Zur Jahrhundertwende 1900 dagegen konkurrierten Fortschrittserwartungen mit dem Lebensgefühl des fin de siècle und es bestand ein deutliches Bewusstsein einer Zeitenwende. Utopie und Zukunftserwartung erweisen sich damit als zeitbezogen und wandelbar.

Das Dokumentationszentrum Alltagskultur stellte in seiner Ausstellung den „Traum nach vorwärts“ – eine Umschreibung des Begriffs Utopie von Ernst Bloch – Utopien und Zukunftsvorstellungen in der DDR in historische, gesellschaftliche und soziale Kontexte.

Utopie als eine Form der Kritik an bestehenden Verhältnissen, deren Veränderung zwar undurchführbar erscheint, aber als Gedanke wirkungsmächtig ist, Zukunftsvorstellungen dagegen als konkret benennbare und auch potentiell erreichbare Ziele, die mit Erwartungen an die Machbarkeit besserer Zustände verknüpft ist, waren zwei Seiten des Themas.

Die Ausstellung zeigte fünf Biographien aus der DDR, die in unterschiedlicher Weise utopische Komponenten aufwiesen: den Sänger Gerhard Gundermann, die Eisbärdompteuse Ursula Böttcher, den Hobbyfilmer Ernst Süß, die Schriftstellerin Brigitte Reimann und den Funktionär Frank Donszinsky.

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