Leistung und Tempo
Die Arbeit an der Trasse war geprägt von technischen Herausforderungen, von der Bewältigung großer Dimensionen sowie von extremen Witterungsbedingungen. Für die Arbeiter, und die wenigen Arbeiterinnen, auf den Baustellen der Trasse bedeutete es Arbeit in 12-Stunden-Schichten an sechs Tagen in der Woche. Ein Einsatz dauerte 12 bis 16 Wochen, manchmal ein halbes Jahr. Der Heimaturlaub war geknüpft an die Einhaltung der Zielvorgaben. Planerfüllung und Leistungsdruck waren allgegenwertig und wurden durch Auszeichnungsriten vor Ort, aber auch durch die stetige Abfrage von Erfolgsberichten für die heimischen Medien forciert.
Wolfgang Liebert thematisiert diese schonungslos fortlaufenden Arbeitszyklus in seinem Bild „Schichtwechsel“. Wir sehen hier, wie die Schweißer der Nachtschicht abgelöst werden von den Kollegen der Tagschicht. In den Fotografien von Armin Herrmann oder in den Grafiken von Rolf Pöttrich erscheint der Arbeiter oft bedrängt von dem System aus Maschinen und Rohren.
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Umgeworfene Landschaften
Der DDR-Abschnitt der Drushba-Trasse, die von 1974 bis 1978 mit insgesamt 2750 km Länge durch die damalige Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik gelegt wurde, ging von Krementschuk am Dnepr bis nach Bar in der Westukraine. Die späteren Bauabschnitte der Erdgastrasse waren unter anderem weitere Stationen auf ukrainischem Gebiet sowie auf Gebieten der Sowjetunion im Ural, aber auch südlich von Moskau bei Perm.
Diese Regionen sind zum Teil mehrere tausend Kilometer entfernt von einander und doch gleichen sich die Landschaften wie auch deren bildliche Reproduktion. Weitläufig und abgelegen von größeren Städten waren sie vor Errichtung der Trasse landwirtschaftlich geprägt. Dieses Davor ist nur noch als Spur zu erkennen: das einsame Dorf in dem in Erdtönen gehaltene Aquarell von Ursula Strozynski oder, sinnbildlich, die schmale Hängebrücke, welche sich durch das Gemälde von Eva-Maria Viebeg zieht.
Der Bau der Trasse war ein tiefer Eingriff in jene Regionen: Brachiale Schneisen durch hochstehende Wälder, von schweren Maschinen zerfahrene Böden, massive Gräben bis zum Horizont. Diese umgeworfenen Landschaften, deren Dimensionen in einem Unverhältnis zum Menschen stehen, bieten dystopische und gleichsam sublime Szenerien, die verschiedentlich von den Künstler*innen aufgegriffen wurden.
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Die erste Drushba-Leitung
Die russische Erdölwirtschaft war seit der Oktoberrevolution 1917 verstaatlicht und bis in die 1970er Jahre nicht an den internationalen Erdölhandel geknüpft. Sie gestaltete ihre Preise unabhängig. Als Mitglied des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfen (RGW) war die DDR an das sowjetische Erdöl gebunden und folglich am Bau der 5000 km langen Trasse (1959 – 64) beteiligt.1960 wurde der Grundstein für das Erdölwerk in Schwedt (Oder) gelegt, welches seit 1964 der wichtigste Kraftstofflieferant der DDR war. Noch heute versorgt Schwedt den Großraum Berlin-Brandenburg zu 90 % mit Kraftstoffen.
Der Bau der Pipeline wurde nicht bemerkenswert von kulturpolitischer Arbeit begleitet. Für den Volkseigenen Betrieb (VEB) Petrolchemisches Kombinat Schwedt (PCK) aber war der Einbezug der bildenden Kunst festgelegt. Die meisten Auftragsarbeiten setzte der Künstler Franz Nolde um, der 1963 aus Dresden nach Schwedt kam, um dort künstlerischer Leiter des Kombinates zu werden. Trotz einer nationalen Ausschreibung und der direkten Ansprache, fanden sich überregional kaum weitere Künstler*innen, die Interesse an einer Beteiligung hatten. Die Sammlung des PCK verzeichnete 1989 600 Objekte der Malerei, Grafik und Plastik zumeist regionaler Herkunft.
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Leistung und Tempo
Die Arbeit an der Trasse war geprägt von technischen Herausforderungen, von der Bewältigung großer Dimensionen sowie von extremen Witterungsbedingungen. Für die Arbeiter, und die wenigen Arbeiterinnen, auf den Baustellen der Trasse bedeutete es Arbeit in 12-Stunden-Schichten an sechs Tagen in der Woche. Ein Einsatz dauerte 12 bis 16 Wochen, manchmal ein halbes Jahr. Der Heimaturlaub war geknüpft an die Einhaltung der Zielvorgaben. Planerfüllung und Leistungsdruck waren allgegenwertig und wurden durch Auszeichnungsriten vor Ort, aber auch durch die stetige Abfrage von Erfolgsberichten für die heimischen Medien forciert.
Wolfgang Liebert thematisiert diese schonungslos fortlaufenden Arbeitszyklus in seinem Bild „Schichtwechsel“. Wir sehen hier, wie die Schweißer der Nachtschicht abgelöst werden von den Kollegen der Tagschicht. In den Fotografien von Armin Herrmann oder in den Grafiken von Rolf Pöttrich erscheint der Arbeiter oft bedrängt von dem System aus Maschinen und Rohren.
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Die erste Drushba-Leitung
Die russische Erdölwirtschaft war seit der Oktoberrevolution 1917 verstaatlicht und bis in die 1970er Jahre nicht an den internationalen Erdölhandel geknüpft. Sie gestaltete ihre Preise unabhängig. Als Mitglied des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfen (RGW) war die DDR an das sowjetische Erdöl gebunden und folglich am Bau der 5000 km langen Trasse (1959 – 64) beteiligt.1960 wurde der Grundstein für das Erdölwerk in Schwedt (Oder) gelegt, welches seit 1964 der wichtigste Kraftstofflieferant der DDR war. Noch heute versorgt Schwedt den Großraum Berlin-Brandenburg zu 90 % mit Kraftstoffen.
Der Bau der Pipeline wurde nicht bemerkenswert von kulturpolitischer Arbeit begleitet. Für den Volkseigenen Betrieb (VEB) Petrolchemisches Kombinat Schwedt (PCK) aber war der Einbezug der bildenden Kunst festgelegt. Die meisten Auftragsarbeiten setzte der Künstler Franz Nolde um, der 1963 aus Dresden nach Schwedt kam, um dort künstlerischer Leiter des Kombinates zu werden. Trotz einer nationalen Ausschreibung und der direkten Ansprache, fanden sich überregional kaum weitere Künstler*innen, die Interesse an einer Beteiligung hatten. Die Sammlung des PCK verzeichnete 1989 600 Objekte der Malerei, Grafik und Plastik zumeist regionaler Herkunft.
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Die erste Drushba-Leitung
Die russische Erdölwirtschaft war seit der Oktoberrevolution 1917 verstaatlicht und bis in die 1970er Jahre nicht an den internationalen Erdölhandel geknüpft. Sie gestaltete ihre Preise unabhängig. Als Mitglied des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfen (RGW) war die DDR an das sowjetische Erdöl gebunden und folglich am Bau der 5000 km langen Trasse (1959 – 64) beteiligt.1960 wurde der Grundstein für das Erdölwerk in Schwedt (Oder) gelegt, welches seit 1964 der wichtigste Kraftstofflieferant der DDR war. Noch heute versorgt Schwedt den Großraum Berlin-Brandenburg zu 90 % mit Kraftstoffen.
Der Bau der Pipeline wurde nicht bemerkenswert von kulturpolitischer Arbeit begleitet. Für den Volkseigenen Betrieb (VEB) Petrolchemisches Kombinat Schwedt (PCK) aber war der Einbezug der bildenden Kunst festgelegt. Die meisten Auftragsarbeiten setzte der Künstler Franz Nolde um, der 1963 aus Dresden nach Schwedt kam, um dort künstlerischer Leiter des Kombinates zu werden. Trotz einer nationalen Ausschreibung und der direkten Ansprache, fanden sich überregional kaum weitere Künstler*innen, die Interesse an einer Beteiligung hatten. Die Sammlung des PCK verzeichnete 1989 600 Objekte der Malerei, Grafik und Plastik zumeist regionaler Herkunft.
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Eine Ausstellung in der Kiste
Die Wanderausstellung „Erlebnis Trasse“ wurde von dem Cottbuser Kurator Ulrich Wallenburg in den frühen 1980er Jahren zusammengestellt. Er hat Abzüge von sieben Fotograf*innen und Zeichnungen von vier Grafiker*innen dafür ausgewählt. Das Ausstellungssystem bestand aus Folienhüllen, die auf Drahtseile gezogen, nahezu in jedem Raum aufgehangen werden konnten. Für die kompakte Aufbewahrung der Präsentation wurde von der Tischlerei des Cottbuser Theaters eine Spezial-Kiste angefertigt.
Mit dieser Kiste reiste der Kurator 1984 für zwei Wochen an die Trasse und präsentierte die Ausstellung u.a. in Perwomaiski. Danach wurde die Wanderausstellung zunächst in Cottbus gelagert und kam später zum Zentralrat der FDJ. Sie wurde viele Jahre nicht geöffnet. Es ist anzunehmen, dass die enthaltenen Werke seit 1984 nun erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden.
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Leistung und Tempo
Die Arbeit an der Trasse war geprägt von technischen Herausforderungen, von der Bewältigung großer Dimensionen sowie von extremen Witterungsbedingungen. Für die Arbeiter, und die wenigen Arbeiterinnen, auf den Baustellen der Trasse bedeutete es Arbeit in 12-Stunden-Schichten an sechs Tagen in der Woche. Ein Einsatz dauerte 12 bis 16 Wochen, manchmal ein halbes Jahr. Der Heimaturlaub war geknüpft an die Einhaltung der Zielvorgaben. Planerfüllung und Leistungsdruck waren allgegenwertig und wurden durch Auszeichnungsriten vor Ort, aber auch durch die stetige Abfrage von Erfolgsberichten für die heimischen Medien forciert.
Wolfgang Liebert thematisiert diese schonungslos fortlaufenden Arbeitszyklus in seinem Bild „Schichtwechsel“. Wir sehen hier, wie die Schweißer der Nachtschicht abgelöst werden von den Kollegen der Tagschicht. In den Fotografien von Armin Herrmann oder in den Grafiken von Rolf Pöttrich erscheint der Arbeiter oft bedrängt von dem System aus Maschinen und Rohren.
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Eine Ausstellung in der Kiste
Die Wanderausstellung „Erlebnis Trasse“ wurde von dem Cottbuser Kurator Ulrich Wallenburg in den frühen 1980er Jahren zusammengestellt. Er hat Abzüge von sieben Fotograf*innen und Zeichnungen von vier Grafiker*innen dafür ausgewählt. Das Ausstellungssystem bestand aus Folienhüllen, die auf Drahtseile gezogen, nahezu in jedem Raum aufgehangen werden konnten. Für die kompakte Aufbewahrung der Präsentation wurde von der Tischlerei des Cottbuser Theaters eine Spezial-Kiste angefertigt.
Mit dieser Kiste reiste der Kurator 1984 für zwei Wochen an die Trasse und präsentierte die Ausstellung u.a. in Perwomaiski. Danach wurde die Wanderausstellung zunächst in Cottbus gelagert und kam später zum Zentralrat der FDJ. Sie wurde viele Jahre nicht geöffnet. Es ist anzunehmen, dass die enthaltenen Werke seit 1984 nun erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden.
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