Darüber hinaus werden neue Denkmäler errichtet, was nicht nur von staatlichen Institutionen initiiert wird, und sich nicht auf den postsowjetischen Raum beschränkt. Während sich die offizielle Gedenkkultur kontinuierlich auf ein Helden- und Siegerepos konzentriert, wird bei den Initiativen, die von unten organisiert werden, auch an andere Gruppen erinnert. Außer direkt nach Kriegsende und lokal an den Orten der Verbrechen werden die sowjetischen Kriegsgefangenen in der Gedenkkultur ihrer Heimaten kaum gewürdigt. Ihre Geschichte wird jetzt erst von den Familien recherchiert und erscheint in Publikationen entsprechender Initiativen.

Zur Person:

Cordula Gdaniec ist Geografin und Stadtanthropologin. Zum Thema Erinnerungskulturen in Russland hat sie am Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst und am Einstein Forum Potsdam gearbeitet – u.a. als Kuratorin der Ausstellung „Der 9. Mai. Formen des Gedenkens an das Kriegsende 1945.“ Darüber hinaus ist Sie Mitherausgeberin des Sammelbandes „Kriegsgedenken als Event. Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa“.

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