Museum Utopie und Alltag

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Standort Eisenhüttenstadt

Erich - Weinert - Allee 3
15890 Eisenhüttenstadt

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag, Feiertage
11 – 17 Uhr
Schulklassen nach Vereinbarung

Fällt der Feiertag auf einen Montag, ist das Museum geöffnet. Heiligabend, Silvester, Neujahr bleibt das Museum geschlossen, auch montags.
Die Ausstellungen sind behindertengerecht zugängig. Ein Fahrstuhl und ein barrierefreies WC sind vorhanden.

Eintrittspreise

pro Person: 4 €
Ermäßigt: 2 €*

Gruppen: 40 €**
Führungen: 30 / 50 €***
Schulprojekte: 15 € zzgl. 1 € p. P

*Schüler*innen, Student*innen, Schwerbeschädigte, Senior*innen; Kinder unter 7 Jahren frei
** maximale Gruppengröße: 20 Personen
***maximale Gruppengröße: aktuell 6 Personen; Di-Fr: 30 € / Sa-So: 50 €

Standort Beeskow

Spreeinsel
Zugang über Burg Beeskow
Frankfurter Straße 23
15848 Beeskow

Besuch

Das Beeskower Kunstarchiv kann im Rahmen von Führungen besucht werden. Neben Führungen im laufenden Veranstaltungsprogramm besteht das Angebot, diese gesondert zu buchen. Anmeldung unter: 03366 – 352727.

Eintrittspreise

pro Person: 9 €
Ermäßigt: 7 € *

Sonderführungen
Gruppenpauschale: 26 €
zzgl. Preis p. P.**

* Schüler*innen, Student*innen, Schwerbeschädigte
** maximale Gruppengröße: aktuell 10 Personen

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Museum Utopie und Alltag

Telefon: 03364 – 417355
Fax: 03364 – 418947
museum@utopieundalltag.de

Post- und Rechnungsanschrift:
Landkreis Oder-Spree
Kunstarchiv / DOK
Breitscheidstr. 7
15848 Beeskow

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Ausstellungen

Sonderausstellungen von 1999-2020

Laienkurator*innen bei der Auswahl der Werke für ihre Ausstellung. Foto: Martin Maleschka

Galerie, Burg Beeskow

 

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts haben zwei Gruppen von Laienkurator*innen ausgehend vom Bestand des Kunstarchivs Beeskow je eine eigene Ausstellung gestaltet. Die zweite Gruppe präsentiert nun
Durch unsere Augen …

 

… schauen wir zurück ins Gestern und entdecken das Heute.

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Ihre Werkaus­wahl ist geprägt von persönlichen Erfahrungen, Vorlieben und Sichtweisen, wobei die Gruppe gemeinsam ein übergeordnetes Grundgerüst erarbeitet hat. Dieses be­schreibt sie so: „Die Vergangenheit ist nicht vorbei. Sie ist eingeschrieben in unsere Gegenwart. Die vier zentralen Themen – Zusammenleben, urbaner Raum, Umwelt und Frau in der Gesellschaft – ermöglichen, den geltenden Normen und Werten der Vergangenheit nachzuspüren und laden dazu ein, nach Parallelen und Unterschie­den zu unserer Gegenwart zu suchen. Durch die individuelle Auswahl wird jedes Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und die Vielschichtigkeit der damit aufgeworfenen Fragestellungen sichtbar. Die Ausstellung möchte keine ab­schließenden Antworten geben, sondern vielmehr zum Nachdenken darüber einla­den, was wir aus der Vergangenheit für heute lernen können. Was soll bleiben, was kann vergehen?“

Kurator*innen: Sebastian Böhme, Antje Danielowski, Astrid Epp, Saskia Heller, Katrin Hitziggrad, Lars Strenge

Das partizipative Ausstellungsprojekt „Alle in die Kunst!“  hat das Kunstarchiv Beeskow in Zusammenarbeit mit der Burg Beeskow realisiert und wird unterstützt durch den Verein Forum Kulturerbe der DDR.

Projektleitung: Martin Maleschka

Ausstellungsort: Galerie, Burg Beeskow, www.burg-beeskow.de

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Thomas Ziegler (1947-2014), Die große Teekanne, 1985. © VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

verlängert bis 25.10.2020

 

Auf Anfrage bieten wir für bis zu 6 Personen eine Führung durch die Ausstellungsräume an. Bitte kontaktieren Sie uns über info@utopieundalltag.de oder 03364 – 41 73 55. Für alle, die sich im Vorfeld ihres Besuchs schon einen ersten Eindruck verschaffen wollen, halten wir auch weiterhin einen Online-Rundgang bereit:

 

>>zur virtuellen Ausstellung

 

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Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres »Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg«

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Die Laienkurator*innen der Ausstellung "Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt" bei der Auswahl der Werke. Foto: M. Maleschka

Ab dem 12. Mai geöffnet!

 

Galerie, Burg Beeskow

 

Bis zum Beginn der Sommerferien am 24. Juni 2020 genießen alle Besucher*innen freien Eintritt auf der Burg Beeskow!

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Im Rahmen des Projektes „Alle in die Kunst! Ausstellung Selbermachen im Kunstarchiv Beeskow” haben sich vier Frauen und ein Mann, die beruflich wenig bis gar nichts mit Kunst zu tun haben oder hatten, auf das Abenteuer eingelassen, als Laienkurator*innen eine Auswahl von Arbeiten aus dem Fundus des Kunstarchives zusammenzustellen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die Ausstellung „Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt“.

Bei Ihrer Auswahl haben sich die Teilnehmenden – statt von einem kunsthistorischen Blick – vor allem von der eigenen Lebenserfahrung sowohl in Ost als auch in West leiten lassen. Klischees, die im Zusammenhang mit Kunst aus der DDR immer wieder gern bedient werden, zu vermeiden – das war ihnen bei ihrer Auswahl besonders wichtig. Unter den Titeln „Buntes Leben“, „Strukturen des Alltags“, „Traum und Realität“ sowie „Fadenschein“ zeigen sie nun in vier Räumen auf der Burg Beeskow Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie und textile Arbeiten, die eines gemeinsam haben: Sie erzählen vom „Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt“.

Kurator*innen: Wolfgang Hain, Kristin Lemke, Constanze Rehfeld, Helga Siegesmund, Christel Weingart

Mit Werken von Theo Balden, Bärbel Bohley, Wolfgang Böttcher, Manfred Butzmann, Wilfried Falkenthal, Herdegen Fehlhaber, Friedrich-Wilhelm Fretwurst, Michael Göttsche, Hans Helmbrecht, Cornelia Jäger-Brendel, Axel Krause, Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Lothar Rericha, Andreas Schmidt, Joachim Scholz, Manfred Senff, Hartmut Staake, Hannes H. Wagner, Heinz Wagner, Marion Wenzel, Barbro Wiederhold und Heidi Woitinek.

Das partizipative Ausstellungsprojekt „Alle in die Kunst!“  hat das Kunstarchiv Beeskow in Zusammenarbeit mit der Burg Beeskow realisiert und wird unterstützt durch den Verein Forum Kulturerbe der DDR.

Projektleitung: Martin Maleschka

Begleitprogramm

„Familie Brasch”, Filmvorführung und Gespräch mit Autorin Marion Brasch und Regisseurin Annekatrin Hendel
16. Mai, 19 Uhr

„Das Leben – eine Komödie“, Künstlergespräch mit Harald Metzkes
6. Juni, 14 Uhr

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Frauen von heute“, in: Sibylle - Zeitschrift für Mode und Kultur, 1967, S. 56-57
Frauen von heute“, in: Sibylle - Zeitschrift für Mode und Kultur, 1967, S. 56-57
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Marion Wenzel, o.T., Barytabzug, 1989 Aus der Reihe: „Pleinair Mikroelektronik Frankfurt (Oder)“
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Neue Berliner Illustrierte, Ausgaben 1979, Fotograf: Uwe Steinberg
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Ab dem 4. November 2020 bleibt das Landtagsgebäude für den öffentlichen Besucherverkehr bis auf Weiteres geschlossen. Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen:
www.landtag.brandenburg.de

 

Ob als Motiv in Magazinen oder von Künstlerinnen und Künstlern porträtiert: Darstellungen von Arbeit, Arbeiterinnen und Arbeitern waren bestimmend und allgegenwärtig in der Bildwelt der DDR.

 

Eine gemeinsame Ausstellung vom Kunstarchiv Beeskow und dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR im Brandenburger Landtag in Potsdam.

 

30.1. – 11.12.2020

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Die Sammlung in Eisenhüttenstadt und der Kunstbestand in Beeskow verfügen über zahlreiche Bildmedien und Kunstwerke, die enorme Präsenz des arbeitenden Menschen in der visuellen Kultur der DDR eindrücklich belegen.

Von besonderem Interesse sind hierbei Werke, die als Serie konzipiert und umgesetzt, respektive veröffentlicht worden sind. Sie verdichten die Arbeiterin und den Arbeiter zum Typus und zur Heldenfigur, zeigen Arbeitskontexte und wiederholen Losungen zur sozialistischen Produktion schier unendlich. Es ergeben sich vielfältige Perspektiven auf das gesellschaftliche Ideal und die alltägliche Realität der Arbeit in der DDR. Damit verbunden sind Einblicke in die ostdeutsche Zeitgeschichte sowie Impulse zum Diskurs über damalige, heutige und zukünftige Arbeitsverhältnisse.

Mit Werken von Edmund Bechtle, Kurt Buchwald, Goran Djurovic, Jürgen Parche, Dieter Rex, Vera Singer, Marion Wenzel, Klaus Werner, Ursula Wolf, Walter Womack sowie mit Titelgestaltungen der Neuen Berliner Illustrierten, Porträtserien aus dem Magazin Sibylle, Karikaturen der Satirezeitschrift Eulenspiegel und Plakaten zum sozialistischen Wettbewerb.

Ausstellungsort:
Landtag Brandenburg
Alter Markt 1
14467 Potsdam

Die Ausstellung kann montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr besucht werden. An gesetzlichen Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen. Das Landtagsgebäude ist barrierefrei zugänglich.

 

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Kurt Buchwald, Performance "Die große Säuberung, hinter großen Männern..." in Berlin und Paris 1989/90, Foto: Kurt Buchwald, aus der Mappe: Spurensuche, 1990, Kunstarchiv Beeskow, © VG Bild-Kunst Bonn 2019.

Galerie in der Burg Beeskow

 

Grafik, Fotografie und Malerei aus dem Kunstarchiv Beeskow

 

Im Kunstarchiv Beeskow liegt die Gesamtauflage einer Grafikmappe, die 1991 zum 100. Geburtstag Johannes R. Bechers vom Kulturbund herausgegeben werden sollte. Alle Künstlerinnen und Künstler, die 1989 den Auftrag erhalten hatten, ein Blatt oder eine Fotoserie zu Johannes R. Becher zu gestalten, gaben ihre Werke (je 20 Exemplare) zwar 1990 noch beim Kulturbund ab, aber dieser löste sich im Mai des gleichen Jahres auf und die Mappe blieb unveröffentlicht.

 

Im Herbst 2019 wird diese Grafikmappe unter dem Titel „Spurensuche“ nun erstmals erstmals öffentlich ausgestellt werden.

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Die Grafiken und Fotografien sind von hoher Qualität und jeweils charakteristisch für die einzelnen Künstler*innen.

Zugleich handelt es sich um Zeitdokumente, da sie in einem besonderen historischen Moment entstanden und somit zum Teil explizit politisch konnotiert sind: So verweist z. B. Uwe Pfeifers Becher-Porträt deutlich auf Michael Gorbatschow. Kurt Buchwald dokumentiert in seiner Fotoserie die Performance „Stalin – Die große Säuberung“, welche 1990 beim Kunstfestival im Pariser La Villette stattgefunden hatte. Ursula Strozynski zeigt jene Gefängniszelle, in der Walter Janka – Dramaturg und Leiter des Aufbau-Verlages– in den 1950er Jahren unter Johannes R. Becher als Minister für Kultur wegen „Boykotthetze“ in Einzelhaft gesessen hatte.

Die Mappe umfasst 30 Werke: 14 Grafiken und 4×4 Fotografien. Die Arbeiten stammen von 18 Künstlerinnen und Künstler, die zwischen 1931 und 1954 geboren wurden und heute größtenteils in Berlin, Halle oder Leipzig leben :

Ingo Arnold, Falko Behrendt, Kurt Buchwald , Konstanze Göbel, Ulrich Hachulla, Ingrid Hartmetz, Karl-Georg Hirsch, Joachim John, Horst Peter Meyer, Bernhard Michel, Otto Möhwald, Christine Perthen, Uwe Pfeifer, Volker Pfüller, Thomas Rug, Ursula Strozynski, Ulrich Wüst und Fotis Zaprasis.

 

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Christine Perthen: o. T., 1982, Radierung, Foto: A. Herrmann, © VG Bild-Kunst Bonn 2019.

Galerie in der Burg Beeskow

 

Grafiken aus dem Kunstarchiv Beeskow

 

Christine Perthen (1947 in Pirna – 2004 in Berlin) war eine einflussreiche Grafikerin und Zeichnerin. Sie hat ein poetisches wie reichhaltiges grafisches Werk der Nachwelt hinterlassen.

 

Die Schau kann im Rahmen der öffentlichen Führungen und gebuchter Sonderführungen erlebt werden.

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Das Kunstarchiv Beeskow schätzt sich glücklich 19 Einzelblätter sowie sechs weitere Arbeiten in fünf Grafikmappen zu bewahren. Der Bestand erlaubt einen Überblick über die Motivwahl und bildnerischen Konstruktionen der Künstlerin. Begleitend zur Ausstellung „Spurensuche. 1990“ in den Galerieräumen der Burg Beeskow präsentiert das Kunstarchiv im Studio des Depot eine Auswahl von Radierungen Perthens aus dem Beeskower Bestand.

Als Professorin an der Kunsthochschule Berlin Weißensee hat Christine Perthen von 1977 bis zu ihrem Tod viele Jahrgänge werdender Künstlerinnen und Künstler nachhaltig geprägt. Mit den Mitteln der Radierung hat sie einen besonderen und singulären bildnerischen Ausdruck erarbeitet. Ihr Sujet sind menschliche Körper, die oft in spannungsreichen Konstellationen erscheinen. Bildebenen und Figurenformen treffen einander und gehen ineinander über. Die Linie spielt in ihren Bildkompositionen eine überragende Rolle: ob als dichtgesetzte Schraffur oder als zarte, vage Andeutung. Wiederholt widmete sie Zyklen dem Schaffen anderer Künstler*innen. So radierte Christine Perthen Arbeiten zu Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ oder zum Leben und Wirken Käthe Kollwitz.

Ab 1972 studierte Christine Perthen Modegestaltung an der Hochschule in Berlin-Weißensee bei Werner Klemke und Arno Mohr. 1976 wird sie Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR. Auch wenn ihre Konzentration hauptsächlich auf der Radierung lag, so hat sie immer wieder Bühnenbilder und Kostüme für das „theater im palais“ in Berlin entworfen.

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Foto: Martin Maleschka
Wohnmaschine – DDR-Alltagskultur in Blau, Gelb und Rot, Foto: Martin Maleschka
Foto: Martin Maleschka
Wohnmaschine – DDR-Alltagskultur in Blau, Gelb und Rot, Foto: Martin Maleschka
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Foto: Martin Maleschka
Wohnmaschine – DDR-Alltagskultur in Blau, Gelb und Rot, Foto: Martin Maleschka
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Foto: Martin Maleschka
Wohnmaschine – DDR-Alltagskultur in Blau, Gelb und Rot, Foto: Martin Maleschka
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Wohnmaschine – DDR-Alltagskultur in Blau, Gelb und Rot, Foto: Martin Maleschka
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Foto: Martin Maleschka
Wohnmaschine – DDR-Alltagskultur in Blau, Gelb und Rot, Foto: Martin Maleschka
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Holzwolle 27, Eisenhüttenstadt

 

„Wohnmaschine“ ist eine erinnerungskulturelle künstlerische Installation in einer Zweiraum-Plattenbauwohnung in Eisenhüttenstadt. Die Präsentation versteht sich als Erweiterung der aktuellen Sonderausstellung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR: „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“.

 

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Der Autor von „Wohnmaschine“, Architekt und Fotograf Martin Maleschka, nimmt zugleich Bezug auf seine Kindheitserinnerungen, denn aufgewachsen ist er nur einen Steinwurf entfernt von dieser Wohnung. Das Wohngebiet „An der Holzwolle“ hieß damals noch Otto-Grotewohl-Ring. Vier Wohnblöcke des Plattenbau-Typs P 2 sind seither abgebrochen worden, darunter auch der Aufgang mit der ehemaligen Wohnung Maleschkas.

Die Alltagsgegenstände, die nach 1945 von Formgestaltern anknüpfend an Traditionen des Bauhauses entworfen wurden, sind heute aus kaum einer modernen Wohnung wegzudenken. Aus den Depots des Dokumentationszentrums hat sich Maleschka nun eine Vielzahl von in der DDR industriell hergestellten Objekten in den signifikanten „Bauhausfarben“ Gelb, Blau und Rot ausgesucht, um diese in der Wohnung in einem #ThingsOrganisedNeatly-Design zu arrangieren: eine aus DDR-Alltagsgegenständen gelegte (Wohn-)Maschine. Die Wohnung wurde dafür in einen „whitecube“ mit grauem Estrichboden verwandelt (mit Ausnahme von Küche und Bad).

Die Objekte sind funktionsunabhängig in Flur, Schlaf- und Wohnzimmer auf dem Boden angeordnet. Die mit vielfältigen Holzfurnieren ausgekleidete Küche mit Durchreiche befindet sich – angereichert durch weiße und transparente Dinge – noch in dem Zustand, wie sie vom Vormieter hinterlassen wurde. Im fensterlosen Bad ist der Rohbau der Großtafelbauweise wieder sichtbar.

Durch die Projektion von Bildmaterial aus der fast siebzigjährigen Geschichte der Stadt wird die einzigartige Architektur der Wohnkomplexe I bis III, die im Bauhaus-Jahr Teil der „Grand Tour der Moderne“ist, erfahrbar gemacht. Demographischer Wandel, Stadtumbau und -schrumpfung sind dreißig Jahre nach der politischen Wende allgegenwärtig und werden auch in der „Wohnmaschine“ verarbeitet.

Der Name der künstlerischen Installation „Wohnmaschine“ geht zurück auf ein gleichnamiges und flankierendes Projekt an der Eisenhüttenstädter Gesamtschule 3. Darin hat sich die Klasse 12 b unter der Leitung des Kunstlehrers Winfried Bellgardt auf vielfältige Weise mit dem Bauhaus, dem Produktdesign in der DDR und dem Ausstellungsmachen auseinander gesetzt. Im Rahmen dieses Semesterprojekts unterstützten Schülerinnen und Schüler die Entstehung von „Wohnmaschine“ tatkräftig und mit ihren Ideen. Ihre Arbeit dokumentierten sie in einem Kurzfilm, mit dem sie sich am Schülerwettbewerb „Mein Bauhaus – Meine Moderne“ der Architektenkammer Berlin und Brandenburg beteiligen. Der Film wird anlässlich der Eröffnung von „Wohnmaschine“ Premiere haben.

Öffnungszeiten: ab 23.6. bis 27.10.2019, jeden Sonntag 13 bis 17 Uhr
sowie nach Voranmeldung: 03364 417 355

Tickets erhalten Sie im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und in der „Wohnmaschine“.

„Wohnmaschine“ ist ein Kooperationsprojekt von:
Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
Gesamtschule 3 Eisenhüttenstadt
Martin Maleschka

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Blick in die Ausstellung „über sehen“. Foto: Clara Messerschmidt; v.l.n.r.: Anna Franziska Schwarzbach, Vasilii Prochorovič Gorjatčkin, 1983, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Gertrud Classen, Antifaschistin Käthe Rentmeister, nach 1950; Monika Hamann, Arbeiterportrait, 1981; Walter Arnold, Bildnis M. K. II, 1946, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Sabina Grzimek, Anna Seghers, 1968/88, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Gustav Seitz, Porträt Hanns Eisler, 1952; Gerhard Rommel, Greta Kuckhoff, 1982; Fritz Cremer, Johannes R. Becher, 1963/64, VG Bild-Kunst Bonn 2019.
Blick in die Ausstellung „über sehen“. Foto: Clara Messerschmidt; v.l.n.r.: Anna Franziska Schwarzbach, Vasilii Prochorovič Gorjatčkin, 1983, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Gertrud Classen, Antifaschistin Käthe Rentmeister, nach 1950; Monika Hamann, Arbeiterportrait, 1981; Walter Arnold, Bildnis M. K. II, 1946, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Sabina Grzimek, Anna Seghers, 1968/88, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Gustav Seitz, Porträt Hanns Eisler, 1952; Gerhard Rommel, Greta Kuckhoff, 1982; Fritz Cremer, Johannes R. Becher, 1963/64, VG Bild-Kunst Bonn 2019.
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Blick in die Ausstellung „über sehen“. Foto: Clara Messerschmidt; v.l.n.r.: Ludwig Engelhardt, Lenin, 1970, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Anna Franziska Schwarzbach, Vasilii Prochorovič Gorjatčkin, 1983, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Walter Arnold, Bildnis M. K. II, 1946, VG Bild-Kunst Bonn 2019; Gertrud Classen, Antifaschistin Käthe Rentmeister, nach 1950.
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Blick in die Ausstellung „über sehen“. Foto: Clara Messerschmidt; Anna Franziska Schwarzbach, Vasilii Prochorovič Gorjatčkin, 1983, VG Bild-Kunst Bonn 2019.
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Studioausstellung im Kunstarchiv Beeskow

 

Die Studioausstellung „über sehen“, als eine von drei Teilausstellungen, ist verlängert bis zum 22. September 2019 im Kunstarchiv Beeskow zu sehen.

 

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Seminars an der Humboldt- Universität zu Berlin, welches im Juli 2019 mit dem ersten Platz des Fakultätspreises für gute Lehre der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät 2019 ausgezeichnet wurde.

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Unter der Leitung von Prof. Dr. Katja Bernhardt und in Kooperation mit dem Kunstarchiv Beeskow beschäftigten sich die Studierenden im Rahmen des Seminars „Kunst in der DDR. Theoretische und praktische Annäherung“ mit ausgewählten Porträt-Plastiken aus dem Bestand des Kunstarchivs, analysierten die Präsentation von Kunst aus der DDR seit den 1990er Jahren und konzipierten eine eigene Ausstellung – in drei Teilen.

Auch wenn der zweite Teil der Ausstellung in der Humboldt-Universität zu Berlin bereits beendet ist, können Interessierte bis zum 15. August auf eine Webseite – das dritte Format – zurückgreifen. Diese präsentiert Fotografien der in Beeskow ausgestellten Werke mit zugehörigen Texten der Studierenden.

Teil 1: Beeskow: Studioausstellung im Kunstarchiv Beeskow, 30. Mai – 22. September 2019
(Im Rahmen von Führungen besuchbar)

Teil 2: Berlin: Ausstellung in der Humboldt-Universität zu Berlin im Foyer Georgenstraße Nr. 47, 4. Juni – 12. Juli 2019 (beendet!)

Teil 3: Im Netz: Ausstellung im Internet (online 4. Juni – 15. August 2019)

Projektleitung:

Prof. Dr. Katja Bernhardt (Vertretung Professur Kunstgeschichte Osteuropas, Humboldt-Universität zu Berlin)

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Sonderausstellung "Alltag formen! Bauhaus Moderne in der DDR", Foto: Kevin Fuchs
Sonderausstellung "Alltag formen! Bauhaus Moderne in der DDR", Foto: Kevin Fuchs
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Sonderausstellung "Alltag formen! Bauhaus Moderne in der DDR", Foto: Kevin Fuchs
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Ausstellungsraum "In der Tradition der Moderne - Gebrauchsgrafik in der DDR", Foto: Kevin Fuchs
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Sonderausstellung "Alltag formen! Bauhaus Moderne in der DDR", Foto: Kevin Fuchs
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Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

 

Eine Sonderausstellung im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums 2019

 

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 präsentiert das Dokumentationszentrum eine Sonderausstellung zur Bauhaus-Rezeption in der DDR: „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“.

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Funktional, langlebig und optimiert für die industrielle Massenproduktion

Alltag formen! stellt Objekte der Alltagskultur der DDR – Möbel, Gefäße, Technik, Grafikdesign – sowie ihre Gestalter*innen vor, die in der Tradition und für die Weiterentwicklung der Gestaltungsprinzipien des Bauhauses und der modernen Formgestaltung stehen.

So beleuchtet die Ausstellung u.a. die Möbelgestaltung der bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts für innovative Produkte stehenden Deutschen Werkstätten Hellerau anhand von Arbeiten der Formgestalter Franz Ehrlich, Selman Selmanagić und Rudolf Horn. In den Blick genommen werden zudem Einflüsse moderner und funktionaler Entwürfe wie die Wilhelm Wagenfelds auf Gefäßgestaltungen von Friedrich Bundtzen, Erich Müller, Margarete Jahny, Ilse Decho und Christa Petroff-Bohne. Es wird sichtbar, wie die Gestaltungsprinzipien Funktionalität, Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit  von Formgestaltern wie etwa Albert Krause auf neue Materialien wie Plaste übertragen wurden.

Darüber hinaus zeigt sich in Designansätzen wie dem „offenen Prinzip“, das Karl Clauss Dietel und Lutz Rudolph etwa am Beispiel des Mokick Simson S50 demonstrierten, eine im Sinne der Flexibilität und Nutzerorientierung weiterentwickelte „lebendige Funktionalität“.

 

Das Bauhaus im Kulturleben der DDR: Vom Tabu zum Aushängeschild

Zugleich zeigt die Ausstellung den widersprüchlichen kulturpolitischen Umgang der DDR mit dem Bauhaus-Erbe: Auf frühe Ansätze zur Wiederbelebung folgen „Formalismus“-Vorwürfe, Verfemung und eine Rückbesinnung auf vermeintlich nationale Gestaltungstraditionen. Erst der industrielle Wohnungsbau ermöglicht eine vorsichtige Rehabilitierung der Moderne. Verbunden mit der Wiedereröffnung des sanierten Bauhauses Dessau im Jahr 1976 wird die vormalige Hochschule für Gestaltung schließlich zum Bestandteil des offiziellen Kulturerbes der DDR.
Alltag formen! beleuchtet die langsame Annäherung an das Bauhaus-Erbe in der DDR, über erste Publikationen und Ausstellungen in den 1960er Jahren bis hin zu Präsentationen wie die 1988 in Kooperation mit dem Westberliner Bauhaus-Archiv in Dessau gezeigte Ausstellung „Experiment Bauhaus“, die zum Gegenstand kulturpolitischer Selbstdarstellungen wurden.

Personelle Kontinuitäten

Im Schatten dieser wechselvollen Rezeptionsgeschichte inspirierten vor allem in den Jahren der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der frühen DDR ehemalige Bauhäusler*innen wie Mart Stam und Walter Funkat durch ihre Gestaltungspraxis und Lehre an den Hochschulen der DDR eine nachfolgende Generation von Gestalter*innen, die ihrerseits die Alltagskultur entscheidend prägen sollte. In der Ausstellung wird diesen personellen Kontinuitäten und Netzwerken anhand von 50 Biografien und zentralen Wirkungsorten nachgegangen.

Die Ausstellung „Alltag formen!“ lädt im Rahmen des Bauhausjahres 2019 dazu ein, ein bislang wenig beachtetes Kapitel deutscher Designgeschichte zu entdecken. Dabei lohnt der Besuch Eisenhüttenstadts in mehrfacher Hinsicht: Neben der Ausstellung „Alltag formen!“ ist die 1950 erbaute Planstadt ein attraktives Reiseziel. An kaum einem anderen Ort lassen sich die wechselhaften architektonischen und städtebaulichen Leitlinien der DDR innerhalb eines Spaziergangs so unmittelbar und anschaulich nachvollziehen. Eisenhüttenstadt zählt zu Deutschlands größten zusammenhängenden Flächendenkmalen und gehört zu den 100 ausgewählten Orten der Grand Tour der Moderne.

Kooperationen
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der weißensee kunsthochschule berlin, Fachgebiet Visuelle Kommunikation.

Sowie in Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv und mit Unterstützung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge, der Stiftung Industrie- und Alltagskultur, der Stiftung Plakat Ost sowie weiteren privaten und institutionellen Leihgebern.

Das Ausstellungsprojekt „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“ wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Medienpartner ist Das Magazin.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Katalog im Weimarer Verlag mbooks erschienen.  www.m-books.eu
Der Katalog entstand mit Unterstützung der Sparkasse Oder-Spree.

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Grafikmappe „Zu Liedern der Französischen Revolution", 1989, Kunstarchiv Beeskow, Foto: Kevin Fuchs.

Schloss Biesdorf

 

1988 gibt der Verband Bildender Künstler der DDR eine Grafikmappe in Auftrag, die zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution erscheinen soll. Warum, so könnte man fragen, wird eben jenes historische Ereignis gewählt, welches so ambivalent ist und eine komplexe Deutungsgeschichte mit sich führt?

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Die Herausgeberinnen und Herausgeber der Grafikmappe hatten einen spezifischen Aspekt im Blick: So betont der Kunstwissenschaftler Peter Pachnicke im beiliegenden Text die „sinnliche Überzeugungskraft“ der Menschen, die auf den Straßen von Paris um Anerkennung rangen. Dieses dort beschworene Pathos ist in den Grafiken der 16 Künstler, die je ein Blatt zu der Mappe beitragen, allerdings nicht zu sehen.

Mit Arbeiten von Ulrich Hachulla, Karl-Georg Hirsch, Joachim Jansong, Joachim John, Rolf Kuhrt, Werner Liebmann, Gerd Mackensen, Reinhard Minkewitz, Rolf Münzner, Ronald Paris, Volker Pfüller, Otto Sander, Stefan Thomas Wagner, Frank Wahle, Trak Wendisch und Winfried Wolk.

Ort: Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin
Öffnungszeiten: täglich 10 – 18 Uhr, Fr 12 – 21 Uhr, Di geschlossen
www.schlossbiesdorf.de

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Plakat zur Ausstellung
Plakat zur Ausstellung
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Ulrike Hogrebe, Brücke 1, 2018, Privatbbesitz, Foto: Th. Kläber, © Künstlerin.
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Thomas Ranft, Lichtgleich, 2018, Privatbesitz, © Künstler.
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Burg Beeskow

 

Die von 1977 bis 1982 existierende Künstlergruppe CLARA MOSCH setzte sich aus den Anfangssilben der Nachnamen von Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor-Torsten Schade (Kozik) zusammen.

 

Die Gruppenphilosophie baute sowohl auf der kollektiven Ablehnung des sozialistischen Realismus wie auf dem Recht des freien bildnerischen Schaffens auf. So zogen sie einmal im Jahr aus, um neue Kunstformen im Freien auszuprobieren.

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Von Thomas Ranft und Herbert Schirmer initiiert, gab es im Jahr 2018 in Lübbenau/Spreewald mit einem dreiwöchigen Künstlersymposium eine Neuauflage. Neun bildende Künstlerinnen und Künstler aus Brandenburg und Sachsen trafen sich in der Wasserlandschaft, um der Frage „Landschaftssicht = Weltsicht?“ nachzugehen.

Bei dieser Aktion war die Landschaft nicht als naturidentische Kulisse anzusehen, sondern als gestalteter Raum, der benutzt und durch den radikalen  Braunkohleabbau bedrängt und zerstört worden ist.

Die Schau in Beeskow zeigt zum einen Grafiken der Gruppe CLARA MOSCH aus den 1970er und 1980er Jahren, die aus dem Kunstarchiv Beeskow sowie einer privaten Sammlung stammen. Zum anderen werden die Ergebnisse des letztjährigen Künstlersymposiums zu sehen sein. Mit Arbeiten von Christiane Bergelt, Micha Brendel, Anne Heinlein, Madeleine Heublein, Ulrike Hogrebe, Gregor Torsten Kozik, Helge Leiberg, Osmar Osten und Thomas Ranft.

Das Symposium wurde von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Niederlausitz, den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz und der Stadt Lübbenau / Spreewald gefördert. Veranstalter: Freunde der Lübbenaubrücke e. V.

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Manfred Paul, Zu Johannes R. Becher „Beinahe“, 1987, aus der Mappe: „…und des Menschen Größe“, 1988, Kunstarchiv Beeskow, Repro: A. Herrmann © Künstler.

Schloss Biesdorf

 

Die Mappe „ … und des Menschen Größe. Grafiken und Fotografien zu Gedichten von Johannes R. Becher“ (1988)  versammelt die Arbeiten von 20 Künstlerinnen und Künstlern. Gemeinsamer Ausgangspunkt ihrer Annäherung war der letzte Gedichtband von Johannes R. Becher: „Schritt der Jahrhundertmitte“(1958). Im Zentrum dieses Spätwerks steht das Sinnieren eines Dichters und linientreuen Sozialisten, zum Ende desillusioniert und zweifelnd, über Potenziale und Abgründe des menschlichen Daseins im Zusammenhang von Gesellschaft und Geschichte.

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Die Bilder, welche die Künstlerinnen und Künstler aus diesem Text gewinnen, zeigen den Menschen geprägt von Zerrissenheit, mal in bedrückender Einsamkeit, mal im Strudel gesellschaftlicher Prozesse, deren Erschaffer er selbst ist. Finden sich unter den 16 Grafiken einige, wenige farbige Blätter, so erscheinen die 20 Fotografien allesamt in körnigem Schwarz-Weiß. Diese Aufnahmen sind Träger jener Melancholie, für welche die ostdeutsche Autorenfotografie nur wenige Jahre später berühmt werden sollte.

Mit Arbeiten von Falko Behrendt, Christian Brachwitz, Helmut Brade, Manfred Butzmann, Michael Diller, Andreas Dress, Hubertus Giebe, Konstanze Göbel, Dieter Goltzsche, Ulrich Hachulla, Joachim John, Barbara Köppe, Wolfgang Mattheuer, Manfred Paul, Christine Perthen, Wolfgang Petrovsky, Uwe Pfeifer, Helfried Strauß, Ursula Strozynski, Dieter Tucholke, Werner Wittig.

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Plakat: Sonderausstellung "10 000 Kubikmeter Alltag"
Plakat: Sonderausstellung "10 000 Kubikmeter Alltag"
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Sonderausstellung "10 000 Kubikmeter Alltag", Installation Reuter, Foto: Kevin Fuchs
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Sonderausstellung "10 000 Kubikmeter Alltag", Foto: Kevin Fuchs
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Sonderausstellung "10 000 Kubikmeter Alltag", Foto: Kevin Fuchs
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Sonderausstellung "10 000 Kubikmeter Alltag", Foto: Kevin Fuchs
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Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

 

2018 besteht das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt seit 25 Jahren. Es bewahrt Objekte und Dokumente des DDR-Alltags und erschließt sie für das historische Verständnis. Zur breit angelegten Sammlung gehören Spielzeug, Mobiliar, Unterhaltungselektronik, Zeitschriften, Tonträger, Fotos und vieles mehr.

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Über 2000 private Schenkungen sowie Institutionen haben zu einem Bestand von rund 170 000 Objekten beigetragen. Seine sachgerechte Magazinierung erfordert einen Depotraum von rund 10 000 Kubikmetern.

Diese Dingkultur wird in Ausstellungen und Publikationen vorgestellt sowie weiteren Museen, der Wissenschaft und auch Filmproduktionen zugänglich gemacht. Die Voraussetzungen hierzu, das Bewahren und Erschließen der Sammlung, bleiben dem öffentlichen Blick zumeist verborgen. Die Sonderausstellung beleuchtet nun den Umgang mit den Objekten in allen seinen Schritten – von ihrer Aufnahme, über die Dokumentation und Erforschung bis hin zur Einlagerung. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, den Aufbau der Sammlung zu erkunden und Arbeiten am Objekt aktiv mitzuerleben.

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Plakat zur Ausstellung

Burg Beeskow – Galerie unterm Dach

 

In Frankfurt (Oder) 1926 geboren, teilte Horst Zickelbein die Erfahrungen jener jungen Kriegsheimkehrer, die nach 1945 im Studium der Kunst neuen Halt suchten und fanden. Ausgebildet wurde er im Fach Wandmalerei bei Horst Strempel und Bert Heller an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee; später war er Meisterschüler bei Heinrich Ehmsen an der Deutschen Akademie der Künste.

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Horst Zickelbein wurde zu einem erstaunlichen Gestaltgeber, der mit dem farbintensiven Wandbild ebenso zu überzeugen wusste wie durch seine Zeichnungen und Gouachen. Die Burg Beeskow zeigt vor allem Arbeiten, die der Künstler selbst zu seinen wichtigsten zählt, wozu nicht zuletzt seine im Vergleich vorgestellten baugebundenen Arbeiten gehören. So zeigt die Ausstellung erstmals jene Filzstift-Zeichnungen auf Pergament, auf denen Horst Zickelbein sein bedeutendstes Wandbild „Die Befreiung der Wissenschaft durch die sozialistische Revolution“ entworfen hat und das für die Stadthalle im damaligen Karl-Marx-Stadt bestimmt war.

Wir danken den Privatleihgebern sowie den Kunstsammlungen Chemnitz, der Akademie der Künste in Berlin, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLmK), dem Staatlichen Museum Schwerin, dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Bonn und dem Kunstarchiv Beeskow.

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Plakat: Sonderausstellung "Sinnbilder"

Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

 

Politische Plakate erschienen in der DDR zu Jahrestagen, Staatsfesten und Großveranstaltungen, sie riefen zur Teilnahme und Zustimmung auf, sollten Themen setzen und Leitbilder vermitteln. Um ihre Botschaften zu formulieren, nutzten Plakate wiederkehrende Losungen und Motive, die den Betrachtern aus dem Schulunterricht, den Massenorganisationen oder aus politischen Kampagnen bekannt waren. Auch Konsum- und Kulturplakate enthielten oft politische Aussagen.

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Lange Zeit waren Plakate im öffentlichen Raum nahezu allgegenwärtig. Später wurden sie in der politischen Kommunikation durch andere Medien in den Hintergrund gedrängt, doch erschlossen sie sich neue Verbreitungsformen durch Ausstellungen, Sammelmappen oder Buchpublikationen. Das Plakat behielt damit seine Bedeutung als populäres und modernes Bildmedium. Heute beeinflusst es die kulturhistorische Rückschau auf den Realsozialismus. Es lohnt sich daher ein genauer Blick auf die politischen Bildwelten in Plakaten der DDR sowie auf ihre Veränderungen und Konstanten im zeitlichen Verlauf.

Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR verfügt über einen Plakatbestand von mehreren tausend Blättern. Er basiert auf Schenkungen teils größerer Konvolute, ferner auf dem Tausch mit anderen Institutionen und vereinzelt auf Ankäufen. Vertreten sind Plakate aus der gesamten Zeit der DDR mit Schwerpunkt auf den 1970er und 1980er Jahren.

Für die Ausstellung wurden rund einhundert politische Plakate ausgewählt. Zu sehen sind außerdem Plakatmappen, Ausschneidebögen und Demonstrationsbanner. Fragt man nach der Wirkungskraft von Plakaten, sind Art und Weise ihres Gebrauchs zu berücksichtigen: Wie und in welchem Umfeld wurden Plakate gezeigt, und wie wurden sie von ihrem Publikum wahrgenommen? Antworten darauf geben in der Ausstellung Fotoserien von Thomas Kläber und Ulrich Wüst aus dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK). Sie dokumentieren die Präsenz politischer Plakate im urbanen Raum, in Betrieben und öffentlichen Gebäuden. Damit konfrontieren sie den Anspruch einer umfassenden Politisierung des Alltags mit den Realitäten in der DDR.

Alljährlich beworben wurden vor allem der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ und der 7. Oktober als Gründungsdatum der DDR. Zu runden Jahrestagen erinnerten Plakate an historische Ereignisse und Persönlichkeiten, etwa an die Oktoberrevolution von 1917 und an die Geburtstage von Karl Marx und Wladimir Iljitsch Lenin. In ihrer Selbstdarstellung bezog sich die DDR auf einen engen Bestand an Themen, denen jeweils visuelle Erkennungszeichen Zugeordnet waren. Die Taube etwa galt als Sinnbild des Friedens, während der Hammer oder der Bauhelm die „herrschende Arbeiterklasse“ symbolisierten. Der Regenbogen stand für das Glücksversprechen der sozialistischen Gesellschaft, die erhobene Faust als Zeichen der Solidarität mit anderen Völkern im Kampf gegen den „Imperialismus“ westlicher Mächte. Fahnen erschienen auf Plakaten als Würdeformeln, anknüpfend an den politischen Kult, der in der DDR um Flaggen und Banner praktiziert wurde. Diese und weitere Bedeutungselemente wurden oft versatzstückartig kombiniert. Schüler und Werktätige wurden angeleitet, unter Nutzung dieser Methode selbst Plakate und Wandzeitungen zu gestalten. Damit wurden die Adressaten ihrerseits zu Produzenten von „Agitationsmitteln“.

Zu besonderen Ereignissen schrieben der Verband bildender Künstler sowie Massenorganisationen und Regierungsstellen Plakatwettbewerbe aus, deren Ergebnisse in der Fachpresse ausführlich vorgestellt wurden. Am Wettbewerb anlässlich der Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Jahr 1973 in Ost-Berlin beteiligten sich neben Gebrauchsgrafikern führende bildende Künstler der DDR. Die Gestaltungsqualität der Plakate sollte durch solche Konkurrenzen gehoben und ihr künstlerischer Anspruch betont werden.

Wie alle Massenmedien in der DDR unterlag die Plakatproduktion einer ausdifferenzierten Kontrolle durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Hauptauftraggeber waren die SED und die von ihr abhängigen  Massenorganisationen und Regierungsstellen. Die Herstellung und den Vertrieb von Plakaten besorgte die Deutsche Werbe und Anzeigengesellschaft (DEWAG). Sie war faktisch in Parteibesitz und unterstand seit 1962 der Abteilung Agitation beim Zentralkomitee der SED. 1975 wurde die politische Werbung zum Teil aus der DEWAG ausgegliedert und dem neu gebildeten Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel zugewiesen. Die zentrale Steuerung der Medien führte zu einer Begrenzung der Inhalte auf wenige Leitthemen, die sich bis zum Ende der DDR kaum wandelten.

Gesellschaftliche Probleme, wie die Wohnungsnot und die Gefahr eines Krieges, wurden von der „Sichtagitation“ nicht ausgeblendet, sondern in der Sprache der Partei aufgegriffen. Die gelieferten Antworten ließen ungewollt auch politische Widersprüche hervortreten. So bezog die Friedenspropaganda einerseits Stellung gegen die nukleare Aufrüstung (vornehmlich des Westens), idealisierte andererseits aber die Rolle des Militärs in der DDR. Ökologische Themen wurden allenfalls vorsichtig angedeutet.

Politische Plakate galten jedoch nicht nur als „Waffen“ der Agitation, sondern auch als Werke der Kunst, die als Ausweis eines kulturell entwickelten Gemeinwesens Förderung erfuhren. Aufgrund dieses Doppelcharakters eröffneten sich für ihre Autoren Spielräume jenseits des propagandistischen Auftrags. Besonders in den 1980er Jahren nutzten Plakatgestalter wie Manfred Butzmann und Martin Hoffmann dies für gesellschaftskritische Kommentare.

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Dieter Tucholke, Negativbilder – Preußische Geschichte (Preußische Wucherungen), 1981, Kunstarchiv Beeskow. Foto: Armin Herrmann, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Burg Beeskow / Schloss Biesdorf (10. 5. 2018 – 30. 9. 2018)

 

Der Grafiker Dieter Tucholke (1934-2001) hat sich in der DDR intensiv und kritisch mit der deutschen Historie beschäftigt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht seine Grafikfolge „Negativbilder – Preußische Geschichte“, die er 1980/81 in einer bis heute faszinierenden Formensprache geschaffen hat und die zu seinen bekanntesten Werken gehört.

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Begleitet werden die grafischen Collagen aus dem Bestand des Kunstarchivs Beeskow von einem großen Objekt aus skurrilen Fundstücken aus der Sammlung des BLmK sowie von einem akustischen Tucholke-Porträt des Komponisten Prof. Lothar Voigtländer, der zur Ausstellungseröffnung elektro-akustische Werke aufführen wird. Mit freundlicher Unterstützung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst.

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Plakat der Ausstellung

Burg Beeskow – Galerie unterm Dach

 

Der Skulpturen-Bestand im Kunstarchiv Beeskow erscheint im Vergleich zur aufbewahrten Malerei und Grafik klein und homogen. Ein konzentrierter Blick auf die von Künstlerinnen geschaffene Plastik eröffnet jedoch die Möglichkeit, eine reiche und vielfältige Werkgruppe zu entdecken.

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In der Ausstellung sind über 20 Arbeiten von Bildhauerinnen zu sehen, die verschiedenen Generationen angehören und in der DDR einen Teil ihres plastischen Werkes geschaffen haben. Ihre Porträts historischer Persönlichkeiten sind kraftvoll, ihre Frauenakte charakterstark und die Kinder-Bildnisse von hoher Sensibilität.

Kuratorin: Dr. Angelika Weißbach

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Plakat: Sonderausstellung"Masse und Klasse"

Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

 

Die neue Sonderausstellung „Masse und Klasse. Gebrauchsgrafik in der DDR“ präsentiert Gestaltungen von Büchern, Zeitschriften und Schallplatten sowie von Produktverpackungen, Reklamemedien und Plakaten – gebrauchsgrafische Arbeiten, die aufgrund ihrer massenhaften Verbreitung den visuellen Alltag der DDR mit prägten.

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Die Ausstellung untersucht, was diesen Teil der ästhetischen Kultur in der DDR charakterisierte: welche Bilder, Schriften, Materialien und Farben fanden Verwendung, welche besonderen Eigenschaften sowie Bezüge zu internationalen Trends lassen sich erkennen?

Gezeigt und auf unterschiedliche Qualitäten hin befragt werden sowohl ausgewählte Gestaltungslösungen für den Konsumbereich – oft anonyme Arbeiten wie Verpackungen und Werbungen – als auch namhafte Entwürfe für kulturelle Auftraggeber wie Buchreihen oder Plakate. Exemplarisch werden Akteure und Arbeitsstrukturen vorgestellt sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Grafikdesigns in der DDR ausgelotet, so das Improvisieren in einem durch knappe Ressourcen und von politischen Vorgaben bedingten Umfeld.

Die verbreitete Einschätzung der Alltagsästhetik in der DDR als “blass und grau“ wird einer differenzierten Analyse unterzogen. Während die Buch- und Plakatgestaltung im In- und Ausland durchaus Anerkennung fanden, erschien die oftmals reduzierte Aufmachung von Produktverpackungen für den DDR-Binnenhandel vor dem Hintergrund westlicher Konsumgewohnheiten nicht selten als spröde und puristisch. Sie entsprach den wirtschaftlichen Verhältnissen in der DDR, stand andererseits deutlich im Kontrast zu einer auf Verkaufsförderung und die Erzeugung von Bedürfnisanreizen zielenden kommerziellen Werbeästhetik.

„Masse und Klasse. Gebrauchsgrafik in der DDR“ ist eine Wanderausstellung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt erweitert die Ausstellung um zahlreiche Exponate und gibt damit Einblicke in seinen umfangreichen Sammlungsbestand „Zeitschriften und Bücher“ sowie in seine Sammlung von Erstausgaben des Verlags „Volk und Welt“.

Die Ausstellung „Masse und Klasse. Gebrauchsgrafik in der DDR“ wird unterstützt von der Sparkasse Oder-Spree.

Medienpartner ist die Zeitschrift „Das Magazin“.

Konzeption / Projektleitung: Florentine Nadolni
Konzeptionelle Beratung: Renate Flagmeier (Werkbundarchiv – Museum der Dinge)
Ausstellungsgestaltung: Alexej Paryla
Bau: Movie Construction, Tischlerei Galle Beeskow
Flyer / Plakat: cyan

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Links: Gordon Matta-Clark, Bronx Floors, Threshole 1972-1973 Courtesy: the Estate of Gordon Matta-Clark & Galerie Thomas Schulte; rechts: Sibylle Bergemann, Berlin, 1980, Fotografie, Kunstarchiv Beeskow

Ausstellung in Kooperation mit dem Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum (ZKR) im Schloss Biesdorf

 

Wie formen politische und wirtschaftliche Interessen den urbanen Raum? Welche Grenzen und Machtgefüge sind ihm eingeschrieben? Und mit welchen künstlerischen Mitteln können sie sichtbar gemacht oder überwunden werden? In Zwischen Räumen beleuchten 15 KünstlerInnen Fragen des urbanen Lebens und dessen Widersprüche. Die Ausstellung setzt Werke von Gordon Matta-Clark und Sichten auf den Stadtraum Ost-Berlins in einen Dialog mit aktuellen Positionen.

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Vom New York der 1970er Jahre, über Ost-Berlin in den 1980ern bis hin zum globalen Dorf der Gegenwart vereint die Schau unterschiedliche Bezugsräume – und bewegt sich damit selbst „Zwischen Räumen“. Die gezeigten KünstlerInnen eignen sich ungenutzte Räume an und verleihen unscheinbaren Zwischenräumen immer wieder neue Formen.

Ein historischer Ausgangspunkt ist das wegweisende Werk von Gordon Matta-Clark. Bereits in den 1970er Jahren zerschnitt der New Yorker Künstler Häuser, um ihr Innerstes freizulegen oder schuf soziale Räume in städtischen Brachen. Wie kaum ein anderer revolutionierte Gordon Matta-Clark die Kunstpraxis im öffentlichen Raum – und ist bis heute Impulsgeber für zeitgenössische KünstlerInnen.

Die Ausstellung zeigt aktuelle Positionen, die Bedingungen von Raumbegrenzung und –produktion hinterfragen, dekonstruieren und überwinden. So überlagern sich reale und virtuelle Raumgefüge, werden Versatzstücke zu Installationen und Leerstellen zu Skulpturen. Zeitgenössische Arbeiten treffen auf Filme und Fotografien von Matta-Clark, die ihrerseits aus einer Zeit des Umbruchs hervorgegangen sind.

Aus dem Kunstarchiv Beeskow werden sechs Künstlerinnen aus der DDR präsentiert, die sich intensiv mit der Stadtlandschaft Ost-Berlins auseinandersetzten. In Bildern, Grafiken und Fotografien thematisieren sie den urbanen Raum jenseits politischer Vereinnahmung und halten die besondere Atmosphäre der geteilten Stadt fest. Wie aktuell viele ihrer Themen noch heute sind, zeigt nicht zuletzt der Dialog mit zeitgenössischen Berliner Positionen. Mit seiner zweiten Ausstellung Zwischen Räumen eröffnet das ZKR ein Spannungsfeld, in dem historische Positionen und internationale Zeitgenossen einen öffentlichen Raum vermessen, der aktuell umkämpfter ist, als je zuvor.

Künstlerpositionen
Annemirl Bauer (DEU), Sibylle Bergemann (DEU), Simon Faithfull (UK), Antje Fretwurst-Colberg (DEU), Brigitte Fugmann (DEU), raumlaborberlin (DEU), Gordon Matta-Clark (US), Isa Melsheimer (DEU), Sabine Peuckert (DEU), Andrea Pichl (DEU), Marjetica Potrč (SVN), KUNSTrePUBLIK (DEU), Tomás Saraceno (ARG), Diana Sirianni (ITA), Ursula Strozynski (DEU)

Die Ausstellung Zwischen Räumen wurde von Katja Aßmann (ZKR), Nina Mende (ZKR), Angelika Weißbach (Kunstarchiv Beeskow) sowie den externen Kuratoren Christian Hiller und José Delano kuratiert.

Besonderer Dank an Jane Crawford und Thomas Schulte
Für die kuratorische Beratung Dank an Pedro Donoso

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Plakat: Sonderausstellung "Schlaglichter"

Das Kunstarchiv Beeskow im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt

 

Die Sammlung des Kunstarchivs Beeskow kam 1994 zustande, als die im Auftrag von Parteien und Massenorganisationen entstandenen Kunstwerke durch die Treuhandanstalt eingesammelt und von den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in die Burg Beeskow gegeben wurden. Aus dem Bestand von ca. 15.300 Objekten wurden 70 Werke ausgewählt, die den Wandel der Auftragsbehandlung verdeutlichen.

 

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Waren die Menschenbilder der 1960er Jahre bei Edgar Klier, Paul Michaelis oder Walter Womacka noch vom erzieherischen Impetus des neuen sozialistischen Menschentypus charakterisiert, zeigt sich in der Malerei der 1980er Jahre vor allem ein kritisches Verhältnis zur Gesellschaft. Vor dem Hintergrund veränderter Welterfahrung dominieren in den Werken von Hubertus Giebe, Lutz Friedel oder Michael Hegewald Selbstbehauptung und Identitätsbestimmungen als Ausdruck eines realistischen Gesellschaftsverständnisses. Gänzlich eigene Wege sind im Bereich Druckgrafik und Zeichnungen erkennbar, wo neben den Altmeistern Tübke, Mattheuer oder Querner und dem Beherrschen klarer Raum- und Körpervorstellungen die Vielschichtigkeit der zeichnerischen Struktur eines Hanns Schimansky oder Carlfriedrich Claus mit expressiven, spontanen Zeichen innerer Erregung vertreten sind. Existenzielle Situationen verkörpern auch die Porträtplastiken der Bildhauer Fritz Cremer, Gustav Seitz und René Graetz, die unter Vermeidung übertriebenen gestischen Ausdrucks auf Verinnerlichung der Darstellung und behutsame Belebung der Oberflächen setzten.

Die Präsentation im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR ist Bestandteil des vom dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, dem Kunstarchiv Beeskow und dem Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) ausgerichteten Ausstellungsprojekts „Schlaglichter“ mit parallel durchgeführten Ausstellungen in Cottbus, Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder).

Bei Vorlage einer Eintrittskarte zum regulären Preis gewähren die beiden anderen Museen während der Ausstellungslaufzeit den ermäßigten Preis.

Zur den drei Ausstellungen, die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße und der Sparkasse Oder-Spree gefördert werden, erscheint ein Katalog mit umfangreichem Bildmaterial.

Informationen außerdem unter: www.schlaglichter.net

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links: Janet Laurence: „Waiting - A Medicinal Garden for Ailing Plants“ (Foto: Frank Sperling) rechts: Archivschränke zeigen Grafikmappen des Kunstarchivs Beeskow (Foto: Frank Sperling)

Ausstellung in Kooperation mit dem Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum (ZKR) im Schloss Biedorf.

 

Auftrag Landschaft ist die erste Ausstellung am ZKR – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum Schloss Biesdorf. Sie zeigt neun Positionen von zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen der Internationalen Gartenausstellung Berlin 2017 Seite an Seite mit über zwanzig Künstlern, die sich mit dem Thema Landschaft in der ehemaligen DDR auseinandergesetzt haben.

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Unsere Vorstellungen von Landschaft sind immer auch Abbild unserer Kulturgeschichte: Je nach Betrachter variiert das idealtypische Bild von der verwilderten Brache, über den englischen Landschaftspark, bis hin zu urbanen Freiräumen des 21. Jahrhunderts. So sind es von Menschenhand geschaffene Landschaften, beeinflusst durch die jeweils aktuellen Moden der Zeit, die unser Bild von Landschaft prägen. Und oft sind es Künstler und Künstlerinnen, die diese Bilder im kollektiven Gedächtnis verankern, indem sie Landschaften in Zeichnungen, Grafiken, Drucken, Gemälden, Fotografie, Film oder sogar mittels Sound festhalten – mal realistisch abbildend, mal künstlerisch kommentierend und dann wieder visionär in die Zukunft gedacht.

Die präsentierten Positionen sind ebenso vielfältig, wie die Landschaft, die betrachtet wird. Bereits der Titel Auftrag Landschaft spielt sowohl auf den Begriff der Auftragskunst und die Landschaft als künstlerisches Sujet an, als auch auf gesellschaftliche Verantwortung, Umweltschutz und soziale Funktionen der Landschaftsgestaltung.

Die Verbindung von Kunst in der DDR mit zeitgenössischen Positionen eröffnet dabei teils ungeahnte Bezüge. Einerseits veranschaulicht sie, wie sich gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen in künstlerisches Schaffen einschreiben, anderseits werden immerwährende Themen über die Jahrzehnte hinweg beleuchtet. So überführt Auftrag Landschaft die bereits im Titel angelegten Assoziationen in ein räumliches Erlebnis, das seine Besucher und Besucherinnen mal subtil poetisch, mitunter humorvoll, aber auch mit politischer Ernsthaftigkeit empfängt.

Die Ausstellung wurde von Katja Aßmann in Zusammenarbeit mit Angelika Weißbach und Jeannette Brabenetz kuratiert.

Künstlerpositionen:

atelier le balto (DE/FR), Kurt Buchwald (DE), Günther Brendel (DE), Manfred Butzmann (DE), Wolfgang Domröse (DE) ,|Erik Göngrich (DE), Jeanne van Heeswijk (NL), Jeppe Hein (DE/DK),  Joseph W. Huber (DE),| Köbberling/Kaltwasser (DE),  Janet Laurence (AU), Seraphina Lenz (DE),
Charlotte E. Pauly (DE), Nuria Quevedo (DE/ES), Michael Sailstorfer (DE), Ralf-Rainer Wasse (DE), Olaf Wegewitz (DE), ZimmerFrei (BE/IT),

Sowie die Grafikmappen

Kamern, 1969/70 mit Arbeiten von Sigrid Artes, Klaus Drechsler, Dietrich Fröhner, Willy Günther, Walter Lauche, Klaus Magnus, Gerhard Schwarz, Elfriede Seibt, Lothar Sell, Erika Stürmer-Alex, Aini Teufel, Christine Wahl, Matthias Wegehaupt

Landschaften – 8 Grafiken zu Gedichten von Johannes R. Becher, 1981 mit Arbeiten von Otto Möhwald, Uwe Pfeifer

Natur und Umwelt, 1982 mit Arbeiten von Meinhard Bärmich, Rudolf Sittner
Stadt Landschaft Berlin, 1987 mit Arbeiten von Joachim Bayer, Martin Colden, Olaf Nehmzow, Hanns Schimansky, Margot Sperling

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Roland Borchers: Im Turm, 1984

Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

 

Eine Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow in Kooperation mit dem Forum Kunstarchiv Beeskow e.V.
Eine Initiative des Zentralrats der Freien-Deutschen-Jugend (FDJ)
Ausgewählte Bildwerke aus dem Bestand des Beeskower Kunstarchivs

 

 

In den Jahren 1983-86 wurden zwischen dem FDJ-Zentralrat und den Kunsthochschulen der DDR vertragliche Regelungen zur „bildkünstlerischen Ausgestaltung“ der FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ am Bogensee bei Berlin getroffen.

 

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Demzufolge sollten Werke von jungen Künstlern, die im genannten Zeitraum ihren akademischen Abschluss erreichten, angekauft und zum Zweck der künstlerischen Ausgestaltung der Jugendhochschule eingesetzt werden. Bei den meisten der auf diesem Wege erworbenen Kunstwerken handelt es sich um bildnerische Äußerungen, die als Ausdruck des Zeitgeistes der an die Grenzen ihrer Existenzmöglichkeiten gekommenen DDR erkennbar sind. Sie stehen keinesfalls nur für die Verschönerung bestimmter Räume im Innen-  und Außenbereich, sondern provozieren über ihre ästhetische Gestaltung hinaus Einblicke in die gesellschaftliche Situation der 1980er Jahre in der DDR und das kritische oder unkritische Potenzial der jungen Künstler von damals.

Gezeigt werden 35 ausgewählte Arbeiten der Malerei und Grafik, darunter Werke von Roland Borchers, Neo Rauch oder Bodo Münzner. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft mit Abbildungen der Exponate und einem Abriss der Geschichte der FDJ-Jugendhochschule Bogensee.

Eine Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow in Kooperation mit dem Forum Kunstarchiv Beeskow e.V.

Gefördert von der Sparkasse Oder-Spree und dem Landkreis Oder-Spree

Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen.

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Horst Jurtz: Permer Bilderbogen (Ausschnitt)

DDR-Laienschaffen aus dem Kunstarchiv Beeskow

 

Das „Bildnerische Volkschaffen“ erreichte als künstlerische Freizeitbeschäftigung breite Resonanz in der Bevölkerung der DDR.

 

Staat und Kommunen, Gewerkschaft und Betriebe, Schulen und Hochschulen sowie die Jugend- und Frauenorganisation und der Kulturbund waren Träger dieser Bewegung und fungierten zugleich als Mittler der offiziellen Kulturpolitik. Die Arbeit in Zirkeln und von Einzelschaffenden der bildenden und angewandten Kunst gehörte zu einer finanziell begünstigten, aber auch ideologisch beeinflussten „Massenkultur“.

 

Mit über 70 Werken aus der Sammlung des Kunstarchivs Beeskow dokumentiert die Ausstellung die Vielfalt der von den Amateuren bevorzugten Themen, darunter Landschafts- und Porträtmalerei, Darstellungen der Arbeitswelt, des Alltags sowie politischer Anliegen.

 

Die Ausstellung in Eisenhüttenstadt wird ausgerichtet vom Kunstarchiv Beeskow in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.

Frank Höhler: Rathaus Eisenhüttenstadt

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Frank Höhler (Dresden), Thomas Kläber (Kolkwitz), Georg Krause (Berlin) und Jürgen Matschie (Bautzen).

Foto: Christine Kisorsy

Hotels gehören zum gebauten Gedächtnis einer Stadt. Doch ihre Seele sind die Mitarbeiter, und ihre Geschichte ist immer mit den Menschen verbunden, die es zu dem gemacht haben, was es in der Erinnerung bleiben wird: Ein Mythos.

 

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Ein Hotel, das tief im kollektiven Bewusstsein der Stadt, in der es steht, und dem der ehemaligen Mitarbeiter verankert ist, ist das Hotel Lunik in Eisenhüttenstadt. Eröffnet 1963 als erstes Haus am Platze wurde es schnell zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Über 30 Jahre empfing das Hotel Gäste aus der ganzen Welt, die in seinen Zimmern nächtigten, im Restaurant speisten und sich in der Nachtbar vergnügten.  Das Hotel  steht noch immer in der Straße der Republik 35, doch das Gebäude, das heute eine Ruine ist, lässt den Luxus und Komfort von einst nur noch erahnen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Fotos des Hotels und seiner ehemaligen Mitarbeiter.  Siebzehn Portraits zeigen einen Querschnitt durch die Arbeitswelt des damaligen Hotels vom Direktor bis zum Hausmeister. Ihnen gegenübergestellt sind 17 Aufnahmen der ehemaligen Arbeitsplätze der Portraitierten.

Die Ausstellung folgt in ihrem Aufbau der inneren Ordnung eines Hotels und ist unterteilt nach Arbeitsbereichen: Verwaltung, Rezeption, Küche, Restaurant, Bar, Zimmer. In den ersten vier Ausstellungsräumen, die sich wie auf einem Hotelflur links und rechts der Hauptachse des Sonderausstellungsbereichs dem Besucher erschließen, befinden sich auf der einen Seite die Fotos der Mitarbeiter, auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges sind entsprechend den Arbeitsbereichen Innen- und Außenaufnahmen des Hotels im Zustand von 2005 zu sehen.

Die Ausstellung wird abgeschlossen durch Standfotos aus dem Film LUNIK die zeigen, wie das Hotel als Kulisse für den Film bespielt wurde.

Der Einsatz von Schwarzweiß und Farbe als Stilmittel erzeugt einen ästhetischen Gegensatz des Alltags zu den inszenierten Bildern des Films. Die aus der Zeit der Nutzung des Gebäudes als Kinderkrippe stammenden Fenster wurden in die Dramaturgie der Ausstellung einbezogen. Sie geben entweder als verlängerte Sichtachsen den Blick frei oder verengen ihn, so als würde man durch den Sucher einer Kamera sehen.

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Foto: Bernd Geller

Die Wohnstadt des Eisenhüttenkombinats, von 1953 bis 1961 Stalinstadt und seitdem Eisenhüttenstadt genannt, entstand ab 1951 als Stadt von Zuwanderern. Dies bestimmte nicht nur ihre erste Aufbauphase, sondern formte auch in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich ihren Charakter. Mit jedem industriellen Wachstumsschub stieg die Zahl der Neubürger.

 

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Hoch war der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen, die von Ostpreußen bis Oberschlesien kommend sich zunächst in anderen Teilen der Sowjetischen Besatzungszone niedergelassen hatten und dann nochmals wanderten. In den ersten Jahren der neuen Stadt machten sie bis zu einem Drittel der Zuzügler aus. Eine vergleichsweise kleine, jedoch besonders weitgereiste Gruppe bildeten Angehörige der deutschen Minderheit in der Sowjetunion, die teils nach sibirischer Verbannung in Eisenhüttenstadt eine neue Heimat fanden.

Das Gros der Zuwanderer aber war in den nunmehr zur DDR gehörenden Landesteilen Deutschlands geboren, also im Raum zwischen der Ostseeküste und dem Vogtland, wobei der Anteil der Sachsen besonders hoch ist.

Wie haben sich diese Menschen unterschiedlichster regionaler und sozialer Herkunft in der neuen Stadt eingelebt, welche prägenden biographischen Erfahrungen und welches „kulturelle Gepäck“ brachten sie in das neue Gemeinwesen ein ?

Diesen und weiteren Fragen geht die Ausstellung am Beispiel von 18 Bürgern nach, die zumeist während des Krieges oder in der Gründungsphase der DDR aufwuchsen und ab 1951 in der neuen Stadt verschiedene berufliche und persönliche Entwickungswege einschlugen.

Für die Schau wurden ausführliche lebensgeschichtliche Interviews geführt, von denen ausgewählte Passagen vorgestellt werden. Die Präsentation betrachtet damit Zeitgeschichte „von unten“, im Spiegel individueller Erinnerungen und anhand persönlicher Objekte. Die Exponate, die überwiegend noch nie zuvor öffentlich gezeigt wurden, eröffnen überraschende und persönliche Perspektiven auf historische Zusammenhänge.

Zu sehen sind Fotoalben, Briefe und private Objekte, die teils aus der alten Heimat mitgebracht wurden. Ein besonders rares Zeugnis bildet ein Kleinbildfilm, der einen Umzug mit dem Pferdefuhrwerk im Schatten neu errichteter Hochhaustürme dokumentiert und jenen Sprung in eine unbekannte Modernität und Urbanität, der die Ankunft in Eisenhüttenstadt für viele bedeutete, eindrucksvoll beleuchtet.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Dieser ist im Dokumentationszentrum gegen eine Schutzgebühr von 5 EUR erhältlich.

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Burg Beeskow

 

Ein Gemeinschaftsprojekt der Max-Lingner-Stiftung und des Kunstarchivs Beeskow.

 

In der Ausstellung sind Entwürfe für die Festdekorationen und für die verschieden Versionen des Wandbildes zu sehen. Weiterhin lässt sich der Zyklus großformatiger Historiengemälde, die Lingner ebenfalls Anfang der 1950er Jahre konzipiert hat, in Kompositionsskizzen und Einzelstudien anschaulich nachvollziehen. In den Illustrationen, die Lingner für Bücher mehrere DDR-Verlage gezeichnet hat, kann man schließlich seine französischen Motive wiederfinden.

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Nachdem sich der Maler Max Lingner (1888-1959) in den 1930er Jahren in Paris als Pressezeichner für die kommunistischen Zeitungen MONDE und l‘Humanité einen Namen gemacht hatte, kehrte er 1949 in sein Heimatland zurück, um beim Aufbau eines antifaschistischen Deutschlands mitzuwirken. Seine ersten Aufträge waren Großdekorationen, wie er sie bereits in Frankreich für die Pressefeste der Humanité realisiert hatte. In Berlin gestaltete er im Lustgarten und Unter den Linden für die Kundgebungen zum 1.Mai 1950 ein Bildprogramm aus mehreren Teilen, das als „Kunstausstellung auf der Straße“ gefeiert wurde. Parallel dazu beteiligte er sich auf Einladung des Ministeriums für Aufbau der DDR am Wettbewerb für ein Wandbild am Haus der Ministerien. Doch kaum war Lingner als Sieger des Wettbewerbes hervorgegangen, wurde er im Rahmen der Formalismus-Kampagne dogmatisch kritisiert. Seinen ersten Entwurf für das Wandbild musste er fünf Mal überarbeiten, und als es 1953 eingeweiht wurde, stellte ihn das Ergebnis nicht zufrieden.

Die präsentierten Zeichnungen und Gemälde kommen aus der Sammlung der Max-Lingner-Stiftung sowie aus Privatbesitz. Eine Dokumentation zu Lingners Leben und Werk ergänzt die Ausstellung

Kuratoren: Herbert Schirmer, Dr. Angelika Weißbach

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Burg Beeskow

 

Malerei des Kunstarchivs Beeskow und des Kunstfonds des Freistaates Sachsen, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

 

Die Ausstellung will einen differenzierten Blick in die Sammlung ermöglichen und deren vernachlässigtes Potential erschließen. Darum handelt es sich bei diesen 75 Bildern aus 40 Jahren Kunst im Auftrag bzw. Ankauf nicht nur um eine mechanische Addition der gewohnt erwarteten klassenkämpferischen Attitüden, sondern mehr um ein Konvolut unauffälliger, dem schlichten Alltagsleben verpflichteter Bilder. Bilder von unverbindlicher Beschaulichkeit, Bilder auch, auf denen sich Belanglosigkeiten und künstlerische Harmlosigkeit ausbreiten, wie sie in allen Epochen und Gesellschaftssystemen entstanden sind und – auch weiterhin entstehen.

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Bis zum Ende der 1960er Jahre übten sich Künstler noch an der Übereinstimmung mit dem Publikumsgeschmack und den politisch sanktionierten Kunstvorstellungen der herrschenden Partei wie auch der sowjetischen Besatzungsmacht.

Mit der Fortschreibung des biederen Realismusverständnisses der 1950er Jahre, das schon unter den Nationalsozialisten den Kunsttenor gegen die wesentlichen Strömungen der Moderne des 20. Jahrhunderts in Deutschland gebildet hatte, wurde der kleinbürgerliche Kunstgeschmack breiter Bevölkerungskreise zum entscheidenden Argument der Kulturpolitik gegen eine zeitgemäße Entwicklung der bildenden Künste. Erst die so genannte Problemmalerei der 1970er Jahre berief sich auf die nüchterne Befragung der Wirklichkeit und die Umwandlung der realen Dingwelt in eine hintergründige, meist mit gleichnishaften Rückverweisen auf Mythen vergangener Epochen aufgeladene Realität. Bis zum Ende der DDR entstehen Bilder, die in der europäischen Tradition stehen, die bestimmt sind von der Lust am Malen und von dem Traum, das Leben durch Bilder verändern zu können.

Hatte die Staatliche Kunstkommission der Sowjetischen Besatzungszone noch das Werk Albrecht Dürers und Tendenzen des kritischen Realismus des 19. Jahrhunderts als vorbildhaft empfohlen, den werktätigen Menschen zur Ikone, zum Helden der sozialistischen Bewegung stilisiert, so breitete sich auf den Leinwänden der 1980er Jahre eher Katerstimmung und Aschermittwochsatmosphäre aus. Die Agonie des Staates provozierte die Verweigerung von Gehorsam und Gefolgschaft. Zwischen williger Auftragserfüllung und totaler Verweigerung, zwischen staatlicher Fürsorge und Ablehnung kulturpolitischer Prämissen, zwischen Nischenphänomenen und Außenseitertum, war im Grunde alles möglich. Selbst die Auftragskunst aus den 1980er Jahren zeugt davon, dass Staat und Gesellschaft in der DDR längst auseinander gefallen waren, und dass vor allem Künstler die Missstände anprangerten, an Symptomen laborierten, Freiräume erkundeten und Widersprüche zwischen politischen und sozialen Ansprüchen und gesellschaftlicher Wirklichkeit aufdeckten.

Text: Herbert Schirmer

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Galerie der Kunststiftung Poll

 

Eine Kooperation des Kunstarchivs Beeskow und der Kunststiftung Poll, Berlin.

 

Seit dem Fall der Mauer wurde die Rolle der Frau in Ost und West im öffentlichen Diskurs immer wieder thematisiert und auch idealisiert. Der Blick auf die Kunstwerke blieb dabei aber weitgehend aus, obwohl sich gerade in ihnen Weltbilder und Identitätsvorstellungen und somit auch Bilder der Frau verdichten.

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Bilder von uns selbst – egal ob in der Eigen- oder Fremdwahrnehmung – sind niemals bloße Abbilder, sondern Konglomerate der verschiedensten Welten. In der popkulturellen Bildproduktion nehmen medial bzw. öffentlich verbreitete Vorstellungen vom „gesellschaftlichen So-Sein“ – Role Models – einen gewichtigen Stellenwert ein.

Die Ausstellung „Role Models!“ zeigt einen Ausschnitt der inhaltlichen und formalen Vielfalt der Bestände aus dem Kunstarchiv Beeskow in den Räumen der Galerie der Kunststiftung Poll in Berlin. In der erstmaligen Kooperation beider Institutionen geht es um die Wirklichkeit der Bilder, die immer auch mit der gesellschaftlichen Realität in Verbindung steht. In diesem Spannungsfeld wird anhand der von Künstlerinnen und Künstlern (Selbst- und Fremdbilder) geschaffenen Werke nach dem Bild der Frau in einer Vorbildfunktion unter den Vorzeichen von Arbeit, Mythologie und Weiblichkeit gefragt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Verlag Kettler.

Text: Claudia Jansen

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Das Versprechen: „Chemie gibt Brot, Wohlstand, Schönheit“. Protokollband der Chemiekonferenz 1958 in Leuna
Das Versprechen: „Chemie gibt Brot, Wohlstand, Schönheit“. Protokollband der Chemiekonferenz 1958 in Leuna
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Der Katalog des Centrum-Versandhauses bewirbt die plastifizierte Warenwelt aus Meladur, Polystyrol und Polyethylen als Ausdruck einer modernen Lebensweise.
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Meladur-Geschirr, aus dem thüringischen Betrieb Isopress Rottenbach, 1960er Jahre
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Kunststoffe, in der DDR „Plaste“ genannt, gehören heute selbstverständlich in unseren Alltag, alles wird bevölkert von synthetischen Kleinigkeiten. Der Geschmack des Beiläufigen haftet ihnen an. Je besser sie funktionieren, desto weniger werden sie bemerkt.

 

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In der DDR wurde aus den „Ersatzstoffen“ der Kriegs- und Nachkriegszeit ein Material der Träume, das eine Modernisierung unter sozialistischen Vorzeichen versprach. Auf der Chemiekonferenz von 1958 in Leuna wurde unter dem Motto „Chemie gibt Brot, Wohlstand, Schönheit“ der umfangreiche Ausbau der chemischen Industrie angekündigt: der Ausbau der Kunststoff- und Kunstfaserproduktion und die Umstellung von Karbid- auf die preisgünstigere und ressourcensparende erdölbasierte Chemie. Dazu wurde im selben Jahr der Bau einer über 5000 Kilometer langen Erdölpipeline von der Sowjetunion bis nach Schwedt vereinbart.

Auf die programmatische Einführung der Kunststoffe folgte die materielle Umwälzung in den privaten Haushalten. Frühe Kunststoffe wie Bakelit, PVC und die halbsynthetischen Werkstoffe Celluloid, Vulkanfiber und Kunsthorn wurden zunehmend durch die moderneren und vor allem farbigen Thermoplaste Polystyrol, Polyethylen und Polypropylen verdrängt. Die Ankunft der Plaste im Alltag brachte für die Konsumenten neue Produkte und neue Alltagsroutinen mit sich, aber auch die Gewöhnung und Enttäuschung über die uniforme Massenware.

Zwischen 1958 und 1960 widmeten sich Designer der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein der Entwicklung von Gebrauchsgütern aus den neuen Werkstoffen. Auf diese Weise entstanden Gebrauchsartikel für den Haushalt und die kollektive Versorgung. Vom Entwurf über die Herstellung, den Gebrauch bis zur Entsorgung durchlaufen Kunststoffartikel einen eigenen Lebenslauf.

Hergestellt wurden Kunststoffartikel in über 800 plastverarbeitenden Betrieben, darunter vielen Privatbetrieben. In Folge des Chemieprogramms wurde die plastverarbeitende Industrie durch umfangreiche Investitionen modernisiert, es entstanden auch Neugründungen wie etwa in Schwerin und Staaken. Die Verstaatlichungswelle von 1972 setzte der privaten Plastindustrie in der DDR dann ein jähes Ende. Nach dem Ende der DDR gelang einigen Betrieben durch Reprivatisierung oder die Übername durch Investoren ein Neubeginn.

Die Vorstellung eines flächendeckend plastifizierten Landes prägt noch heute unseren Blick auf den Alltag der DDR, und sie erscheint angesichts der Produktwelt aus Plast durchaus gerechtfertigt.

Die Ausstellung fragt nach dem innovativen Potential der Kunststoffe, dem durch sie ausgelösten materiellen Wandel der Warenwelt, nach ihrer politisch gewünschten Aufwertung und Verbreitung im Alltag sowie den vielen Produzenten, die unter den Bedingungen der Planwirtschaft Kunststoffe verarbeiteten. Sie rückt die Materialität der Dingwelt in den Fokus und macht die Vielfalt der Plastikwelt sichtbar.

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Südbahnhof Krefeld

 

Mit der Ausstellung „SEITENWECHSEL – Bildende Künstler zwischen 1945 und 1965“ realisiert das Kunstarchiv Beeskow die zweite Ausstellung im Südbahnhof Krefeld.

 

Dokumentiert werden auf 50 Informationstafeln Aussagen zu Notwendigkeit und Art des Weggangs der Künstler von Ost nach West und umgekehrt. Als häufige Ursachen für den Weggang sind politische Repressalien, gesellschaftliche Ausgrenzung oder fehlende Anerkennung, künstlerische Defizite sowie private Entscheidungen zu nennen. Die Dokumentation wird ergänzt durch originale Kunstwerke aus jener Zeit. Diese kommen aus dem Bestand des Beeskower Kunstarchivs, der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin, aus Museen sowie von privaten Leihgebern.

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Die anfänglichen Hoffnungen nach einer gerechten Gesellschaft und humanen Werten auf beiden Seiten wird durch die von den Besatzungsmächten unterschiedlich dominierte Kulturpolitik schon bald in Richtungen gedrängt, die unterschiedlicher nicht sein können. Während Kunst und Künstler in der Bundesrepublik ihre Entwicklung größtenteils in Freiheit selbst bestimmen, geraten Künstler im Osten zunehmend in die staatliche Erziehungsmaschinerie und werden häufig zu ideologischen Erfüllungsgehilfen. Die Ausrichtung erfolgt – unter tatkräftiger Mitwirkung der sowjetischen Besatzungsmacht – am sozialistischen Realismus, mit dessen dogmatischer Handhabung das Maß der Abgrenzung bestimmt wird. Vor diesem Hintergrund zeigt sich gerade in den 1950er Jahren, welche Auswirkungen der Kalte Krieg auf Kunst und Künstler in beiden Teilstaaten hat, wie sich die Fronten allmählich verhärten und die ideologische Auseinandersetzung bis in die ästhetischen Bereiche reicht und existenzielle Dimensionen annimmt.

Der Versuch der Künstler im Osten, nach 1945 an den Kunstströmungen von vor 1933 anzuknüpfen, misslingt unter dem sowjetischen Diktat des Sozialistischen Realismus und der verhinderten Anknüpfung an der bereits von den Nationalsozialisten diffamierten Moderne durch die Kulturfunktionäre der SED.

Die Situation an den Kunsthochschulen spitzt sich nach 1949 ideologisch zu, was Georg Baselitz, Gotthard Graubner, Gerhard Richter, Eugen Schönebeck oder Günther Uecker, um nur einige zu nennen, zwingt, die DDR zu verlassen, um an den Kunstakademien in Berlin (West) und Düsseldorf ihr Studium fortzusetzen. Andere wie Hermann Bachmann oder Herbert Kitzel aus Halle (Saale) werden an Kunsthochschulen in der Bundesrepublik berufen. Wegen seiner realistischen Auffassung folgt Fritz Dähn aus Stuttgart dem Ruf an die Akademie nach Weimar, später nach Dresden und Berlin. Mac Zimmermann oder Heinz Trökes kehren nach nur zwei Semestern an der Weimarer Hochschule nach Berlin (West) zurück. Künstler wie Gustav Seitz, Heinrich Ehmsen oder Oskar Nerlinger werden wegen ihres kunstpolitischen Engagements in der sowjetischen Besatzungszone aus ihren Lehrämtern in Berlin (West) entlassen und finden in Berlin (Ost) Aufnahme. In den 1960er Jahren fliehen Künstler wie Rainer Kriester, Sieghard Pohl oder Lothar Fischer nach Inhaftierung in der DDR über die Grenze nach Berlin (West).

Mit dem Bau der Mauer und der Verfassungsänderung in der DDR wird die Abgrenzung zwischen Ost und West zementiert. Der Wechsel in den anderen Teil der Stadt ist nicht mehr möglich.

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Isolierkanne Werksentwurf, VEB Alfi Fischbach 1957
Isolierkanne Werksentwurf, VEB Alfi Fischbach 1957
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Taschen-Transistorempfänger "Sternchen", Werksentwurf, VEB Stern-Radio Berlin, 1960
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Handstaubsauger "Omega" HS 1060, Werksentwurf unter Mitarbeit von Hans Merz, 1950er Jahre, VEB Elektrowärme Altenburg
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Eimer, Polyethylen, Entwurf Martin Kelm, um 1960, VEB Presswerk Tambach-Dietharz
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Dreikant-Sicherheitsschlüssel mit Kunststoff-Schaft, Entwurf Ernst Fischer, 1960er Jahre, VVB EBM Karl-Marx-Stadt (alle Fotos: A. Ludwig)
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Kofferradio Spatz, Werksentwurf VEB Elektroakustik Hartmannsdorf, 1958
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Der Titel der Ausstellung sagt, worum es geht: einfache Dinge des Alltags, landläufige Konsumgüter sind Gegenstand eines professionellen Produktdesigns und waren in der DDR seit den frühen 50er Jahren Teil einer offiziellen Kulturpolitik unter der Maßgabe der Entwicklung einer „sozialistischen Lebensweise“ .

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Alltagsdinge unterliegen deshalb künstlerischer Gestaltung ebenso, wie sie in einer komplexen Lebenswelt entstehen und wirken.

Die Ausstellung zeigt Gegenstände, die in der Designentwicklung der DDR vielfach besprochen wurden und inzwischen ihren Platz in der Designgeschichte gefunden haben. Zugleich verweist der Titel „Alltagsdinge“ auf die Dimension der Ausstattung einer Gesellschaft mit Gütern des täglichen Gebrauchs. Im Vordergrund steht ihre Funktionalität, aber auch ihre Verfügbarkeit. Man könnte diesen Aspekt auch unter den Begriff der Annehmlichkeiten des modernen Lebens fassen, gerade im Hinblick auf die in der Ausstellung verhandelte Zeit einer „europäischen Nachkriegsmoderne“ seit den 50er Jahren. Zugleich wurde und wird immer wieder neu verhandelt, was „modern“ ist, welche Form angemessen und welche reines „Dekor“ ist. Dies gilt für die Gegenwart ebenso, wie für die Entwicklung der Produktgestaltung in der DDR.

Die Geschichte des Design in der DDR beginnt wenige Jahre nach dem Endes des Zweiten Weltkrieges. Angesichts der großen Zerstörungen und vieler Flüchtlinge war zunächst der Bedarf an grundlegenden Ausstattungsgegenständen für den Haushalt vordringlich, Geschirr, Möbel, Nähmaschinen, Kleinküchen. Die Produktion von einfachen und überlebensnotwendigen Konsumgütern prägte die erste Phase des Produktdesign in der DDR. In Vorfeld des Aufstandes vom 17. Juni 1953 wurde der „Neue Kurs“ ausgerufen, dessen Kern eine Verbesserung der Lebensbedingungen war. Dies bedeutete eine Steigerung der Konsumgüterproduktion und in der Folge eine durchgreifende Modernisierung ihres Designs.

Das betraf jetzt auch Dinge, die eine Normalisierung der Lebensverhältnisse signalisierten: Unterhaltungselektronik, Freizeitartikel, elektrische Haushaltsgeräte. Diese Tendenz setzte sich in den 60er Jahren fort, als die DDR nach dem V. Parteitag der SED 1958 in eine direkte Konkurrenz zur Bundesrepublik treten wollte. Moderne Konsumgüter galten als Beweis der Überlegenheit des Sozialismus. Während des Neuen Ökonomischen Systems der 1960er Jahre erlangte die „Produktivkraft Kultur“, mithin auch die Gestalt der Produkte, ökonomische Bedeutung. Neben der Ausstattung der Haushalte galt das Augenmerk der Wirtschaftsplaner nun vor allem der Arbeits- und Umweltgestaltung. Dieses Feld stand ab den 1970er Jahren im Vordergrund der Designentwicklung in der DDR.

Beobachtern erschien die DDR an ihrem Ende grau, ihre Produkte veraltet und aufgrund ihres Aussehens als unattraktiv. Die verbreitete Hinwendung der Menschen zu westlichen Konsumgütern nach Öffnung der Grenzen verstärkte diese Betrachtungsweise noch. In der Tat war ein Teil der damals aktuellen Konsumgüterproduktion bereits Ende der 50er und in den 60er Jahren entwickelt worden. Mit dem zeitlichen Abstand von 20 Jahren zeigt sich ein differenziertes Bild: inmitten einer Vielzahl belangloser oder auch befremdlicher Gegenstände ragen einige aufgrund ihrer gelungenen gestalterischen Qualität heraus. Bei einer systematischen Suche innerhalb der Warenwelt der DDR wird schnell deutlich, dass vor allem zwischen Mitte der 50er und dem Beginn der 70er Jahre eine durchgreifende Modernisierung langlebiger Konsumgüter und einfacher Haushaltsgegenstände stattgefunden hat. Schreibmaschinen, Radios und Fernsehgeräte, Geschirr und Besteck, Stühle und Schränke waren Gegenstand einer aktiven Produktgestaltung, deren Erscheinungsbild den unmittelbaren Vergleich mit Konsumgütern des Westens herausfordert und deren Wandel historische Entwicklungsetappen verdeutlicht.

Industriedesign war Teil der Wirtschaftsplanung in der DDR. Bereits 1953 wurde das Institut für angewandte Kunst gegründet, das bei der Durchsetzung eines modernen Produktdesign in der Industrie eine zentrale Rolle spielen sollte. Hier entstand auch die einzige Fachzeitschrift für Design, form + zweck. Staatliche Designpolitik bedeutete auch eine öffentliche Propagierung des „guten Geschmacks“, etwa in der Zeitschrift „Kultur im Heim“ seit 1957, durch Ausstellungen, staatliche Auszeichnungen für Qualitätsprodukte mit Prädikaten, Goldmedaillen der Leipziger Messe und schließlich dem Designpreis der DDR. Die Ausbildung von Formgestaltern, wie Designer in der DDR hießen, erfolgte an Fachschulen in Wismar/Heiligendamm und Schneeberg sowie an den Hochschulen in Dresden, Weimar, Halle-Burg Giebichenstein und Berlin-Weißensee. Sie entwickelten sich als eigenständige Berufsgruppe und schrittweise wurden die Absolvent/-innen der Hochschulen in die Entwicklungsabteilungen der Großbetriebe und Industriezweige vermittelt.

Neben der staatlichen Planung für eine designgestützte Konsumgüterproduktion war vor allem eine spezifische Produktphilosophie bemerkenswert, die Funktionalität und Langlebigkeit in den Vordergrund stellte. Dies war nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit, sondern auch konsumpolitisches Programm der DDR gegenüber der Bundesrepublik. Design sollte nicht allein dem Kaufanreiz dienen, sondern eine „sozialistische Lebensweise“ entwickeln helfen. Designpolitik gliedert sich hier in Gesellschaftspolitik ein. Gab es also ein spezifisches „DDR-Design“ oder orientierte man sich an weltweiten Tendenzen, die man auf die DDR anwandte und für die Exportfähigkeit nach Westen nutzbar machen wollte? Die Widersprüche sind offensichtlich und bleiben noch näher zu untersuchen.

Angesichts staatlicher Einflussnahme auf die Produktgestaltung verwundert es nicht, dass auch die Formgestaltung Gegenstand kulturpolitischer Auseinandersetzungen in der DDR wurde. Mitte der 50er Jahre gerieten moderne Möbel unter „Funktionalismus“ -Verdacht. Auf der V. Deutschen Kunstausstellung 1962 wurden neutral-weiße, zylindrische Vasen kritisiert, die Kulturfunktionäre für formlos und vor allem schädlich hielten. Auf diese Weise gerieten Alltagsprodukte in die öffentliche Aufmerksamkeit und wurden zu Insignien einer kritischen, unangepassten Haltung.

Die Ausstellung fragt nach den Hintergründen und Akteuren dieser Entwicklungen ebenso, wie nach technischen Innovationen, die die Produktwelt veränderten und nach gestalterischen Lösungen verlangten. Und sie fragt nach der Bedeutung der gestalteten Dinge im Alltag. Sie ist deshalb nicht nach Stilperioden geordnet, sondern nach Tätigkeiten wie Sitzen, Kochen, Essen, Arbeiten, Aufbewahren, Stapeln, Leuchten, Schreiben, Spielen.

Wir wissen nicht, ob die Gegenstände der Ausstellung einst bewusst als „Designobjekte“ erworben wurden oder als normale Alltagsdinge. Einige von ihnen erforderten erheblichen Aufwand bei der Beschaffung, andere gehörten zum Grundbestand des Warenangebots in der DDR. Die meisten der gezeigten Gegenstände waren, teilweise über Jahrzehnte, im Alltagsgebrauch, sie wurden dem Museum als Gebrauchsgüter angeboten, während andere das Signum des Besonderen trugen. Allen gemeinsam ist, dass sie ihren Zweck erfüllten: sie funktionierten und gefielen.

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Burg Beeskow

 

Die Ausstellung »BilderBühnen« gibt mit den zwischen 1978 und 1988 entstandenen Gemälden einen Einblick in das Themenspektrum der offiziell in der DDR akzeptierten Kunst und präsentiert verschiedene künstlerische Konzepte der 1980er Jahre.

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Die Kunstwerke der Ausstellung stehen stellvertretend für eine thematische Kunst, die große Formate und eine expressive Malweise, Verfremdungen und räumliche Inszenierungen miteinander verbindet und die in der Komplexität der dargestellten Figuren und Konflikte auch heute noch einen mehrschichtigen Deutungsspielraum aufweist. Viele Künstler hatten mit ihren Bildern gesellschaftliche Konfliktfelder programmatisch bearbeitet und auf diese Weise dazu beigetragen, dass die Kunst gesellschaftliche Prozesse ständig begleitete und kommentierte, aber auch Antworten anbot, die sonst nirgendwo zu bekommen waren. Vor allem die jüngere Generation versuchte sich an einer in Ikonographie und Stilistik drastischen Malweise, die kritisch die eigene Verstrickung mit der Gesellschaft thematisierte. Zu sehen sind Werke von drei Künstlergenerationen, die als Lehrer oder Studenten an den Kunsthochschulen in Berlin, Leipzig, Dresden und Halle tätig waren.

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Südbahnhof Krefeld

 

Der Ausstellungstitel Schichtwechsel bezieht sich sowohl auf den Wandel der Arbeitswelt als auch auf den gesellschaftlichen Wandel nach dem Ende der DDR und dem damit verbundenen Paradigmenwechsel in der Kunst.

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In thematisch strukturierten Abteilungen werden zeitübergreifend Schwerpunkte gesetzt wie das neue Menschenbild, Aufbau der DDR, Welt der Arbeit (Industriedarstellungen, Brigadebilder, Helden der Arbeit, Aussteiger etc.), gesellschaftliches Engagement, Landschaft/Stillleben, die der gegenständlichen Darstellung verpflichtet sind. In der letzten Abteilung sind Künstler vertreten, die vor allem in den verschiedenen grafischen Techniken in Bereichen des Abstrakten gearbeitet haben.

Schichtwechsel verdeutlicht im anhaltenden Kontext des deutsch-deutschen Bilderstreites noch einmal die enge Verbindung zwischen Staat und Kunst und lässt die Künstler mit ihren Werken, weniger mit ihren Biografien oder den Auftragskriterien, zu Wort kommen. Allein die Bilder teilen mit, wie weit ein Künstler sich angepasst oder über seine mittelmäßige Begabung mit der Bedienung entsprechender Themen hinweggetäuscht hat.

Die Texte auf den Informationstafeln dienen der Aufklärung über Zusammenhänge und gegenseitige Abhängigkeiten wie dem verordneten sozialistischen Realismus, der aus der nationalsozialistischen Kulturpolitik übernommenen Diffamierung der Moderne, aber auch der Abgrenzung gegenüber der verordneten offiziellen Kunstpolitik (Staatliches Auftragswesen) und Versuchen der trickreichen Auslegung.

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Burg Beeskow

 

Im Werkbestand des Kunstarchivs Beeskow befinden sich rund 300 Porträts, darunter Gemälde und Kleinplastiken, auf denen Politiker, Künstler und Geistesgrößen dargestellt wurden, aber auch einfache Menschen aus Betrieben und aus dem Alltag, aus der Nachbarschaft und den Nachbarländern, ebenso wie Kinder und Alte.

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Die Ausstellung „Helden auf Zeit“ fragt nach dem Stellenwert dieser Porträts in der Kunst der DDR, und sie befragt die Künstler, die das Porträt als wichtige Ausdrucksform in ihrem künstlerischen Schaffen betrachteten. Die Ausstellung illustriert anhand von 44 Objekten, warum die Menschen auf den Porträts zu einer bestimmten Zeit für bildwürdig befunden wurden und verfolgt die Wege der Kunstwerke nach ihrer Fertigstellung bis ins Jahr 1989.

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Foto: Karl-Robert-Schütze

2010/2011 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und im Heimatmuseum/Galerie Falkensee.

 

Im Jahre 2004 starb Frau P., Sekretärin in Ost-Berlin. Ihre Einzimmerwohnung im Stadtteil Karlshorst war fast komplett mit Koffern und Kartons gefüllt, die sie in Regalen stapelte. Darin waren die Besitztümer aufbewahrt, wohlgeordnet und zugleich unüberschaubar. Nun ist daraus eine Ausstellung entstanden.

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Frau P. war eine gewissenhafte Frau, die Ihren Besitz ebenso sorgfältig verwahrte und katalogisierte, wie ihr eigenes Leben. Gekaufte Dinge, berufliche und private Unterlagen, oftmals mit kurzen Notizen über die jeweiligen Umstände versehen.
Schwerpunkt der Ausstellung sind die Hinterlassenschaften von Frau P., verbunden mit der Frage, warum sie angeschafft und bewahrt wurden.

Von den insgesamt 4800 Objekten, die das Dokumentationszentrum aus dem Nachlass erhielt, sind die meisten kaum oder gar nicht benutzt worden. Hüte, Mützen, Schals und Tücher, Schuhe und Schmuck, Handschuhe und Taschentücher sowie zahlreiche Taschen, Täschchen, Portemonnaies und Etuis bilden den Kern eines Besitzes persönlicher Accessoires. Frau P. verfügte über einen umfangreichen Besitz an Tischdecken, Platzdeckchen, Untersetzern, Schälchen, kleinen Dosen und kunstgewerblichen Gegenständen aller Art, die die Ausstattung eines großen Hauses bürgerlichen Zuschnitts ohne weiteres ermöglicht hätten. Im Nachlass finden sich auch Dutzende von Mappen mit Briefpapier, Grußkarten, Schreibblöcke, Notizhefte, Büromaterial, Fotoalben und andere Papierwaren, die nicht benutzt und nicht gefüllt sind.

Seit 1937 war Frau P. als Sekretärin berufstätig, ab 1950 in einem staatlichen Exportbetrieb. Aus zahlreichen Dokumenten lässt sich ihr Verhältnis zur Arbeit und ihre Stellung im Betrieb rekonstruieren, ebenso wie die privaten Lebensumstände. Aus vielen Details wird auch deutlich, wie der Lebenslauf von Frau P. mit der Zeitgeschichte verflochten ist: im Beruf mit den besonderen Umständen des Arbeitslebens in der DDR konfrontiert und von ihnen auch profitierend, im Privaten immer auch nach dem Westen orientiert, wo die Schwester lebte, von der sie durch den Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 getrennt war. In der Ausstellung wird dieser zeitgeschichtliche Kontext, versteckt in den Dingen, immer wieder zum Vorschein kommen.

Der Nachlass von Frau P. macht zunächst ratlos. Allein die Zahl der Dinge, die Frau P. angeschafft hat, deutet auf eine Obsession, Dinge ihres Gefallens besitzen und um sich herum versammeln zu wollen. Die Dinge gehörten zu ihr und zu ihrem Haus. Sind sie eine Repräsentation ‚typisch weiblicher‘ Sammlungen? Wollte sich Frau P. auf ein ‚bürgerliches Leben‘ vorbereiten, mit großem Haus und angemessenem persönlichen Auftritt? Wollte sie sich belohnen, indem sie Dinge Ihres Gefallens kaufte und mit nach Hause trug? Wollte sie sich mit Dingen umgeben, die sie als zugehörig zu Ihrer Persönlichkeit empfand? Auf je mehr Erklärungsansätze man stößt, je deutlicher wird, dass eine eindeutige Interpretation nicht möglich sein wird. Es ist diese Mischung aus Erstaunen und Ratlosigkeit, die auch die Ausstellung bestimmt. Es stellt sich immer wieder die Frage nach dem Verstehen dieser Ansammlung.

Leihgaben mit freundlicher Unterstützung von Dr. Karl-Robert Schütze und dem Deutschen Technikmuseum Berlin.

gefördert durch:

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Foto: A. Ludwig

2009/2010 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und in der Zitadelle Spandau, Berlin.

 

Die Zeit von 1989 bis 1990 umfasst wie im Zeitraffer öffentliche Ereignisse und individuelle Erlebnisse und Perspektiven, die Gegenstand einer Ausstellung im Eisenhüttenstädter „Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ sind.

 

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Binnen einer Spanne von nur wenig mehr als einem Jahr – von den Wahlen im Mai 1989 bis zur Währungsunion am 1. Juli 1990 – hat sich im Osten Deutschlands eine politische und gesellschaftliche Situation entwickelt, die von einer verbreiteten Stagnation in der DDR zur deutschen Einheit führte.

Im Rückblick ist die Erinnerung an diese Zeit auf wenige Ereignisse fokussiert, besonders die Leipziger Montagsdemonstrationen im Oktober 1989 oder die Öffnung der Berlin Mauer am 9. November 1989. Aber diese Fokussierung spiegelt nicht annähernd die Komplexität der damaligen Situation. Für heutige Betrachter, vor allem junge Menschen, muss das Bild der friedlichen Revolution und der Demokratiebewegung in der DDR deshalb fremd wirken und ein Verständnis scheint am besten über einen Zugang über individuelle Zeugnisse möglich.

Die Ausstellung „1989 – Ein Jahr des Umbruchs und der Hoffnung“ stellt zehn autobiographische Erzählungen in den Mittelpunkt. Sie beschreiben jede für sich eine individuelle Sichtweise und Rückblende auf die Zeit des Mauerfalls. Die Erzählungen gehen teils weit zurück bis in die 60er Jahre und sind eng verbunden mit der Lebenswelt der Autorinnen und Autoren aus Berlin und Brandenburg, aus Ost- und West.

Die Geschichten berichten von Flugblättern gegen den Mauerbau, der inneren Auflösung in einem DDR-Betrieb, der Ankunft der ersten Westler in einer Gaststätte, dem Befremden an der geöffneten Grenze, der ersten in West-Berlin gekauften Punk-Platte, den Veränderungen in einem Seniorenheim und dem politischen Aufbruch einer Familie.

Die Ausstellung stellt die Erzählungen, die im Rahmen des Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg entstanden sind, in einen weiterreichenden zeitgeschichtlichen Kontext und zeigt neben individuellen Zeugnissen zahlreiche Fotografien von Christian Borchert, Udo Hesse, Jürgen Nagel, Nelly Rau-Häring, Joachim Richau, Karl-Heinz Rothenberger und anderen, dazu Plakate, Flugblätter und Zeitungen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg und dem Stadtgeschichtlichen Museum Spandau sowie mit Unterstützung des Archiv für Kunst und Geschichte (akg-images), des Deutschen Rundfunkarchivs Potsdam-Babelsberg, der Robert-Havemann-Gesellschaft und mit Förderung von Kulturland Brandenburg 2009 „Freiheit, Gleichheit, Brandenburg“ und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

Zur Ausstellung ist die Publikation mit den besten Geschichten des Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg erhältlich:
Johann-Friedrich Huffmann (Hg.): Das Jahr, in dem die Mauer fiel. 20 Jahre Mauerfall – Zeitzeugen erinnern sich. Anthologie zum Zeitzeugenpreis 2009; Berlin: Frieling-Verlag

Für die Unterstützung der Ausstellung danken wir:

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Freie Zeit – das ist die Voraussetzung für Freizeit und Urlaub!

 

Wie in allen anderen Industriegesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, nahm auch in der DDR die arbeitsfreie Zeit in den vierzig Jahren ihres Bestehens zu: tägliche Freizeit nach Feierabend, das freie Wochenende und schließlich Urlaub sind die Themen, denen die Sonderausstellung „sich ausruhen. Freizeit und Urlaub in der DDR“ nachgeht.

 

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Ausgangspunkt ist die Frage nach der Entstehung von freier Zeit und das Verhältnis von freizeithemmenden und freizeitfördernden Faktoren. Einerseits nahm freie Zeit zu, durch Arbeitszeitverkürzungen, die 5-Tage-Woche und technische Innovationen im Haushalt. Andererseits wurden diese Zuwächse durch „Zeitfresser“ außerhalb der Arbeitszeit wieder verbraucht, durch Arbeitswege, Schlange stehen, Hausarbeit, „gesellschaftliche Tätigkeit“. Die freie Zeit, die am Ende tatsächlich zur Verfügung stand, wurde in der DDR überaus vielfältig genutzt. Es wurde gebastelt, gelesen und gesammelt. Man trieb Sport, besuchte kulturelle Veranstaltungen und die verschiedensten „Zirkel“, fuhr in Urlaub oder tat schlichtweg gar nichts.

Der Feierabend gehörte der Familie, den Hobbys oder dem Fernseher, wenn nicht die zahlreichen Angebote der Massenorganisationen wahrgenommen wurden, die organisiert und kollektiv »sinnvolle Freizeitgestaltung« versprachen. Das freie Wochenende, seit Mitte der 60er Jahre auf zwei Tage ausgeweitet, war Ausflügen, Hobbys, Basteln am Auto oder dem eigenen Garten gewidmet. Auch stand ein ausgebautes Netz an Naherholungsgebieten zur Verfügung.

Der Urlaub sollte ein selbstverständlicher, sozialpolitisch begründeter Teil der „sozialistischen“ Gesellschaft werden, so jedenfalls die Vorstellungen der frühen 50er Jahre. Ab den 60er Jahren aber entwickelte sich in den „schönsten Wochen des Jahres“ in der DDR – nahezu zeitgleich wie in den westlichen Ländern – ein Massentourismus, weil erzieherische Konzepte von Urlaub nicht gegriffen hatten. Die DDR-Bürger reisten organisiert mit dem Feriendienst des FDGB oder sie verbrachten ihre Urlaubstage in „Ferienobjekten“ der Betriebe. „Reisebüro der DDR“ und FDJ-eigener „Jugendtourist“ boten Reisen ins sozialistische Ausland an und die Kinder verbrachten die Sommerferien im Ferienlager. Alternativen waren entspannte Tage in der Gartenlaube oder auch „Urlaub auf Balkonien“, zunehmend beliebter wurde der privat organisierte Campingurlaub.

Die Organisation von Ferienlagern für Kinder und die Verantwortlichkeit der Gewerkschaften für den Erholungsurlaub der „Werktätigen“ bereits ab 1946 und 1947 zeigen die sozial- und gesellschaftspolitische Intention, die der Verantwortlichkeit „des Staates“ in der Sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 der DDR zugrunde lag. Die Vorstellungen von Freizeit und Urlaub erhielten damit eine DDR-spezifische Ausprägung, die auf eine soziale Versorgung als Teil der sozialistischen Gesellschaft zielte. Damit war auch ein erzieherisches Moment zu einem vernünftigen, eben „sozialistischen“ Freizeitverhalten verbunden, das jedoch mit der zunehmenden Konsumorientierung immer weniger griff. Der Erholungsurlaub der Werktätigen wurde zum Massentourismus.

Gerade bei Freizeit und Urlaub zeigt die DDR damit auch ihr Gesicht als moderne Industriegesellschaft. Ähnlichkeiten zum Westen sind beim Massentourismus und bei bevorzugten Urlaubsformen unübersehbar. Die Unterschiede sind aber gleichfalls deutlich: die Parallelität privater und staatlicherseits angebotener Formen von Freizeit- und Urlaubsgestaltung, die Subventionierung der staatlichen Angebote, die weitgehende Beschränkung der Reiseziele auf die DDR und die übrigen Länder des Ostblocks.

Besonders prägend war der Einfluss des Staates auf die Freizeitgestaltung. Sie war Teil des offiziellen sozialpolitischen Programms der DDR und sollte ein Baustein der „sozialistischen Lebensweise“ sein. So reichte die staatliche Einflussnahme von der Organisation der „Gartensparte“ über Angebote organisierter Freizeit in Zirkeln und Arbeitsgemeinschaften bis hin zur Organisation des Urlaubs.

Und doch standen private und staatliche Vorstellungen über Freizeit und ihre Gestaltung in einem ständigen Spannungsverhältnis: Nichts Tun als Erholung wurde lange Zeit nicht gern gesehen, organisierte „aktive Erholung“ im Kollektiv dagegen propagiert. Doch die Wünsche und Vorstellungen der Bevölkerung orientierten sich oftmals nicht an diesen Vorgaben. Erst in den 70er Jahren wurde nach langen Prozessen des Aushandelns offiziell akzeptiert, was sich im Leben durchgesetzt hatte: freie Zeit als Zeit der Muße und individuellen Erholung.

Die Ausstellung zeigt mit zahlreichen Objekten die unterschiedlichen Aspekte der „freien Zeit“ und ihre geschichtlichen Entwicklung in der DDR. Über die Entstehung von immer mehr „freier Zeit“ spannt sie den Bogen vom Feierabend über das Wochenende bis zum Urlaub und stellt die unterschiedlichen Akteure, Formen und Ziele vor. „sich ausruhen“ – der Titel verweist auf den eigentlichen Sinn von Freizeit und Urlaub.

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Burg Beeskow

 

Das Stillleben wurde in der Kunst der DDR nicht durch Aufträge gefördert, es diente in der Mehrheit individuellen Studienzwecken, wobei heute noch das Handwerkliche überzeugt.

 

Die Ausstellung mit 49 Gemälden und 10 Grafiken zeigt, dass die Grenzen vom Stillleben zu anderen Kunstgattungen immer fließend waren. Neu sind Gegenstände aus der Arbeitswelt: Zentralheizung statt Biedermeiermöbel, Glühlampe statt Kerze, Thermoskanne statt Weinkrug, Büchsenwurst statt ganzer Fisch.

Am 11. Oktober 1958 starb in Berlin der Dichter Johannes R. Becher. Den Weg zum „ganzen“ Dichter, zu seinen besten Texten und klügsten Ge danken finden zu helfen, war in den 1970er und 1980er Jahren das Ziel von Aufträgen des Kulturbundes der DDR an fast 100 Künstler.

 

In den Gemälden und Graphiken, Plastiken, Fotographien und Plakaten näherten sich die Künstler auf die ihnen eigene Weise – zustimmend oder kritisch, solidarisch oder hinterfragend, anerkennend oder ablehnend.

Eine Ausstellung mit Bildern aus dem Kunstarchiv Beeskow und der Sammlung der Sozialen Künstlerförderung Berlin.

 

Mit der Schaffung des Kulturfonds in der DDR im Jahr 1949 und der 1950 ins Leben gerufenen Sozialen Künstlerförderung in Berlin (West) wurde die Alimentierung von Künstlern zum festen Bestandteil der Kulturpolitik beider deutscher Staaten.

 

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von 33 Künstlerinnen und Künstlern, gibt Einblicke in ihre Biographien, in die zum Teil sehr unterschiedlichen Erwerbsstrategien und spannt zudem einen visuellen Bogen über mehrere Generationen und verschiedenste Kunststile.

Ausstellung 2007/2008 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und im Westsächsischen Textilmuseum Crimmitschau.

 

Werbung in der DDR ist Werbung in einer Planwirtschaft. Macht sie dort überhaupt Sinn? Der Titel der Ausstellung „Keine Konkurrenz in dem Sinne…“ stammt aus einem Interview mit einem ostdeutschen Werbegestalter und nimmt die Ausgangsfrage der Ausstellung auf.

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Werbung wurde gemacht, weil man sich präsentieren wollte und nicht, um gegen Konkurrenten auf dem Markt anzutreten. Die DDR war eher von einem Mangel an Konsumgütern geprägt, als durch Überfluss. Die Verstaatlichung privater Betriebe bis 1972 und die Bildung großer Kombinate bewirkten, dass immer weniger Auswahl zwischen verschiedenen Produkten bestand und Werbung zunehmend sinnlos wurde. Versorgung oder Konsum – in diesem Gegensatz musste Werbung in der DDR bestehen.

Werbung war im Grunde genommen überflüssig, aber sie bestand dennoch. In der Nachkriegszeit gab es aufgrund des allgemeinen Mangels so gut wie keine Werbung. Erst mit den „Neuen Kurs“ vom Juni 1953, der unter anderem eine Steigerung der Produktion von Konsumgütern vorsah, entstand wieder vermehrt Werbung und binnen weniger Jahre entwickelte sich ein neuer Stil, der durch das „Neue Ökonomische System“ verstärkt wurde, das die DDR-Wirtschaft stärker auf ökonomische Anreize orientieren wollte, unter anderem den individuellen Konsum. Somit bilden die späten 50er und die 60er Jahre den Höhepunkt des Werbeschaffens in der DDR. In den 70er Jahren ging die Produktwerbung für den Binnenmarkt dagegen stark zurück, bis sie fast zum Erliegen kam. Die Ausstellung nimmt diese Veränderungen in Form einer „Werbechronologie“ auf.

Geworben wurde für den Binnenhandel, den Außenhandel, für gesellschaftliche Anliegen und für Politik.

Im Binnenhandel standen Produkte für den täglichen Bedarf und für neu entwickelte Konsumgüter im Vordergrund und auch die beiden großen Handelsorganisationen, die staatliche HO und die Konsumgenossenschaften, warben. Nirgends war die DDR so schön wie auf ihren Plakaten. Werbung konnte die Realität der Eintönigkeit des Warenangebots und der Käuferschlangen nicht überdecken, aber sie wollte das, was verfügbar war, präsentieren, bis hin zur „Bedarfslenkung“.

Geworben wurde für die unterschiedlichsten Produkte. In der Ausstellung wird eine Auswahl in einigen „Produktbiographien“ vorgestellt. Zu sehen sind Kosmetika und Zahlenlotto, Haushaltsgeräte und Versicherungen, Lebensmittel und Bekleidung und vieles andere mehr.

Ganz anders war die Werbung für den Außenhandel. Plakate, Werbegeschenke und die Ausstattung der Leipziger Messe zeigen in der Ausstellung den Kontrast zur Werbung für den Binnenmarkt.

Zunehmend gewann die sogenannte gesellschaftliche Werbung an Bedeutung. Obwohl Werbung nie ohne gesellschaftlichen Bezug ist, wurde in der DDR für allgemeine gesellschaftliche und politische Ziele und für angestrebte Verhaltensnormen geworben. Gerade in den 1970er und 80er Jahren entstand so ein eigener Werbebereich, der auch die für die DDR typische Verflechtung von Politik, Staat und Wirtschaft zeigt.

Geworben wurde in der DDR auf Plakaten und mittels Anzeigen, durch gedruckte Produktinformationen vom Faltblatt bis hin zur Verpackung, durch „Blickfänge“ in den Geschäften, durch Fassadenwerbung und zeitweise auch im Fernsehen und in Kinos. Aus heutiger Sicher erscheint Werbung in der DDR zurückhaltend, es fehlten die großflächigen Plakatwände ebenso, wie Werbebeilagen in Zeitungen. Die Ausstellung zeigt eine Übersicht über die in der DDR genutzten Werbemittel. Sie informiert darüber hinaus über die „Macher“, von der SED-eigenen DEWAG bis zu freiberuflichen Werbegestaltern.

Die Ausstellung wurde gefördert von der Sparkasse Oder-Spree und der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt in Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg und dem Firmenhistorischen Archiv der Allianz AG.

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Ausstellung 2006/2007 im Dokumentationszentrum.

 

Was machte das Besondere des Wohnens in der DDR aus? Eine Antwort wird vielschichtig ausfallen, je nach der Perspektive des Betrachters.

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In der vierzigjährigen Geschichte der DDR sind mehrere Phasen des Wohnungs- und Städtebaus, der Entwicklung von Wohnvorstellungen, der Möbelproduktion und der Stilentwicklung festzustellen. Ab Mitte der 50er Jahre erfolgte schrittweise der Durchbruch zur Moderne und der Übergang zum industriellen Wohnungsbau, eine Tendenz, die Mitte der 60er Jahre einen ersten Höhepunkt fand. Aufgrund des anhalten Wohnungsmangels wurden ab den 70er Jahren vermehrt Wohnungen gebaut und das Wohnungsbauprogramm von 1973 bedeutete den Übergang zur großen Serie mit wenigen Bautypen, vornehmlich in Satellitenstädten. Dieser Übergang zur großen Serie vollzog sich auch in der Möbelproduktion, die einseitig auf die Ausstattung der nun entstehenden Neubauwohnungen ausgerichtet war. Zugleich verfielen die Altstädte zunehmend und für jeden sichtbar, aber dennoch vollzog sich in den 80er Jahren eine Rückkehr zum Wohnen im Altbau, auch wenn die Neubauwohnung weiterhin erstrebenswertes Ziel vieler Familien blieb. Die in den 70er Jahren vorherrschende Politik der Wohnraumversorgung blieb bestehen, aber die Tendenz zur Uniformität wurde in den 80er Jahren intensiver wahrgenommen. Sie drückte sich in einer Stilvielfalt aus und der Suche nach alternativen Wohnformen aus. Aber der bedrückende Verfall der Städte und Häuser war auch einer der Gründe für die friedliche Revolution vom Herbst 1989. Mit zwei Ausstellungen über die „Wohnkultur in der DDR“ will das Dokumentationszentrum diese Entwicklung nachvollziehen.

„Wohnen im System – Die Wohnkultur in der DDR in den 70er und 80er Jahren“ verfolgt die Entwicklung der Wohnkultur unter dem Zeichen des industrialisierten Wohnungsbaus. Der Titel bezieht sich auf diese normprägende Ausrichtung auf die Neubauwohnung und das Neubaugebiet ebenso, wie auf die damit verbundenen Vorstellungen von einer „sozialistischen Lebensweise“. Wohnen wurde, wie schon zuvor, nicht als Frage des individuellen Geschmacks und der persönlichen Entscheidung interpretiert, sondern als Teil der Gesellschaft, deren Planung und Gestaltung die SED zu bestimmen suchte. Mit dem Wohnungsbauprogramm von 1973 sollte die „Wohnungsfrage“ zumindest quantitativ bis 1990 gelöst sein; „Jedem eine Wohnung, aber (noch) nicht jedem seine Wohnung“ lautete die Losung. „Wohnen im System“ bezieht sich daher auch auf die Voraussetzungen, unter denen sich in der DDR eine eigene Wohnkultur entwickelte.

Die Ausstellung setzt mit den späten sechziger Jahren ein. 1968 wurde das Montagesystem Deutsche Werkstätten (MDW) vorgestellt, das einen entscheidenden Schritt zum universellen, modularen Möbelsystem darstellte. Aus einzelnen Bauteilen konnte der Nutzer Möbel nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen und selbst montieren. „Nicht 100 Typen in einer Variante, sondern ein Typ in hundert Varianten“ lautete die Maxime für das Montagesystem. Durchgesetzt hat sich jedoch ab den 70er Jahren die Schrankwand, der „vor die Wand gestellte Stauraum“, eben jene kritisierten „100 Typen einer Variante“, von denen die Ausstellung ebenfalls einige Beispiele zeigt. Bedingt war diese Entwicklung durch den Möbelhandel, der komplette „Wände“ verkaufen wollte, und die industrialisierte Möbelindustrie, die eben nur diese Typen – und insgesamt in zu geringer Mengen – produzierte.  Die Schrankwand entsprach den Grundrissen der industriell gefertigten Wohnungen, vor allem der Typen P 2 (ab 1965) und WBS 70 (ab 1973), die möglichst optimal auszunutzen waren und sie schien lange alternativlos. Aber die mit ihr verbundene Monotonie forderte Kritik heraus, die sich bereits in der ersten Hälfte der 70er Jahre in zahlreichen Einrichtungsvorschlägen mit einer Mischung aus Alt und Neu zeigte. Die Zeitschrift „Kultur im Heim“ gab nun nicht mehr den „richtigen“ Weg der Wohnungseinrichtung vor, sondern präsentierte alternative Vorschläge als Anregung zur individuellen Gestaltung der Wohnung. Die Privatheit des Wohnens wurde wieder stärker akzeptiert. Die planerischen Vorannahmen des Wohnungsbaus, 2-Generationen-Familie, Berufstätigkeit der Eltern, Essen in Gemeinschaftseinrichtungen, wurden ab Mitte der 80er Jahre zunehmend kritisch hinterfragt. Damit wurde auch in der Öffentlichkeit nachvollzogen, was sich bereits längst durchgesetzt hatte: eine Vielfalt der Lebensstile und Nutzerinteressen, die sich mit den in der DDR gegebenen Rahmenbedingungen zu arrangieren hatten.

Die Ausstellung zeigt die Wohnkultur dieser Jahre, repräsentiert durch Möbel und Accessoires, und ergänzt durch eine Übersicht über Architektur und Städtebau. Über die individuelle Perspektive des Wohnens indes gibt es nur wenige Quellen und die Besucher werden gebeten, hierzu durch Fotografien und Berichte beizutragen.

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Konsum-Signet

Ausstellung 2006/2007 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, in Cottbus-Branitz und Chemnitz.

 

Mit dem Befehl 176 der Sowjetischen Militäradministration wurden am 18. Dezember 1945 die Konsumgenossenschaften in der Sowjetischen Besatzungszone wiederhergestellt.

 

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Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits 33 Konsumgenossenschaften seit Kriegsende wiedergegründet, nachdem die konsumgenossenschaftliche Organisation durch die Nationalsozialisten in den dreißiger Jahren zerschlagen worden war. Die Konsumgenossenschaften wuchsen in der DDR zur drittgrößten „Massenorganisation“ mit 4,6 Millionen Mitgliedern heran und leisteten durchschnittlich etwa ein Drittel des Einzelhandelsumsatzes.

Die Konsumgenossenschaften, kurz Konsum genannt, sollten zunächst einen nicht in Privathand befindlichen Handelsapparat aufbauen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs zu sichern. Dazu wurden sie von der Sowjetischen Militäradministration auch bevorzug mit Waren beliefert, und solange die Rationierung von Gütern anhielt, hatte der Konsum in erster Linie eine Verteilungsfunktion. Zugleich erwuchs ihr mit der staatlichen Handelsorganisation (HO) ab 1948 ein Konkurrent, der dann eine zunehmende staatliche Förderung erfuhr. 1952/53 wurden die Schwerpunkte der jeweiligen Handelstätigkeit festgelegt und der Konsum erhielt die vorrangige Aufgabe, die Versorgung ländlicher Gebiete zu organisieren. In den folgenden Jahren wurde daher ein flächendeckendes System von Verkaufsstellen und Dorfgaststätten etabliert. Mit Entstehen der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) 1953 übernahm der Konsum verstärkt deren Versorgung. 1961 befanden sich knapp 24 000 Verkaufsstellen und beinahe alle der etwa 6000 Konsum-Gaststätten auf dem Lande.

Aufgabe des Konsum blieb die „stabile und kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung“, aber zugleich kam es zu einer durchgreifenden Modernisierung des Handelsnetzes. 1956 wurde der erste Selbstbedienungsladen nach westlichem Vorbild eröffnet, Ende 1961 waren es trotz fehlender Verpackungen schon über 10 000. In den 60er Jahren erfolgte eine weitere Rationalisierung durch Sortimentstypen und eine Spezialisierung der Fachgeschäfte in den Städten. Hier wurden dann ab Ende der 60er Jahre auch die ersten Kaufhallen (Supermärkte) errichtet, deren Pendant auf dem Lande die Ländlichen Einkaufszentren (LEZ) waren.

1961 wurde der konsumgenossenschaftliche Versandhandel als Teil eines „komplexen Systems der Landversorgung“ gegründet (das Versandhaus der HO in Leipzig bestand bereits seit 1958). Das Versandhaus in Karl-Marx-Stadt erreichte Hunderttausende von Kunden, immer stärker nicht nur auf dem Land, und versorgte sie mit Kleidung, Möbeln und Konsumgütern. Unter dem Dach des Zentralen Unternehmens „konsument“ wurde das Versandhaus mit den größten Konsum-Warenhäusern und der konsumgenossenschaftlichen Bekleidungs- und Möbelindustrie zusammengefaßt. Als der Versandhandel 1975 aufgrund der unzureichenden Warendecke eingestellt wurde, verstaatlichte man zugleich die mit ihm verbundenen Bekleidungsbetriebe und bei „konsument“ verblieben die Warenhäuser, dessen bekanntestes das am Leipziger Brühl war.

Die große Mehrzahl der etwa 1500 Konsum-Betriebe waren Bäckereien und Fleischereien. Sie stellen 1958 ein Viertel der Backwaren und mehr als ein Drittel der Fleischwaren in der DDR her. Daneben bestanden konsumgenossenschaftliche Betriebe vor allem in den Bereichen Lebensmittelindustrie (Teigwaren, Gewürze, Nährmittel, Süßwaren, Getränke) und   Haushaltswaren (Seife, Streichhölzer, Bürsten), die teilweise führend in ihren Industriezweigen waren. Das Produktionsprofil verweist auf die traditionellen und nach 1945 wieder aufgenommenen Schwerpunkte des Konsum, die Konzentration auf Grundbedürfnisse.

Dieser Versorgungsaspekt bemaß sich in der DDR zunächst nach der Versorgungslage, mit teilweise bis 1958 noch rationierten Gütern, aber auch später noch teilweise knappen Gütern und Rohstoffen. Hinzu kam der geringe Stellenwert der Konsumgüterindustrie und die unklare Stellung des Handels im politischen und Wirtschaftssystem der DDR: sollte er lediglich am Bedarf orientiert versorgen, oder gab es eine „sozialistische Konsumgesellschaft“? Der Konsum war in diesem Sinne ein Spiegelbild der DDR-Entwicklung zwischen Schlangestehen nach Engpaßwaren und Modernisierung der Geschäfte, zwischen „Dorfkonsum“ und Warenhaus.

Gab es so etwas wie eine Konsum-Identität? Durch ihre Einlage von 50 Mark war ein Drittel aller DDR-Haushalte Mitglied einer Konsumgenossenschaft und profitierte von den jährlichen vorweihnachtlichen Rückvergütungen. Rund 200 000 Mitglieder arbeiteten ehrenamtlich in den Organen der Konsumgenossenschaften, den Verkaufsstellenausschüssen, Revisionskommissionen, Vorständen, Beiräten und als Delegierte mit. 1946 betrachtete die SED die Konsumgenossenschaften als „Grundschulen für die politische Erziehung der Frauen“. Zugleich wird behauptet, der Konsum habe sich ab Ende der 50er Jahre nicht mehr von der HO unterschieden.

Im Einigungsvertrag von 1990 wurden die Konsumgenossenschaften schlicht vergessen, so dass viele Konsumgenossenschaften in eigentumsrechtliche und damit auch in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Flächendeckend ist der KONSUM heute in den neuen Bundesländern nicht mehr präsent. Gleichwohl ist vieles an wirtschaftlicher Tätigkeit  erhalten geblieben. Heute gibt es noch 15 Konsumgenossenschaften und weitere genossenschaftliche Unternehmen. Dazu gehören z.B. die Röstfein GmbH Magdeburg (Rondo, Mona) oder auch die Bürstenmann GmbH in Stützengrün.

Die Ausstellung des Dokumentationszentrums zeigt die Entwicklung des KONSUM in vierzig Jahren DDR durch zahlreiche Objekte und Fotografien und stellt seine Entwicklung erstmals in einer breiten Übersicht dar. Gezeigt werden die Formen des Handels, vom Dorfkonsum bis hin zum konsumgenossenschaftlichen Versandhaus, und die wichtigsten der zahlreichen Produktionsbetriebe.

Katalog zur Ausstellung:
Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (Hrsg.):
KONSUM. Konsumgenossenschaften in der DDR, Böhlau-Verlag 2006, 204 S., zahlr., teils farbige Abb., 19,90 Euro
ISBN 3-412-09406-4

Die Ausstellung wurde mit Hilfe zahlreicher Leihgeber und Unterstützer realisiert.

Besondere Förderung erfuhr das Projekt durch den Konsumverband eG.

Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, dem Landkreis Oder-Spree und von privater Seite. In Cottbus wird die Ausstellung unterstützt von Galeria Kaufhof.

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Eine Wanderausstellung in Kooperation mit den Meininger Museen.

 

Stationen:

Schloss Rheinsberg, Februar – Mai 2006

Freilichtmuseum Domäne Dahlem Berlin, Mai – Oktober 2006

Regionalmuseum Bad Frankenhausen, Februar – Mai 2007

Meininger Museen, Schloss Elisabethenburg, Juni – September 2007

Museum für DDR-Kunst, Berlin, September 2008 – März 2009

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Aus Anlass des 60. Jahrestages der Bodenreform stellte das Kunstarchiv Beeskow ein breites Spektrum von Gemälden und Grafiken aus eigenen Beständen sowie ausgewählten Exponaten der „Bauern-Galerie“ aus den Meininger Museen zusammen. Jedes Kunstwerk hat seine Geschichte, in der sich verschiedene Bedeutungsschichten überlagern: das Leben des Künstlers, die Entwicklungen auf den Dörfern seit 1945, die Bestimmung des Bildes nach seiner Fertigstellung und seine Nutzung bis in die Gegenwart.

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Der Verlag Volk und Welt und die Zensur internationaler Literatur in der DDR.

 

Der 1947 gegründete Verlag Volk und Welt war der „Leitverlag“ für ausländische Literatur in der DDR. Er publizierte mehr als 3000 Titel, darunter die Werke von 43 Nobelpreisträgern. Für die DDR-Bürger bedeutete er, vor dem Hintergrund mangelnder Reisemöglichkeiten, ein literarisches „Fenster zur Welt“.

 

Die Ausstellung informiert über das Büchermachen in der DDR und die oftmals intensiven Auseinandersetzungen um literarische Werke, deren Erscheinen in der DDR durchgesetzt werden sollte.

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Die Ausstellung „Fenster zur Welt“ war 2005 und 2006 an folgenden Orten zu sehen:

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Bibliothek

Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Berlin

Universität Münster, Universitätsbibliothek

Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner

Staatsarchiv Leipzig

Stadtbibliothek Duisburg

In Verbindung mit der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

und in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung.

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Montagemöbelsatz Typ 314 „Sibylle“, 1961 VEB Möbelwerk Stralsund

Ausstellung 2005/2006 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und in Prora/Rügen.

 

Was machte das Besondere des Wohnens in der DDR aus? Eine Antwort wird vielschichtig ausfallen, je nach der Perspektive des Betrachters.

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Ein Blick auf die Möbelproduktion zeigt in den fünfziger und sechziger Jahren Möbel, die von denen im Westen kaum unterscheidbar sind. „Gelsenkirchener Barock“, Nierentisch, skandinavischer Einfluss, Leitermöbel und Schleiflack mögen als erste chronologische Hinweise auf diese Zeit dienen. Wohnen in der DDR war zugleich maßgeblich durch die Verfügbarkeit von Wohnraum bestimmt, den Schwerpunkten des Wohnungsbaus und der für jede Wohnung notwendigen Wohnungszuweisung.

Wohn-„Kultur“ – dieser Ausstellungstitel verweist auf den normativen Anspruch des Staates, die Erziehung zum guten Geschmack, vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren. Während die Frauenzeitschrift „Sybille“ eine Serie von Einrichtungsvorschlägen noch zurückhaltend mit „Eine Wohnung – meine Wohnung“ betitelte, gingen Wohnungsratsgeber weiter: “Wie wohnen“ hieß eine Broschüre des Instituts für angewandte Kunst Ende der fünfziger Jahre, „Richtig wohnen“ ein an Kiosken verkauftes Magazin Ende der sechziger. Wohnen war damit nicht allein Privatsache, sondern bedeutete aus der offiziellen Perspektive zugleich immer auch gesellschaftliches Bewusstsein.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile, deren erster die Zeit der fünfziger und frühen sechziger Jahre umfasst, der zweite die Zeit ab Mitte der Sechziger bis zum Ende der DDR.

„Die wachsende Wohnung“ heißt der erste Teil der Ausstellung. Sie bezieht ihren Titel auf ein Programm komplettierungsfähiger Anbaumöbel, das Bruno Paul bereits 1937 entwickelt hatte und das in den ersten Jahren der DDR immer noch produziert wurde. Die Ausstellung zeigt drei Wohnzimmereinrichtungen: das in den frühen fünfziger Jahren dominierende, aus Einzelmöbeln bestehende repräsentative Wohnzimmer, die ab 1956 auch offiziell durchgesetzten komplettierungsfähigen Anbaumöbel mit der Serie 602 der deutschen Werkstätten Hellerau sowie, Anfang der sechziger Jahre, erstmals „hochmoderne“ Möbel, das Leitersystem „Sibylle“. Zu sehen ist die Veränderung der Küche von der Wohn- zur Arbeitsküche in dieser Zeit inklusive ihrer Ausstattung, sowie ein typisches Schlafzimmer. Ergänzend sind Accessoires wie Stoffe, Lampen, Wanduhren, Radios und Raumschmuck zu sehen.

Hintergrund für diese Präsentation sind die Jahre des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Städte und Dörfer, erster Neubauprogramme auf Grundlage von Typenserien für Wohnhäuser, die in den Städten ab 1950 zum Tragen kamen, sowie die ab 1955 geplante Industrialisierung des Wohnungsbaus. In dieser Zeit konzentrierte sich der Wohnungsbau auf industrielle Entwicklungszentren, unter anderem die neuen Planstädte Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda. Die Ausstellung gibt Informationen zu diesem städtebaulichen und architektonischen Kontexten.

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Burg Beeskow

 

„Bilder, zur Sonne, zur Freiheit, endlich hinaus mit ihnen ans Licht der Öffentlichkeit. Aus der riesigen Sammlung nahezu unbekannter Werke des Kunstarchivs Beeskow stammen 60 Landschaftsbilder und 30 Grafiken, die jetzt in Potsdam zu besichtigen sind.“ (Die Zeit, 4.11.2004)

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam und der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv Frankfurt am Main/ Potsdam-Babelsberg.

Bildende Künstler der drei ehemaligen Nordbezirke der DDR – Malerei, Grafik und Plastik aus dem Kunstarchiv Beeskow.

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Die Ausstellung entstand im Kontext eines studentischen Projektes des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald, bei dem die Werke von Künstlern aus den ehemaligen drei Nordbezirken Rostock, Neubrandenburg und Schwerin näher untersucht wurden.

Stationen:

Museum der Stadt Wolgast / Altes Rathaus, Juli – September 2004

Vineta-Museum Barth, November 2004 – Januar 2005

Schleswig-Holstein-Haus Schwerin, Mai – Juni 2005

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Die Depot-Ausstellung gewährte erneut Einblicke in den Bestand des Kunstarchivs Beeskow. Die ausgestellten Arbeiten waren von zwei Künstlerinnen mit ost- und westdeutscher Biografie ausgewählt worden.

Ausstellung 2003 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

 

Rund um die Debatten um den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 zeigte das Dokumentationszentrum eine Ausstellung, die sich der Kontexte dieses bedeutenden Ereignisses widmet – den im Jahresverlauf erkennbar werdenden langfristigen politischen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Jahres 1953.

 

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1953 erscheint in der historischen Sicht ein Gelenkjahr für die Entwicklung in der DDR. Mit dem 17. Juni endeten alle Hoffnungen auf eine gerechtere und humane Gesellschaft in der DDR und zugleich wurde deutlich, dass das Projekt einer sozialistischen Gesellschaft mit den bis dahin geübten Praxen nicht durchsetzbar war. In den Blick genommen wurde in der Ausstellung der Verlauf eines ganzen Jahres, um Ereignisse gleichermaßen wie langfristige Entwicklungen aufzuspüren und in Beziehung zu setzen, die longue durée der geschichtlichen, gesellschaftlichen und sozialen Entwicklung, die im Spannungsverhältnis zur Dramatik des historischen Ereignisses des Volksaufstandes im Gegensatz steht.

Die Ausstellung gab mittels Fotografien, Presseberichten und Objekten Einblicke in die Politik, die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Jahres, berichtet über Kultur und Architektur, über Konsumgüter und Personenkult.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg.

Die begleitende Publikation zur Ausstellung wurde finanziell ermöglicht durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung.

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Ausstellung 2003 bis 2005 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und in der Gedenkstätte Marienborn im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2003 „Europa“.

 

Für die meisten DDR-Bürger war Europa vor allem ein (Wunsch-)Bild des Westens, geprägt durch die Medien und durch Erzählungen von Verwandten oder Bekannten. Doch auch die osteuropäischen Länder konnten nicht von jedem und zu jeder Zeit erkundet werden.

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Komplizierte Einreisebedingungen standen zwischen dem großen »Freundesland«, den Volksdemokratien und den reisewilligen DDR-Bürgern. So gehörte das Ausland nur selten zur unmittelbaren Erfahrung, aber dennoch entstand ein Bild. Geprägt hat es über vierzig Jahre hinweg maßgeblich der Berliner Verlag Volk und Welt, der größte und wichtigste Belletristikverlag der DDR für internationale Literatur.

Diese Verlagsgeschichte steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Europa im Kopf“. Sie fragt nach der kulturellen Bedeutung der Volk und Welt-Literatur und ihrem Beitrag zur Rezeption Europas in der DDR. Mit der Herausgabe von Autoren wie Louis Aragon bis zu Arnold Zweig gestaltete der Verlag ein vielfältiges Buchprogramm, das kulturell und sprachlich auf der Höhe der Zeit war.

Zu den Besonderheiten des Verlages gehörten auch jene Bücher, die versuchten unmittelbar ein Bild des jeweiligen Landes zu zeichnen. Dazu zählen die Erkundungen, der Volk-und-Welt Report oder die Bild-Text-Bände. Sie zeigen ein weltoffenes Selbstverständnis, aber gleichzeitig auch die Einschränkungen, denen der Verlag unterworfen war. Denn nicht alle Themen sollten der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Buchgestalter und Illustratoren wie Werner Klemke, Lothar Reher oder Ulrich Lindner brachten dem Verlag die begehrten Auszeichnungen »Schönste Bücher« sowie »Schönste Schutzumschläge« ein.

Ausgehend von den Büchern des Verlages Volk und Welt zeigt die Ausstellung Zusammenhänge des „Leselandes DDR“ und europäischer Vorstellungswelten.

»Europa im Kopf« porträtiert europäische Länder aus Ost und West, vor allem mittels Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Zu sehen sind ebenso ausgewählte Photos aus dem Verlagsleben, Autorenbriefwechsel, Originale der Buchgestaltung und Werbematerialien.

Das Volk und Welt Bucharchiv, ein umfangreicher Bestand des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, wird mit dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aus der Ausstellung wurde die Wanderausstellung „Fenster zur Welt“ entwickelt.

Für die Unterstützung der Ausstellung danken wir:

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Nach zwei Jahren Wartezeit waren wieder Bilder aus dem Kunstarchiv auf der Burg Beeskow zu sehen.

 

Beispiele fast aller Genres wie Malerei, Grafik, Zeichnung, Plastik, Keramik, Kunsthandwerk, Kunst am Bau, aber auch Gastgeschenke, Bücher und Zeitschriften wurden zusammengeführt.

 

Wichtiger als stimmig nebeneinander arrangierte Werke erschien dabei der unverstellte Blick auf „Deponiertes“ – inklusive der Archivdatenblätter.

Ausstellung 2002/2003 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, in der Kulturgießerei Schöneiche und im Landtag Brandenburg

 

Plakate waren ab dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Form öffentlicher Anzeige und dienten zumeist der Werbung für Produkte und Veranstaltungen. Obwohl sie schon früh auch Künstler als Ausdrucksform interessierten, blieben sie doch ganz wesentlich an kommerziellen Zielen orientiert.

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Plakate aus der DDR zu präsentieren, erscheint deshalb zunächst irritierend, sollte doch gerade hier das Konkurrenzsystem und die Kommerzialisierung der Gesellschaft überwunden werden. Plakate sollten jetzt vor allem aufklärend wirken – und in der Tat ging das traditionelle Werbeplakat in seiner Bedeutung schnell zurück. Dafür rückten andere Formen in den Vordergrund: das politische Plakat zu propagandistischen Zwecken, das Wirtschaftsplakat im Sinne der Produktionspropaganda, Veranstaltungsplakate gewannen durch ihre künstlerische Qualität, vor allem ab den späten fünfziger Jahren, eine zunehmende Bedeutung. Das Plakat fand öffentliche Aufmerksamkeit durch die seit 1965 jährlich stattfindenden Wettbewerbe „Beste Plakate“. Museen legten Plakatsammlungen auch zur DDR-Entwicklung an. Der Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel verlegte Bildmappen mit Plakaten und Mitte der siebziger Jahre begann für Jugendliche als Zielgruppe die Produktion von Postern, vor allem in Form der Reproduktion von Kunstwerken, Landschafts- und Städtemotiven, historischen Fahrzeugen, Musikgruppen, aber auch politischen Motiven.

Das Plakat als Medium der öffentlichen Kommunikation in der DDR bleibt schwer zu beurteilen. Entstanden einerseits hervorragende Plakate als künstlerische Leistung, so fehlte die für das Plakat notwendige Konkurrenz der Aussagen und Aufforderungen.

Stand das Plakat tatsächlich „Im Blick der Massen“? Die Ausstellung gab mit rund 70 Plakaten einen Überblick über die Entwicklung in den einzelnen Jahrzehnten des Plakatschaffens in der DDR, ergänzt durch das politische Plakat und das Konsumplakat. Ein eigener Raum ist den Verwendungszwecken gewidmet, der auf das Plakat als Kommunikationsmedium hinweist und sie in ihrem Umfeld zeigt.

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Fotos: Rüdiger Südhoff
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Fotos: Rüdiger Südhoff
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Fotos: Rüdiger Südhoff
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Fotos: Rüdiger Südhoff
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Das Dokumentationszentrum zeigte als Dauerausstellung zwischen 2001 und 2011 die Ausstellung „Leben in der DDR“.

 

Sie gibt einen Überblick über Geschichte und Alltagskultur. In zehn Kapiteln werden unterschiedliche Aspekte der DDR-Gesellschaft dargestellt und politische, wirtschaftliche und soziale Fragen angesprochen.

 

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Politik als Rahmenbedingung der DDR-Gesellschaft wird auf den Grundlagen der Politisierung des alltäglichen Lebens durch Massenorganisationen, des Kalten Krieges und der staatlichen Symbolik zum Thema gemacht.

Eng verbunden damit ist die besondere Aufmerksamkeit der DDR für Erziehung und Bildung, die die Bevölkerung konsequent von der Krippe bis zum Erwachsenenalter beruflich wie sozial auf die Anforderungen des Staates und der Gesellschaft vorbereiten sollte. Ein eigener Raum weist eigens auf die ehemalige Nutzung des Museumsgebäudes als Kinderkrippe hin.

In der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz spielte der Vergleich der Lebensverhältnisse eine besondere Rolle. Hierauf wird am Beispiel der Sozialpolitik verwiesen, die staatlicherseits durch Preissubventionen, Wohnungsbau und Frauen- bzw. Familienförderung, aber auch durch eine unterschiedliche Organisation der Sozialversicherung charakterisiert war.

Die Besonderheiten der Wirtschaftsentwicklung in der DDR werden am Beispiel der vier großen Kombinate des Oderraums – Schwedt, Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben – gezeigt. Typischen Produktgruppen der DDR-Industrie – Chemie, Mikroelektronik und „Konsumgüterproduktion“ – ist ein eigener Raum gewidmet.

Die konkreten Lebensverhältnisse werden unter anderem durch Einkommen und die Möglichkeiten des Konsums beurteilt. Ost- und Westgeld, Preissubventionen, Warenknappheit, „Bückware“, aber auch Anreize zu vermehrter Arbeit durch Auszeichnungen sind Themen dieses Bereichs alltäglichen Lebens. Ein „Dorfkonsum“ zeigt die Vielfalt der täglichen Warenwelt.

Die DDR durchlief in den vierzig Jahren ihres Bestehens eine Entwicklung, die den Vergleich der Generation, mit anderen Ländern und Gesellschaften provoziert. In der Ausstellung werden prägende Ereignisse, die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973 in Berlin, Fotografien der „Aufbaugeneration“ und der Jugend in den 80er Jahren, sowie eine „Chronologie des Alltags“ durch vierzig Jahres-Objekte gezeigt. Filme und Tondokumente ergänzen die Objekte aus 40 Jahren ostdeutscher Geschichte.

Die Ausstellung beruhte auf dem Prinzip des Kommunikationsanlasses und begleitete die Besucher aus Ost- und Westdeutschland als Grundlage für gegenseitiges Kennenlernen und gemeinsame Gespräche.

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Foto: R. Südhoff

Ausstellung 2001 bis 2009 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, im Westsächsischen Textilmuseum Crimmitschau, im Kreuzberg-Museum Berlin, auf Prora/Rügen, im Hoffmann von Fallersleben-Museum, Wolfsburg-Fallersleben, im Stadtmuseum Prenzlau, in den Industriemuseen Bergisch-Gladbach und Engelskirchen sowie im Stadtmuseum Reutlingen.

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Objekte haben es in sich – nämlich ihre eigene Geschichte, die ihres Gebrauchs, ihrer Gestaltung, Herstellung, Benutzung und schließlich ihres Vergehens auf dem Müllhaufen der Geschichte. Im Museum kommen sie zu neuen Ehren, weil sie Geschichte erzählen können, weil einem bei ihrer Betrachtung Geschichten einfallen mögen, die längst verschüttet schienen.

Die Ausstellung „abc des Ostens“ erzählt solche Objektgeschichten, für jeden Buchstaben des Alphabets eine:

A wie Alfi-Aluminium
B wie der beirette-Fotoapparat
C wie Colditz-Geschirr
D wie Diamant-Fahrrad
E wie Erika-Schreibmaschine
F wie Florena Creme
G wie Gemol-Waschmittel
H wie Heiko-Schulfüller
I wie das Ines-Fernsehgeräte
J wie Jenaer Glas
K wie die Komet-Küchenmaschine
L wie Litera-Schallplatten
M wie Malimo-Textilien
N wie die Neue Juwel-Zigarette
O wie ORWO
P wie Piko-Spielzeug
Q wie der QL-Querlüfter
R wie Rondo-Kaffee
S wie Stern-Recorder
T wie Trolli-Rasenmäher
U wie Rönsch-Unimix
V wie Veritas-Nähmaschinen
W wie der Wolypryla-Kunstfaserwolle
X eine wenig überraschende Überraschung
Y wie Yvette intim
Z wie Zekiwa-Kinderwagen

Die Ausstellung zeigt für jeden Buchstaben des Alphabets einen Alltagsgegenstand, entfaltet an ihm mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten Aspekte der Sozial- und Kulturgeschichte, der Wirtschaftspolitik, der Werbung und des Gebrauchs: Die Schreibmaschine Erika als mobiles Büro, Malimo als ingenieurtechnische Bereicherung des textilen Massenangebots, Colditzer Geschirr als Zeichen für die industrielle Massenproduktion, ein Stabsauber namens Martina als Beispiel für geschlechtsspezifische Erziehung durch Spielzeug, Wolpryla als „wolliges Wunder der Chemie“ – alle waren Teil der Lebenswelt in der DDR. So steht hinter jedem Objekt, so bekannt oder auch unscheinbar es sein mag, eine eigene Geschichte. Viele Dinge sind inzwischen aus dem alltäglichen Gebrauch verschwunden, andere werden wieder hergestellt.

Die ausgewählten Objekte bieten eine breite Übersicht über die Produktkultur der DDR und vermitteln vom einzelnen Gegenstand ausgehend Einblicke in Geschichte und Gebrauch der Dinge. Mit mehr als 500 Exponaten ist auch Gelegenheit, sich einen Überblick über Entwicklung und Vielfalt von Typen, Formen und Farben zu verschaffen.

Das Museumsobjekt wird dabei Ausgangspunkt einer „kleinen Kulturgeschichte des Alltags“ sein, die auf vergnügliche Weise über so unterschiedliche Dimensionen wie Design, Nutzung und Produktion, über Kontexte, Phantasien und Erfahrungen erzählt, abwechslungsreich und je nach Objekt ganz unterschiedlich – eine Art Probebohrung, die unter die Oberfläche der Geschichte vordringen will.

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Eine Ausstellung mit Grafiken aus dem Bestand des Dokumentationszentrums Kunst der DDR.

 

„… ein stetiges Wechselbad der Gefühle! Erfreuliche Neuentdeckungen, mitunter nur eine Enttäuschung gegenüber alten Bekannten, die man gezielt und erwartungsvoll gesucht hatte und sie nun wie durch eine andere Brille sehen konnte.“

(Otto Kummert, Zur Ausstellung)

Ausstellung 2000/2001 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und im Willy-Brandt-Haus Berlin

 

Im Blick auf das Jahr 2000 wurde, nimmt man den öffentlichen Diskurs zum Maßstab, eher von einer utopielosen Zeit gesprochen, apokalyptische Vorstellungen vom Zusammenbruch der Computersysteme schienen gegenüber Vorstellungen von einer Entwicklung nach dem Millennium im Vordergrund zu stehen.

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Zur Jahrhundertwende 1900 dagegen konkurrierten Fortschrittserwartungen mit dem Lebensgefühl des fin de siècle und es bestand ein deutliches Bewusstsein einer Zeitenwende. Utopie und Zukunftserwartung erweisen sich damit als zeitbezogen und wandelbar.

Das Dokumentationszentrum Alltagskultur stellte in seiner Ausstellung den „Traum nach vorwärts“ – eine Umschreibung des Begriffs Utopie von Ernst Bloch – Utopien und Zukunftsvorstellungen in der DDR in historische, gesellschaftliche und soziale Kontexte.

Utopie als eine Form der Kritik an bestehenden Verhältnissen, deren Veränderung zwar undurchführbar erscheint, aber als Gedanke wirkungsmächtig ist, Zukunftsvorstellungen dagegen als konkret benennbare und auch potentiell erreichbare Ziele, die mit Erwartungen an die Machbarkeit besserer Zustände verknüpft ist, waren zwei Seiten des Themas.

Die Ausstellung zeigte fünf Biographien aus der DDR, die in unterschiedlicher Weise utopische Komponenten aufwiesen: den Sänger Gerhard Gundermann, die Eisbärdompteuse Ursula Böttcher, den Hobbyfilmer Ernst Süß, die Schriftstellerin Brigitte Reimann und den Funktionär Frank Donszinsky.

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Ausstellung im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR 1999/2000

 

Was kann der Alltag über die Geschichte eines Landes aussagen? Ist er nur buntes Beiwerk oder der lebensweltliche Aspekt „großer Geschichte“?

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Die Perspektive der Alltagskultur könnte ein Bindeglied zwischen politischer Geschichte, gesellschaftlichen Funktionsmechanismen und individueller Erfahrung bilden. Danach fragte die Ausstellung Fortschritt, Norm und Eigensinn, deren Titel drei Pole gesellschaftlicher Entwicklung in der DDR andeutete.

Fortschritt steht für die Triebkräfte in der DDR-Gesellschaft nach Verbesserung der Lebensverhältnisse und sozialer Gerechtigkeit, Norm ist Begriff für Einengung, bürokratische Verkrustung, den Versuch der Lenkung und Steuerung aller Lebensbereiche. Eigensinn dagegen bezeichnet die individuellen und kollektiven Vorstellungen und Handlungsstrategien, die lebenspraktische Aneignung des Landes.

Die Ausstellung stellte den Kalten Krieg und die Systemkonkurrenz vor, die Ost und West – systemübergreifende Literatur, die Macht und ihre Symbole, Bildung und Erziehung, Kinderzeitschrift „Bummi“, generationsprägende Erfahrungen mittels Fotografien, die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973, Vertragsarbeiter in der DDR und Teilnehmer am Bau der Erdgastrasse vor. Brigade, Hausgemeinschaft und Gartensparte, Wohnkultur und die feinen Unterschiede in den Lebensstilen, Sozialpolitik, Formen der Entlohnung und der Motivation durch Lohn, Auszeichnungen und Prämien, Handel, Versorgung und Beschaffungswege waren Thema der Ausstellung, ebenso wie die industrielle Überformung des Oderraums durch Großindustrie.

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3. Ausstellung des Dokumentationszentrums Kunst der DDR.

 

 

Diesmal wurde die institutionelle und gesellschaftliche Kunstförderung unter der Überschrift „Befreiung vom Faschismus und Freundschaft zur Sowjetunion“ thematisiert.

Der Titel zitiert die erste Zeile der Nationalhymne der DDR: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“ (Text: Johannes R. Becher, Musik: Hanns Eisler).

Galerie in der Burg Beeskow

 

Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Kunst der DDR.

 

Unter den gezeigten Arbeiten aus der Zeit zwischen 1948 und 1988 sind die wichtigsten Motive und Themen der Auftrags- und Ankaufskunst vertreten. Es sind Beispiele für die Beziehung zwischen Kunst und Macht im Zustand der Harmonie.

Galerie in der Burg Beeskow

 

Die zweite Ausstellung des Sammlungs- und Dokumentations zentrums Kunst der DDR zeigte eine Auswahl graphischer Arbeiten von 15 Künstlern, die aus dem Bestand des ehemaligen Zentrums für Kunstausstellungen der DDR dem Institut für Auslands beziehungen (ifa) als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden.

Galerie in der Burg Beeskow

 

Erste öffentliche Präsentation des Sammlungs- und Dokumentationszentrums Kunst der DDR. Lothar de Maiziere und der brandenburgische Kulturminister Steffen Reiche sprechen zur Eröffnung. Die Ausstellung zählt 66.000 Besucher.