Objekte haben es in sich – nämlich ihre eigene Geschichte, die ihres Gebrauchs, ihrer Gestaltung, Herstellung, Benutzung und schließlich ihres Vergehens auf dem Müllhaufen der Geschichte. Im Museum kommen sie zu neuen Ehren, weil sie Geschichte erzählen können, weil einem bei ihrer Betrachtung Geschichten einfallen mögen, die längst verschüttet schienen.

Die Ausstellung „abc des Ostens“ erzählt solche Objektgeschichten, für jeden Buchstaben des Alphabets eine:

A wie Alfi-Aluminium
B wie der beirette-Fotoapparat
C wie Colditz-Geschirr
D wie Diamant-Fahrrad
E wie Erika-Schreibmaschine
F wie Florena Creme
G wie Gemol-Waschmittel
H wie Heiko-Schulfüller
I wie das Ines-Fernsehgeräte
J wie Jenaer Glas
K wie die Komet-Küchenmaschine
L wie Litera-Schallplatten
M wie Malimo-Textilien
N wie die Neue Juwel-Zigarette
O wie ORWO
P wie Piko-Spielzeug
Q wie der QL-Querlüfter
R wie Rondo-Kaffee
S wie Stern-Recorder
T wie Trolli-Rasenmäher
U wie Rönsch-Unimix
V wie Veritas-Nähmaschinen
W wie der Wolypryla-Kunstfaserwolle
X eine wenig überraschende Überraschung
Y wie Yvette intim
Z wie Zekiwa-Kinderwagen

Die Ausstellung zeigt für jeden Buchstaben des Alphabets einen Alltagsgegenstand, entfaltet an ihm mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten Aspekte der Sozial- und Kulturgeschichte, der Wirtschaftspolitik, der Werbung und des Gebrauchs: Die Schreibmaschine Erika als mobiles Büro, Malimo als ingenieurtechnische Bereicherung des textilen Massenangebots, Colditzer Geschirr als Zeichen für die industrielle Massenproduktion, ein Stabsauber namens Martina als Beispiel für geschlechtsspezifische Erziehung durch Spielzeug, Wolpryla als „wolliges Wunder der Chemie“ – alle waren Teil der Lebenswelt in der DDR. So steht hinter jedem Objekt, so bekannt oder auch unscheinbar es sein mag, eine eigene Geschichte. Viele Dinge sind inzwischen aus dem alltäglichen Gebrauch verschwunden, andere werden wieder hergestellt.

Die ausgewählten Objekte bieten eine breite Übersicht über die Produktkultur der DDR und vermitteln vom einzelnen Gegenstand ausgehend Einblicke in Geschichte und Gebrauch der Dinge. Mit mehr als 500 Exponaten ist auch Gelegenheit, sich einen Überblick über Entwicklung und Vielfalt von Typen, Formen und Farben zu verschaffen.

Das Museumsobjekt wird dabei Ausgangspunkt einer „kleinen Kulturgeschichte des Alltags“ sein, die auf vergnügliche Weise über so unterschiedliche Dimensionen wie Design, Nutzung und Produktion, über Kontexte, Phantasien und Erfahrungen erzählt, abwechslungsreich und je nach Objekt ganz unterschiedlich – eine Art Probebohrung, die unter die Oberfläche der Geschichte vordringen will.

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