Dr. Sylke Wunderlich zählt seit vielen Jahren zu den besten Kenner*innen der Geschichte der Gebrauchsgrafik in der DDR. Als eine der Kurator*innen der Ausstellung gibt sie Einblick in ihr Themenfeld. Anhand zahlreicher Beispiele führt sie anschaulich vor Augen, welch umstrittenes und dennoch lebhaftes Fortleben die Traditionen des Bauhauses auf dem Feld der Gebrauchsgrafik in der DDR führte.

In den meisten Fällen wird der Begriff Bauhaus vornehmlich mit Architektur und Industriedesign in Zusammenhang gebracht. Jedoch war von Beginn an, also mit der Gründung des Bauhauses und Veröffentlichung erster schriftlicher Manifeste, Appelle, Einladungen, Postkarten und Plakaten grafische Gestaltung gefragt.

Diese besonderen Ausdrucksformen unter Verwendung grafischer Zeichen in reduzierter Farbigkeit und ausgewählter Schriften hatte auf die Gebrauchsgrafiker der DDR einen enormen Einfluss. Ausgehend von Jan Tschicholds und von Gestaltungsbeispielen der Avantgarde wie De Stijl oder des Ringes neue Werbegestalter bemühten sich Grafiker nach 1945 um moderne Ausdrucksformen im Bereich Plakat, Buchgestaltung oder Zeitschriftendesign bis hin zu Signet und Marke.

Mit ihrem Vortrag stellt Dr. Sylke Wunderlich u. a. grafische Arbeiten von Walter Funkat, Max Gebhard, Frank Neubauer, Hajo Rose, Gerhard Voigt und Klaus Wittkugel vor.

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